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Entscheidung um „Frasdorfer Anger“ gefallen

Frasdorf: Bürgerentscheid am 16. Mai mit knapper Mehrheit und rund 74 Prozent Wahlbeteiligung

An der großen Kreuzung mit der Autobahnausfahrt soll ein Kreisel entstehen und an diesem ein Regionalmarkt ein Café mit Schaubäckerei. Die Frasdorfer entscheiden am kommenden Sonntag, ob die Pläne umgesetzt werden oder scheitern.
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An der großen Kreuzung mit der Autobahnausfahrt soll ein Kreisel entstehen und an diesem ein Regionalmarkt ein Café mit Schaubäckerei. Die Frasdorfer entscheiden am kommenden Sonntag, ob die Pläne umgesetzt werden oder scheitern.

„Ich möchte, dass alle Frasdorfer über dieses Vorhaben der Bäckerei Miedl sowie des Anderlbauern am Frasdorfer Anger entscheiden und nicht nur ein paar Auserwählte“, sagte Bürgermeister Daniel Mair (CSU) immer wieder. Am Sonntag (16. Mai) fiel nach fünf Jahren der Diskussion die Entscheidung.

Update, 16. Mai - Bürgerentscheid am 16. Mai mit knapper Mehrheit und rund 74 Prozent Wahlbeteiligung

Es war ein knapper Entscheid in Frasdorf. Das Ergebnis stand um 20.10 Uhr fest. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,8 Prozent, sagte die Amtsleiterin Cornelia Schenk. Bürgermeister Daniel Mair ist stolz auf die rege Wahlbeteiligung der Frasdorfer Bürger.

Eine Mehrheit hat sich gegen einen Abbruch der Planung der gewerblichen Nutzung des „Frasdorfer Anger“ ausgesprochen. Mit 873 Nein-Stimmen gegenüber 848 Ja-Stimmen ging die Wahl knapp für das Miedl Cafe und die Markthalle auf dem „Sondergebiet Frasdorfer Anger“ aus.

Erstmeldung:

Frasdorf – „Die Frasdorfer sollen sagen, ob sie die vorgesehenen Gebäude mit dem Café und der Bäckerei sowie den Regionalmarkt haben wollen oder nicht“, findet der Bürgermeister. Zum vierten Mal in der Geschichte Frasdorfs gibt es in der Gemeinde einen Bürgerentscheid am 16. Mai. Am Frasdorfer Anger – dort, wo beim Ausbau der Autobahn ein großer Kreisverkehr die Auf- und Abfahrtverkehr sowie den örtlichen Verkehr ordnen soll – plant die Bäckerei Miedl eine Schaubäckerei mit großem Café, nebenan will der Anderlbauer einen Regionalmarkt errichten.

Im Ort gibt es Gegner wie Befürworter.

Die Bürgerinitiative „Frasdorfer Anger“ hatte dem Bürgermeister 449 gültige Unterschriften übergeben, 243 wären als Unterstützer für einen Bürgerentscheid notwendig gewesen. Die BI fürchtet die Auswirkungen eines Café-Betriebes und Regionalmarktes an der Autobahn für den Ort und den Verlust an „Grüner Wiese“. Sie lehnt das Vorhaben ab.

Andererseits weisen die Befürworter darauf hin, dass in den vergangenen Jahrzehnten im Ortskern keine Veränderungen möglichwaren, da entsprechende Grundstücke gar nicht zur Verfügung standen. Café und Regionalmarkt täten dem Ort gut. Gewerbesteuer brächten die Vorhaben zudem.

Das letzte Wortper Briefwahl

Das letzte Wort in diesem seit fünf Jahren dauernden Prozess haben nun die Bürger: Sie können bis zum Sonntag, 16. Mai, 18 Uhr, per Briefwahl selbst entscheiden, was sie in Zukunft am Ortsrand haben wollen. An den drei vorausgehenden Bürgerentscheiden beteiligten sich laut Wahlleiterin Cornelia Schenk jeweils über zwei Drittel der Wahlberechtigten.

Das OVB lässt einen Bauwerber – der andere verzichtete – und die Bürgerinitiative zu Wort kommen:.

„Ein neuer Treffpunkt für Frasdorf“

Angelika und Manfred Miedl äußern sich pro Sondergebiet: „Seit 2016 planen wir in enger Abstimmung mit dem Frasdorfer Gemeinderat ein Hofcafé mit Verkaufsfläche für unsere feinen Backwaren und regionalen Produkte sowie einer integrierten Schaubackstube am Standort Frasdorfer Anger. Es soll ein neuer Treffpunkt für die Gemeinde entstehen.

In den jahrelangen Planungen sind nicht nur sämtliche Wünsche des Gemeinderats eingearbeitet und berücksichtigt worden, sondern vor allem auch Aspekte, welche die Umwelt, die Natur, den dörflichen Charakter und Themen wie Verkehr sowie Dorf- und Ortskernentwicklung betreffen.

Von der Gemeinde beauftragte, unabhängige Gutachten untermauern die optimale Lage unseres Bauvorhabens am Frasdorfer Anger. Mit dem Architekturbüro wurde eine nachhaltige, landschaftsbezogene Planung erarbeitet, welche nicht nur optisch, sondern vor allem auch ökologisch dem höchsten Standard entspricht.

Darüber hinaus sei zu erwähnen, dass wir als Gewerbebetrieb auch entsprechend Gewerbesteuern an die Gemeinden, in denen wir unsere Filialen betreiben, abführen und auch Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen. Natürlich wäre das auch in Frasdorf der Fall – geplant sind rund 15 vollwertige Arbeitsplätze sowie vier Lehrstellen.

An dieser Stelle ist es uns nochmals ganz wichtig zu betonen, dass keineswegs Dimensionen vergleichbar zum „Dinzler Irschenberg“ geplant sind – weder was die Parkplatzsituation noch die Innenfläche unseres Bauvorhabens angeht. Wir sind sehr verwundert darüber, welche Behauptungen und Spekulationen diesbezüglich verbreitet werden. In einem Informationsflyer, der auch auf unserer Website zu finden ist, haben wir dazu ausführlich und sachlich Stellung bezogen.

Wir, die Familie Miedl, möchten mit unserem traditionellen Handwerksbetrieb und unseren Backwaren für die Frasdorfer ein schönes Café mit regionalen Produkten und einen neuen, gesellschaftlichen Treffpunkt schaffen. Wir sind Herzblut-Unternehmer und wir lieben unser Handwerk. Wir freuen uns, wenn der Bürgerentscheid zu unseren Gunsten entschieden wird!“

„Türöffner für ein Gewerbegebiet

Die Bürgerinitiative Frasdorfer Anger äußert sich kontra Sondergebiet: „Unsere Ambitionen sind es zum Wohle aller Frasdorfer die Lebensqualität im Ort zu verbessern, unsere wertvolle Landschaft sowie das Ortsbild zu schützen, und nicht für privatwirtschaftliche Interessen Einzelner zu opfern. Dazu gehört eine zukunftsorientierte Entwicklung der Dorfmitte mit einem Dorfcafé für Einheimische und Besucher. Von einem Frasdorfer Investor wurden wir ganz aktuell informiert, dass er in der Dorfmitte ein Café bauen will.

Wir sind gegen ein dorfzersiedelndes, seelenloses, Gewerbegebiet an einem Autobahnkreisel im Außenbereich. Wir als BI möchten noch einmal zum Ausdruck bringen, dass wir nicht gegen Ansiedelung von Unternehmen und deren Expansion sind. Es ist nur eine Frage des Standortes. Das ins Leben gerufene Projekt „Frasdorf 2030“, in dem sich viele Bürger, Fachplaner und Gemeinderäte tolle Gedanken über die Ortsentwicklung gemacht haben, würde durch die Umsetzung des Projekts völlig auf den Kopf gestellt.

Und Hand aufs Herz: Das von der Firma Miedl geplante „Hofcafé“ ist der Türöffner für ein Gewerbegebiet und „Autobahncafé“ wie am Irschenberg. Alleine die Größenordnung des geplanten Cafés und des Verkaufsraumes widersprechen der Aussage der Familie Miedl, ein „Hofcafé“ für das Dorf zu bauen. Nicht korrekt dargestellt sind auch die immer wieder gezeigten Bilder von dem Café und den Parkplätzen mit neuer Zufahrt. Hier werden der wahre Standort, die Größe des Objekts und des Parkplatzes verschleiert. Zugleich ist schwer nachzuvollziehen, dass dieses Projekt auf einem unantastbaren, landschaftsprägenden weit einsehbaren Höhenzug umgesetzt werden soll.

Liebe Frasdorfer, nutzen wir doch diese Chance. Die BI möchte sich bei ihren Unterstützern bedanken. Sie haben mit ihren persönlichen Gesprächen, Anrufen, schriftlichen Rückmeldungen, Leserbriefen und zuletzt Spenden uns immer wieder Mut gemacht, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Jetzt befinden wir uns auf der Zielgeraden und alle, die ihren Wahlzettel noch nicht ausgefüllt haben, können noch mit (JA) gegen das geplante Projekt auf der grünen Wiese stimmen.“

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