Für ein neues Miteinander im Dorf

Kind- und Familienzentrum Halfing startet Projekt „Dorfkind“

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Die Präsentation der Ergebnisse der Kinderumfrage.

Halfing - Das Projekt "Dorfkind" hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein neues Miteinander im Dorf zu gestalten. Dazu wurden über 100 Kinder befragt. Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt.

Im Kind- und Familienzentrum Halfing (www.kifazi.de) wurde bei einem Weisswurstfrühstück das Projekt „Dorfkind“ präsentiert, mit dem den Bedarfen von Begegnung und Beteiligung von Kindern, Jugendlichen, Familien und Erwachsenen im ländlichen Raum Rechnung getragen werden soll. Bereits bei den „Dorfgesprächen“ (www.dorfgespraech.net) in Halfing im Sommer 2017 waren die Themen eines neuen Miteinanders auf dem Dorf, der Gestaltung einer aktiven Dorfmitte sowie die Vernetzung bestehender Ressourcen im Dorf zur Sprache gekommen. Es wurde als eine der großen Herausforderungen benannt, alle, die zum dörflichen Lebensumfeld gehören, mit einzubinden in einem soziales Netzwerk Teilhabe zu ermöglichen.

Was will man der nächsten Generation weitergeben?

Silke Kochendörfer-Schneeweis, Geschäftsführerin der Kochendörfer gGmbH, sowie Florian Wenzel, Projektleiter des „Dorfgesprächs“ begrüßten die anwesenden Vertreter von Kirche, Gemeinderat, Vereinen, der Caritas und dem Landratsamt sowie Familien und Ehrenamtliche, die sich für das Projekt aktiv einsetzen. Nach einer interaktiven Reflexion über eigene „Dorfkind-Momente“ an den Tischen überlegten die Anwesenden, welche Werte ihnen persönlich wichtig sind, um sie an die nächste Generation auf dem Dorf weiterzugeben. Dabei wurde deutlich, dass trotz insgesamt größerem Wohlstand, Mobilität und umfassendem Entertainment Werte wie Freiheit und Solidarität immer neu belebt werden müssen. 

Seitens des Kind- und Familienzentrums als langjährige Halfinger Kindertageseinrichtung mit direktem Kontakt zu Familien wird ebenfalls beobachtet, dass der gesellschaftliche Wandel auch vor dem Dorf nicht Halt macht: Beispielsweise verändern die Ökonomisierung der Lebenswelt sowie die starke berufliche Einbindung von Eltern ehemalige freie Erfahrungsräume von Kindern und Jugendlichen sehr stark und führen zu „getakteter Freizeit“ mit Stresspotential.

Über 100 Kinder wurden befragt

Katharina Opitz, Leiterin der Einrichtung stellte anschließend die Auswertung einer Befragung von 112 Kindern im Alter von 3 bis 11 Jahren vor, die in Kooperation mit der örtlichen Grundschule durchgeführt wurde. Folgende Fragen wurden gestellt: Wo verbringst Du am liebsten Deine Freizeit? Mit wem spielst Du gerne? Wo ist Dein Lieblingsplatz in Halfing? In welchen Vereinen bist Du aktiv? Die Ergebnisse gaben einen Aufschluss über die aktuelle Situation von Kindheit und Familie auf dem Land heute. 

In den Ergebnissen wurde einerseits die bestehende gute Infrastruktur von Halfing mit Spielplatz, Naturerlebnisweiher, Skaterplatz und Fußballplatz deutlich; andererseits zeigte sich die Herausforderung,immer wieder Räume zu erhalten, in denen Kinder ohne Begleitung Erwachsener Kind sein können. Diese Räume sind nicht beliebig: Gerade die Möglichkeit der Begegnung von Kindern, Jugendlichen und Familien aus ganz unterschiedlichen Erfahrungswelten muss aktiv gestaltet werden. 

Zahlreiche Unterschiede wurden ersichtlich

So zeigte die Befragung, dass ein erheblicher Unterschied der dörflichen Eingebundenheit zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund oder mit Fluchterfahrung besteht und dass viele dörfliche Angebote eher die Bedürfnisse von Jungen als von Mädchen berücksichtigen. Zudem scheinen kleinere Kinder sich noch oft zu begegnen, während Jugendliche in Halfing sich ins Private und auch aus den Vereinsaktivitäten eher zurück ziehen. 

Außerdem wird es immer wichtiger, im Sinne des Lernens von Generation zu Generation wieder Möglichkeiten zu schaffen, bei denen unterschiedliche Altersgruppen in gemeinsamen Aktionen aktiv miteinander vernetzt werden. Auch das Erleben unterschiedlichen Berufswelten ist nicht mehr selbstverständlich, sondern muss organisiert werden. Zur Befragung wurde parallel ein Film gedreht, in dem Kinder und Jugendliche in Halfing zur Sprache kommen, dieser ist unter vimeo.com/dorfgespraech abrufbar.

Neues Veranstaltungsprogramm geplant

Um den Umfrageergebnissen Rechnung zu tragen, wird sich das Kind- und Familienzentrum Halfing öffnen und ab September 2018 in einem neuen Veranstaltungsprogramm mit dem Titel „Dorfmitte. Halfinger Angebote für Groß und Klein“, welches an alle Halfinger Haushalte verteilt wird, offene Treffs, Kurse und Begegnungsmöglichkeiten anbieten. In Kooperation mit Grundschule, dem AWO Haus für Kinder, Vereinen und der Kirche werden u.a. Koch- und Sportangebote, Besuche bei örtlichen Gewerbeeinrichtungen, eine Krabbelgruppe, Familienfussball, ein Trommel- und ein Filmkurs von Jugendlichen für für Jugendliche, ein Familienfrühstück sowie Näh- und Bastelangebote für Kinder durchgeführt. Außerdem können Einzelpersonen die Räume nutzen, um ihr Wissen und Können weiter zu geben.

Die Angebote finden in den Räumlichkeiten des Kollmann-Hauses im Zentrum Halfings statt. Gleichzeitig können in das Programm, das sich als zentrale Informations- und Vernetzungsplattform in Halfing etablieren möchte, auch Angebote und Termine anderer Gruppierungen in Halfing aufgenommen werden. Interessierte können sich bei Katharina Opitz unter Telefon 08055 / 903236 melden.

Pressemeldung Kind- und Familienzentrum Halfing

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