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Petition an den Landtag

Frasdorfer Anger: Café rein in den Ort, Spielgeräte raus auf die Wiese

Die Frasdorfer haben mehrheitlich für ein Café mit Schaubäckerei und einen Regionalmarkt am Frasdorfer Anger (rechter Bildrand an der Autobahnausfahrt) gestimmt. Eine Einzelpetition an den Landtag will das verhindern, lieber ein Industrieunternehmen dort ansiedeln.
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Die Frasdorfer haben mehrheitlich für ein Café mit Schaubäckerei und einen Regionalmarkt am Frasdorfer Anger (rechter Bildrand an der Autobahnausfahrt) gestimmt. Eine Einzelpetition an den Landtag will das verhindern, lieber ein Industrieunternehmen dort ansiedeln.

Café und Regionalmarkt rein ins Dorf, dafür den Spielgerätehersteller ins Gewerbegebiet. Klingt nach guter Wiederbelebung. Aber: Der eine will nicht bisher nicht aussiedeln, die anderen finden im Ort keinen Platz. Eine Petition um den Frasdorfer Anger sorgt derzeit für Gesprächsstoff im Ort.

Frasdorf – „Der Ortskern von Frasdorf ist durch einen größeren Industriebetrieb mit enormen Wachstumspotential geprägt. Der Betrieb weitet sich wegen Platzmangel wie ein Krebsgeschwür in alle umliegenden, leerstehenden Parzellen und Gebäude aus“, so schreibt ein Frasdorfer in seiner Petition an den Bayerischen Landtag. Gemeint ist der Spielgerätehersteller Richter.

Bürgermeister Daniel Mair (CSU) berichtete bei der letzten Sitzung des Gemeinderates, dass die Gemeinde über das Landratsamt zur Stellungnahme zu der Petition aufgefordert wurde. Um das Gremium auf einen gleichen Kenntnisstand zu bringen, verlas er den Text der Petition.

Keine Kommentare, nur Sachstand

Mair gab zu den einzelnen Anmerkungen und Forderungen der Petition keinen Kommentar und keine Bewertung ab, verwies jedoch bei einzelnen Punkten auf den derzeitigen Stand des Verfahrens. Den Vorwurf der Untätigkeit und der Nichtbeachtung „einer Vielzahl von rechtlichen Vorgaben“, die in der Petition nicht ausgeführt werden, durch die Gemeindeverwaltung wies er als unbegründet zurück.

Genauer hinschauen bei Sonderbauflächen

In der Petition heißt es: „Die Gemeinde Frasdorf plant die Ausweisung von Sonderbauflächen entlang der Staatsstraße Frasdorf - Aschau im Chiemgau. ... Gerade in der jetzigen Zeit, wo fast jeden Tag von den Zielen der bayerischen Politik von Reduzierung des Flächenverbrauchs, unnötigen Landverbrauch, Landschaft und Heimatschutz, Klimaschutz, Erhalt von Kulturlandschaft und Erhalt von ortsbildprägenden Grünflächen berichtet wird, sollte man hier für die Zukunft unserer Kinder und Enkel genauer hinschauen.“

Objekte im Dorfbereich gehören Privatleuten

Der Verfasser der Petition führt vier große leerstehende Objekte im Dorfbereich an, die nach seiner Ansicht wieder belebt werden müssten, bevor die Gemeinde die Ausweisung eines Sondergebietes in Angriff nehme. „Es muss doch vordringlichste Aufgabe der Gemeinde sein, den Ortskern nicht veröden zu lassen und einen expandierenden Gewerbebetrieb (= Firma Richter) in ein Gewerbegebiet (gemeint ist laut Bürgermeister der Frasdorfer Anger; Anm.d.Red.) umzusiedeln.

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lm Anschluss bieten sich beste Möglichkeiten für eine geordnete städtebauliche Entwicklung von Frasdorf. Kurzfristig könnten die leerstehenden Gewerbebetriebe durch das geplante Café und/oder den Bauernmarkt belegt werden. Ein Café und der Bauernmarkt gehören doch in das Ortszentrum und nicht in ein flächenfressendes Sondergebiet, für das auch noch ein eiszeitlicher Moränenhügel abgetragen werden muss“.

Der Bürgermeister merkte dazu nur kurz an, dass sich keines der genannten Grundstücke im Besitz der Gemeinde befinde und die Gemeinde daher auch über keines verfügen könne. Es sei den Eigentümern unbenommen, privatrechtliche Verträge mit Interessenten zu schließen, die den Ortskern wieder beleben möchten. Zwei der Gebäude stünden allerdings nicht leer. Ein Drittes kann als Veranstaltungsraum gemietet werden und das Vierte ist derzeit noch Lager, eine neue Nutzung werde gesucht, so Mair gegenüber der OVB-Heimatzeitung. Abgesehen davon habe die Firma Richter bisher ihm gegenüber keinerlei Interesse an einer Veränderung und Verlagerung ihres Standortes gezeigt.

Vermeintliche Auskunft gab es nicht

Weiter heißt es in der Petition: „Nach Auskunft der Gemeinde Frasdorf steht der Bebauungsplan kurz vor dem Satzungsbeschluss, dies hätte zur Folge, dass der Flächennutzungsplan bereits durch die Bauaufsichtsbehörde genehmigt wurde.“ Der Bürgermeister erklärte dazu knapp, dass eine solche Auskunft nie gegeben wurde, da die notwendigen Voraussetzungen für einen solchen Satzungsbeschluss bisher nicht vorliegen.

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Verfahren läuft seinen vorgegebenen Weg

Mair wies darauf hin, dass es bisher noch keine Änderung der bestehenden rechtlichen Verhältnisse gegeben habe, das Verfahren laufe seinen vorgeschriebenen Weg. Auf Nachfrage der Redaktion sagte Mair, dass derzeit der städtebauliche Vertrag mit den beiden Investoren am Anger ausgearbeitet werde. Erst dann gehe die Bauleitplanung weiter.

Die Gemeinderäte nahmen die Bekanntgabe der Petition zur Kenntnis, in der öffentlichen Sitzung gaben sie keinen Kommentar ab.

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