Rechtsanwalt und Umweltaktivist wehrt sich gegen Staatswillkür

Fricke: "Auf dem Weg in eine rechts-willkürliche Bananenrepublik"

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Halfing - Bernhard Fricke sorgte in der Vergangenheit mit seinen Aktionen als Tier- und Umweltaktivist immer wieder für Aufsehen. Nun beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft Computer und Unterlagen des Rechtsanwalts. Der wehrt sich gegen die nach seiner Auffassung rechts-willkürlichen Handlungen des Staates.

Ob Hungerstreiks in einem Baum vor der Schrannenhalle, das Blockieren eines ICE am Pasinger Bahnhof - der ehemalige Münchner Stadtrat, Umweltaktivist und Rechtsanwalt Bernhard Fricke war sich für nichts zu schade, um auf Missstände in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Für sein geliebtes Schaf Serafina schaltete er nach deren Tod eine Todesanzeige.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft München I gegen den Rechtsanwalt wegen Urkundenfälschung. Er soll ein Testament zu Gunsten seines Vereins "David gegen Goliath" gefälscht haben. Vorwürfe, die er entschieden zurückweist. Gesundheitlich ist der Aktivist angeschlagen. 

Bernhard Fricke liest in seinem Buch "Rebell für die Erde"

Fricke äußert sich jetzt zum ersten Mal nach einem Zusammenbruch in Thailand, zwei Schlaganfällen, mehr als vierwöchiger Bewusstlosigkeit und fünfmonatigen Krankenhausaufenthalten in einer von ihm eigens einberufenen Pressekonferenz zu den Vorfällen: "Über sechs Monate hat die Staatsanwaltschaft den Computer und Unterlagen meiner Kanzlei und des Vereins nun schon beschlagnahmt. Ich habe erst 3,5 Wochen nach der Durchsuchung meiner Kanzlei und der Räume von David gegen Goliath e.V. von der Beschlagnahmung meiner Computer gehört, weil meine Freunde in Sorge waren, dass ich einen dritten Schlaganfall erleiden würde. Diesen würde ich womöglich nicht überleben."

Harte Kritik an Vorgehensweise der Saatsanwaltschaft

Das Vorgehen des Staates sei für den Rechtsanwalt ein Verstoß gegen tragende gesetzliche Rechte und führe in der Konsequenz zu einem Verlust einer Vielzahl anwaltlicher Schutzrechte. "Ich bin nichts besseres, aber auch nichts schlechteres als andere, aber niemand hat das Recht, meine Computer über sechs Monate zu beschlagnahmen. Ich kann ohne die Unterlagen nicht weiter arbeiten. Mir wurde meine Existenzgrundlage entzogen. Wenn das Beispiel Schule macht, ist das tragende anwaltliche Schutzinteresse außer Kraft gesetzt. Solche willkürlichen Eingriffe in den anwaltlichen Schutzbereich führen den Grundsatz der "Waffengleichheit" ad absurdum und sind ein Markenzeichen auf dem Weg zum Überwachungsstaat. Ich bin ein Staats-Freund und kein Krimineller und David gegen Goliath ist eine staatstragende und keine kriminelle Vereinigung. Ich verliere als Autor der Bücher "Anleitung zum Einmischen" und "Rebell für die Erde", engagierter Anwalt und Umweltschützer jede Glaubwürdigkeit, wenn ich mich nicht massiv gegen unberechtigte, existenzvernichtende Vorwürfe zur Wehr setze. Wenn zugelassen wird, dass Unterlagen über solch einen Zeitraum beschlagnahmt werden, dann sind wir auf dem Weg in eine rechts-willkürliche Bananenrepublik."

Konnte sich nicht selbst verteidigen

Bernhard Fricke mit der Akte zu seinem Ermittlungsverfahren

Auf Grund seiner schweren Krankheit war Fricke nicht in der Lage, sich selbst zu verteidigen. Er nahm sich einen Anwalt und beantragte Akteneinsicht, die bewilligt wurde. 140 Seiten, für die er zwei Tage brauchte um sie mit einem Auge zu lesen. "Ich habe alles verloren, was mich getragen hat, meine Kanzlei wurde kaputt gemacht. Ich bin finanziell am Ende." Das Ermittlungsverfahren laufe nach eigener Aussage immer noch, Anklage wurde noch nicht erhoben.

Möchte Menschen Mut machen

Wenn er seine Beziehung zu Gott und Jesus und auch seine Hunde sowie seine Freunde nicht gehabt hätte, wisse er nicht, ob er das überstanden hätte. "Ich möchte Menschen den Mut machen, sich vor Übergriffen durch den Staat zu wehren."

Erklärung von Bernhard Fricke

Bernhard Fricke gab zudem eine schriftliche Erklärung zu den Vorfällen ab, die wir hier im Wortlaut veröffentlichen:

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