Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft setzt sich ein

Für mehr Sicherheit an Gewässern: Tag der Wasserrettung in Prien

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Staatsminister des Innern Joachim Herrmann beim DLRG Tag der Wasserrettung in Prien

Prien - Unter dem Motto "Mehr Sicherheit an Bayerns Gewässern" hat der Tag der Wasserrettung am 12. September in Prien stattgefunden. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zeigte vor geladener Politik- und Wirtschaftsprominenz der Bevölkerung mit einer großen Geräteschau und mit unterschiedlichen Einsatzvorführungen ihre Leistungsfähigkeit, unter anderem mit einer Rettung aus der Luft.

Die Fahrt auf dem Chiemsee-Schiff MS Edeltraud war geladenen Gästen vorbehalten, aber die Fahrzeug- und Geräteschau mit verschiedenen Informationsständen der DLRG war öffentlich zugänglich und hierzu war die Bevölkerung herzlich eingeladen ( wir berichteten vorab ).

Wenn Menschen auf dem Wasser in Not sind, kommt es auf jede Minute an und bei der Hilfeleistung will jeder Handgriff gekonnt sein. Es sind Ehrenamtliche, die diese Hilfe professionell leisten. In Bayern - mit seinen Hunderten von Seen und seinen gefährlichen Flüssen - sind diese Leistungen besonders wichtig: Alljährlich ertrinken rund 90 Menschen in Bayern, das sind im bundesweiten Vergleich die meisten Opfer. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2019 sind in Bayern 65 Menschen ertrunken.

Staatsminister des Innern Joachim Herrmann besuchte die Wasserretter

Am 12. September zeigte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit einer großen Geräteschau und mit unterschiedlichen Einsatzvorführungen ihre Leistungsfähigkeit, unter anderem mit einer Rettung aus der Luft.
Gezeigt wurden Rettungsboote aller Größen, Einsatzfahrzeuge für unterschiedliche Zwecke, Drohnen für die Wasserrettung, Tauchausrüstungen und die Ausrüstung für die Rettung in stark strömenden Gewässern. Außerdem präsentierten die DLRG-Nachwuchsretter - die Jugend-Einsatz-Teams - ihre Arbeit. Wasserrettungs-Experten der DLRG beantworteten gerne alle Fragen. Die Fahrzeug- und Geräteschau mit verschiedenen Informationsständen der DLRG war öffentlich zugänglich.

Spannende Rettungsvorführungen auf dem Chiemsee

Exklusiv für die geladenen Gäste und die Medien fand eine Rundfahrt auf dem Chiemsee mit der „MS Edeltraud“ statt.

Tag Wasserrettung in Prien Teil eins

Nach der Begrüßung durch Ingo Flechsenhar, Präsident DLRG Landesverband Bayern, und Achim Haag Präsident DLRG-Bundesverband, folgte eine Ansprache durch Innenminister Joachim Herrmann

Wichtige Persönlichkeiten aus Sicherheitsbehörden und Hilfsorganisationen, Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und besondere Unterstützer der DLRG Bayern waren mit an Bord.

Motorrettungsboot der DLRG Bayern in Anfahrt

Während der Rundfahrt zeigten die ehrenamtlichen Wasserretter der DLRG Bayern ihre Leistungsfähigkeit: Mehrere Rettungsvorführungen demonstrierten die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der DLRG.

  • Szenario 1: Zwei Stand-Up-Paddler auf SUP-Boards gerieten in Seenot | Rettung der gekenterten Personen (u.a. Rettung eines Patienten durch Luftretter/Hubschrauber)
  • Szenario 2: Medizinischer Notfall auf einer Segelyacht | Motorrettungsboot der DLRG kamen zu Hilfe - medizinische Versorgung / Abtransport
  • Szenario 3: Ein Segelboot kenterte, zwei Personen mussten gerettet werden | Rettung mit Motorrettungsboot - Aufstellen der Segeljolle

Ingo Flechsenhar und Jürgen Temmler, Vorsitzender DLRG-Bezirksverband Alpenland und Einsatzleiter Wasserrettung, sowie Rettungsfachleute der DLRG kommentierten diese Übungen und beantworteten Fragen, die Moderatorin Anouschka Horn stellte. Dr. Tobias Uhlig gab wissenswerte Erläuterungen aus medizinischer Sicht dazu.

Tag der Wasserrettung in Prien Teil zwei

Bilder

Experten im Interview

In Gesprächen mit Moderatorin Anouschka Horn erläuterten der Bayerische Staatsminister des Innern, Joachim Herrmann, und weitere Persönlichkeiten die Unterstützung der Wasserrettung durch Staat und Unternehmen. Achim Haag, Präsident des DLRG-Bundesverbandes, erläuterte Hintergründe zum Thema "Ertrinken".
MdL Klaus Stöttner aus Prien wurde zur Situation vor Ort am Chiemsee befragt.
Jaqueline Gläsener, Einsatz-Taucherin und Einsatzleiterin der Schnell-Einsatz-Gruppe München erklärte das Funktionieren und die  wichtige Rolle einer "Wasserrettungsstation", was die ehrenamtlichen Wasserretter hier in ihrer Freizeit leisten - und wie davon nicht nur Badegäste profitieren, sondern auch die Bevölkerung im weiten Umkreis!

Dabei gab es viele weitgehend unbekannte Fakten über die Leistungen der DLRG zu erfahren und in welchen Bereichen die ehrenamtliche Wasserrettungsorganisation Handlungsbedarf in Politik und Gesellschaft sieht

Handlungsbedarf in Politik und Gesellschaft

Die DLRG handelt im öffentlichen Interesse, um Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren - und sie benötigt Unterstützung. Wenn zum Beispiel der Bau oder die Sanierung einer Wasserrettungsstation ansteht, geht es unter anderem darum Finanzmittel zu beschaffen, aber auch Genehmigungen einzuholen, Hygienevorschriften einzuhalten, Verträge zu schließen und vieles mehr. Die Anforderungen an die ehrenamtlich agierenden Wasserretter werden immer umfangreicher.

Unterstützung für die Wasserretter

Gemeindeverwaltungen und große Unternehmen - die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen - unterstützen die DLRG bereits und gehen mit gutem Beispiel voran. Zwei davon berichteten auf der Rückfahrt nach Prien über ihr finanzielles Engagement für die DLRG.

Zum einen Dr. Ingo Krüger, Geschäftsführender Vorstend der Bayerischen Sparkassenstiftung, als Vertreter der Bayerischen Sparkassenorganisation. Auf der Geräteschau wurde eine Rettungsdrohne präsentiert. Die Anschaffung der Rettungsdrohne erfolgte im Wesentlichen aus Mitteln des Reinertrags der bayerischen Gewinnsparlotterie "Sparkassen-PS-Sparen und Gewinnen".

Zum anderen berichtete Stefan Eberle, Geschäftsführer von MARINEPOOL, über ein neu entwickeltes Rettungsboot, das der DLRG gespendet wurde. Es war im Bugbereich der "MS Edeltraud" ausgestellt.

Weiterhin fördert die Versicherungskammer Bayern die DLRG Bayern schon langjährig auf vielfältige Weise.

Einige Fakten zur Wasserrettung

Notfälle am Wasser bedeuten einen Wettlauf mit der Zeit. Kälte, Strömung, Erschöpfung und mangelnde Schwimmfähigkeit sind die größten Gefahren. Bleibt ein Mensch länger als drei Minuten unter Wasser, erleidet er irreparable Schäden.

Die DLRG hat es sich bereits im Jahr 1913 zum Ziel gesetzt, dass jeder schwimmen und retten können soll.

Dank der Unterstützung durch den Freistaat Bayern ist die DLRG mit modernen Rettungsgeräten, Booten und Fahrzeugen ausgerüstet.

Wasserretter sind vielseitig ausgebildete Rettungsschwimmer. Sie sichern Badeseen ab und sind als Schnell-Einsatz-Gruppen auch überörtlich mobil. Sie sind vielseitig einsetzbar, z. B. auch für medizinische Aufgaben.
Strömungsretter sind sportlich besonders trainierte und ausgerüstete Wasserretter.

Die DLRG Leitlinien

Die DLRG ist eine ehrenamtlich tätige humanitäre Organisation.

DLRG Kernaufgaben

Aufklärung der Bevölkerung über Gefahren im und am Wasser.

Ausbildung im Schwimmern und in der Selbstrettung.

Schulung von Schwimmern zu Rettungsschwimmern und deren Qualifizierung für Ausbildung und Einsatz.

Organisieren des Wasserrettungsdienstes und dessen Durchführung, sowie Mitwirkung im Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

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Über die DLRG

Die DLRG ist mit rund 1.800.000 Mitgliedern und Förderern die größte Wasserrettungsorganisation der Welt. Mehr auf  https://www.dlrg.de/  .

Über die DLRG Bayern

Die DLRG hat in Bayern rund 167.000 Mitglieder und Förderer. Die DLRG Bayern gibt Hinweise zur Sicherheit am Wasser und bildet jährlich über 30.000 Menschen im Schwimmen und Retten aus. Ein Netz von Rettungsstationen, Schnelleinsatzgruppen und Wasserrettungszügen ermöglicht jederzeit kompetente Hilfe. Dabei arbeiten wir mit den anderen Hilfsorganisationen Hand in Hand. Die gesamte Arbeit wird vom Ehrenamt getragen, in über 100 Ortsgliederungen. Mehr auf  https://bayern.dlrg.de/  .

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Klaus Kubitza

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