Bayerische Seen schwinden unter anhaltender Trockenheit

"So trocken war es kaum in den vergangenen hundert Jahren"

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Starnberger See
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Chiemsee - Mehr als ein halber Meter Wasser fehlt dem Starnberger See momentan. Darunter leiden vor allem Fische. Doch was bedeutet das für andere bayerische Seen wie den Chiemsee?

Deutschland ächzt unter Trockenheit. Die gute Nachricht: Davon ausgenommen ist derzeit der Chiemsee. Wie das zuständige Wasserwirtschaftsamt Traunstein laut Radio Charivari mitteilt, befindet sich der Wasserpegel auf einem normalen Stand.

So betrage der Pegel in Prien-Stock momentan rund 5,18 Meter und liege über dem niedrigsten Wert im Winter. Laut dem Wasserwirtschaftsamt könne derzeit aber nicht gesagt werden, wie sich die Situation im Winter entwickelt. Dies hänge davon ab, ob und wieviel es im Bereich der Tiroler Ache schneit. Sollte der Winter streng werden, könnte der Wasserstand weiter absinken, heißt es laut Radio Charivari.

Fische können nicht zu Laichplätzen

Andere bayerische Seen hingegen schwinden. So zum Beispiel der Starnberger See, wie jüngst der Bayerische Rundfunk berichtet. Was sonst eigentlich nur im Januar der Fall ist, ist in diesem Jahr bereits im November der Fall. Um noch einmal einen halben Meter ist der Pegel laut BR abgesunken. Die Folge: Dem etwa 57 Quadratkilometer großen Starnberger See fehlen etwa dreißig Millionen Kubikmeter Wasser. "So trocken war es kaum in den vergangenen hundert Jahren", wird Roland Kriegsch, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Weilheim, vom BR zitiert.

Eine weitere Folge ist, dass einige Fischer am Starnberger See nun befürchten, dass Fische - vor allem Seeforellen - nicht in die abfließenden Bäche zum Laichen wandern können, weil auch dort das Wasser zu niedrig ist, erklärt Michael Schubert vom Institut für Fischerei in Starnberg gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Sollte die Trockenheit noch längere Zeit andauern, könnte das auch für Probleme bei der Schifffahrt sorgen. Die Schiffe können bei Niedrigwasser nicht an den starren Stegen anlegen.

Durch Grundwasser gespeist

Am Starnberger See ist die Situation mit der andauernden Trockenheit so brisant, weil der See fast nur durch Grundwasser und kleine unterirdische Zuläufe gespeist wird, die momentan aber kaum noch Wasser abzugeben haben. Der benachbarte Ammersee zum Beispiel hat deutlich mehr Zuflüsse. Bleibt nur, auf ergiebige Niederschläge zu hoffen. Aber danach sieht es momentan nicht aus

ksl

Quelle: chiemgau24.de

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