Grünbrücke in greifbarer Nähe

+
Frasdorf: Kaum eine andere Gemeinde entlang der A8 liegt so nahe an der Autobahn.

Frasdorf - Mit Fackeln, Sternwerfern und Sekt empfingen Donnerstagabend viele Begeisterte ihre Berlin-Delegation in Sachen A8-Ausbau zwischen Rosenheim und Landesgrenze.

Die Vertreter der Frasdorfer Interessen beim geplanten A8-Ausbau hatten gute Nachrichten im Gepäck. "Wir haben einen tollen Teilerfolg erzielt. Die Durchsetzung unserer Forderung nach einem sensiblen Ausbau der A8 in den Bereichen Frasdorf und Rohrdorf ist in greifbare Nähe gerückt", freuten sich Frasdorfs Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller und ihr Amtskollege aus Rohrdorf, Christian Praxl.

Bereits um 4 Uhr früh waren beide Bürgermeister zusammen mit sechs Mitgliedern der beiden Bürgerinitiativen "Für eine lebenswerte Zukunft an der A8" aus Frasdorf und "A8 - Rohrdorf-Achenmühle" in die Bundeshauptstadt aufgebrochen.

Rund eine Stunde dauerte dort das Gespräch der acht Bayern mit Karin Roth (SPD), Staatssekretärin aus dem Bundesverkehrsministerium, und der SPD-Bundestagsabgeordneten Angelika Graf. "In der Diskussion wurde eine Lösung für den sechsspurigen Ausbau der A8 in den Bereichen Frasdorf und Achenmühle durch das Ministerium zugesagt, die landschaftlichen Gegebenheiten sowie Lärmschutz gerecht wird", erklärte Angelika Graf. Die Staatssekretärin habe von kreativen Lösungen für Achenmühle gesprochen und die von Frasdorfern vehement geforderte Grünbrücke wohlwollend diskutiert, erklärte die Abgeordnete.

Das bestätigte auch CSU-Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller: "Ich sehe das Ergebnis unseres Gesprächs als Teilerfolg, denn bisher ging es beim Thema A8-Ausbau immer nur um strikte Einhaltung von Paragraphen und staatlichen Verordnungen. Unsere Forderungen, die darüber hinaus gingen, wurden von höherer Seite stets vom Tisch gewischt." Nun sei konkret über die Grünbrücke im sensiblen Ortskern mit einer Länge von rund 900 Metern gesprochen worden, freut sich die Bürgermeisterin. Sie sieht sich bestätigt, dass ihr langer Atem zielführend war: "In der Vergangenheit wurden wir von so manchen Realisten im Ort belächelt. Nun freue ich mich über das Resultat."

Häufig habe sie wie viele Mitstreiter aus der Frasdorfer Bürgerinitiative das Gefühl gehabt, mit ihren Wünschen nahezu ohnmächtig den Behörden gegenüberzustehen: "Jetzt sind wir in Berlin als Menschen und nicht als Querulanten wahrgenommen worden. Das tut gut. Denn es geht uns um den Erhalt einer lebenswerten Gemeinde für uns und unsere Kinder." Kein anderer Ort liege so nahe an der A8 wie Frasdorf, weil die Autobahn seinerzeit sehr nahe am Ort vorbeigeführt wurde und der geplante Ausbau den Verkehr noch dichter an den Ortskern heranrücke.

"Das Kämpfen hat sich bis jetzt gelohnt, dennoch werden wir weiter am Ball bleiben", verspricht Marianne Steindlmüller. Wenn das Planfeststellungsverfahren reibungslos über die Bühne gehe, könne bereits 2011 mit dem Bau begonnen werden. Die Bauzeit werde sich dann über rund vier Jahre hinziehen.

Auch Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl ist vom Ergebnis positiv überrascht und erwartet vom runden Tisch am 19. Mai für Achenmühle optimalen Lärmschutz und einen schonenden Umgang mit der Landschaft.

Zufrieden mit der Sache, aber aufgebracht über die Vorgehensweise ihrer SPD-Kollegin im Bundestag hat die CSU-Abgeordnete Daniela Raab reagiert. "Schön, dass das SPD-geführte Bundesverkehrsministerium nicht immer nur Luftballons steigen lässt, sondern endlich konkret in die Planungen einsteigt", sagt sie. Verweist allerdings darauf, dass der runde Tisch am 19. Mai auf ihre Initiative hin bereits im März geplant worden sei.

Als dreist bezeichnet sie deshalb das Vorgehen von Angelika Graf: "Sie schmückt sich mit fremden Federn. Mit dieser Konferenz hat sie nichts zu tun." Beide Bürgermeister wissen, dass der Bundestagswahlkampf im September bereits seine Schatten voraus wirft. "Wenn wir deshalb für unsere Gemeinden etwas herausholen können, soll uns das Recht sein", sagen beide unisono.

Zurück zur Übersicht: Frasdorf

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT