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Grabstein soll weg

Umstrittenes Jodl-Grab auf Fraueninsel: Grüne wollen Gesetzesänderung

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Chiemsee - Der Streit um das Grab des Wehrmachtsgenerals Alfred Jodl auf der Fraueninsel im Chiemsee schwelt weiter. Die Grünen sehen den Gesetzgeber am Zug.

Nächste Runde im Streit um das Grab des Hitler-Generals Alfred Jodl: Wie die "Abendzeitung" berichtet, verlangt Grünen-Politiker Martin Runge eine Gesetzesänderung, damit der Grabstein auf der Fraueninsel beseitigt wird. 

Zwar ist Alfred Jodl nicht auf der Insel beigesetzt. Nachdem er in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen zum Tode verurteilt wurde, wurde seine Asche im Wenzbach verstreut. Allerdings wurde auf der Fraueninsel zwischen den Grabsteinen seiner ersten und zweiten Frau ein sogenannter Kenotaph - ein "Scheingrab" - errichtet. 

Ursprünglich wollte die Gemeinde den 20-Jahre Turnus bei der Belegung von Grabstätten auslaufen lassen. Dieser endete 2018, allerdings wehrte sich ein Großneffe von Jodls zweiter Frau juristisch dagegen. Das Verwaltungsgericht gab ihm Recht: Auch für die nächsten 20 Jahre bleibt das Grab. 

Runge sieht darin allerdings keinen Hinderungsgrund, den Kenotaph zu entfernen. In letzter Instanz sei der Landtag gefordert: Er könnte, so der Grünen-Politiker, eine entsprechende Änderung des Bayerischen Bestattungsgesetzes beschließen. Die Staatsregierung habe Unterstützung signalisiert, falls eine Änderung der gemeindlichen Friedhofsatzung erforderlich würde. 

Schon in der Vergangenheit wurde wiederholt - erfolglos - versucht, das Grab entfernen zu lassen. So hat sich auch der Münchner Aktionskünstler Wolfram P. Kastner zum Ziel gesetzt, den Grabstein entfernen zu lassen. Er übergab eine Petition an den Bayerischen Landtag. Der Ausschuss hat danach das Anliegen einstimmig als berechtigt bezeichnet und die Staatsregierung aufgefordert, die sachlichen und rechtlichen Aspekte der Petition daraufhin zu überprüfen, ob dem Anliegen stattgegeben werden müsse. 

Nicht die erste Petition gegen "Jodl-Grab"

Inselbewohner und Architekt Georg Wieland habe Kastner zufolge schon 2014 mit diesem Mittel gegen die Grabstelle gekämpft, allerdings erfolglos: Die Petition sei damals mit dem Hinweis beschieden worden, das Ehrenkreuz für den Kriegsverbrecher werde ohnehin im Januar 2018 beseitigt - was allerdings im Nachgang ja nicht geschah.

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