Hundtrainerin aus Höslwang erklärt, was dahinter steckt *Mit Voting* 

Wie ticken Hunde? Spezieller Führerschein bringt Licht ins Dunkel 

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Andrea Aß ist leidenschaftliche Hundetrainerin und Besitzerin zweier Hunde. Links ist sie mit ihrem älteren Rüden Lino zu sehen. Im rechten Bild ist sie beim Training. 
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Höslwang - Lernen den Hund zu verstehen und sich in seine Lage versetzen zu können - das ist der Wunsch vieler Herrchen und Frauchen. Deshalb setzt Andrea Aß auf den sogenannten Hundeführerschein. Was dahinter steckt und warum sie jedem Hundehalter ans Herz legt, das besondere Training samt Prüfung zu absolvieren. 

Bei Andrea Aß dreht sich alles um vier Pfoten - die Besitzerin der Hundeschule und des Hundehotels am Ortsrand von Höslwang hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hundehaltern mehr beizubringen, als nur die regulären Pflichten als Herrchen und Frauchen zu erfüllen. Die 43-Jährige hat selbst zwei Hunde, der kleine Marley, ein Rhodesian Ridgeback, ist noch kein ein halbes Jahr alt. 

Eine Intuition von Andrea, die auch Seminare und Vorträge anbietet: Der Hundeführerschein. "Im Grunde ist es wie beim Autoführerschein. Die Hundebesitzer trainieren und üben in Theorie- und Praxisstunden. Am Ende müssen sie die Prüfung bestehen - natürlich gemeinsam mit ihrem Hund, denn die Prüfung ist Halter-Hund-bezogen." 

Hundeführerschein: Das steckt dahinter

Hundeführerscheine werden von der IBH (Internationaler Berufsverband der Hundetrainer & Hundeunternehmer) und BHV (Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater e.V.) angeboten. Zur Prüfungsablegung kommt ein externer Prüfer. Die Idee, dass Andrea Training für Hundeführerscheine anbietet, entstand durch Nachfragen von Kunden, die bei Andrea bereits in der Hundeschule waren. 

Ihr Angebot kommt bei den Hundehaltern an: Bis zu acht Prüflinge hat sie pro Jahr - bisher haben alle bestanden. Seit drei Jahren bietet sie den Führerschein für Vierbeiner an. "Die meisten Kunden sind Privatleute, die ihre Hunde einfach besser kennen lernen und verstehen wollen", erklärt Andrea. 

Eine Pflicht für Hundehalter in Bayern, den Füherschein zu machen, existiert nicht. 280 Euro kostet der Hundeführerschein - dazu kommt die Prüfungsgebühr. 

Spielerisch lernen - das funktioniert auf dem Hundeplatz von Andrea Aß in Höslwang. 

Theorie und Praxis - wie beim Autoführerschein: 

In den insgesamt fünf Stunden Theorie lernen die Hundehalter zunächst grundlegende Dinge: Von Welpenerziehung und das soziale Verhalten des Hundes über Krankheiten bis hin zu rechtlichen Grundlagen. "Kinder unter 15 Jahren beispielsweise sind eigentlich gar nicht befugt, mit dem Hund alleine spazieren zu gehen - dass das das Gesetz verbietet ist vielen nicht bekannt", betont Andrea. "Ich biete sehr viel Fachwissen, weil es mir wichtig ist, dass der Mensch versteht, wie sein Hund tickt." 

Die Theorie wird begleitet von bis zu acht Praxistunden im reizarmen Raum wie auf dem Hundeplatz als auch in hektischen Städten. Die Übungen finden in Kleingruppen statt - bei zu vielen Teilnehmern würden die Hunde nur abgelenkt werden. 

Dann geht es mit der Gruppe quer durch die Region: Stadttraining, Ladenbesuche, Schifferlfahren am Chiemsee oder Zugfahren - all das, was die Tiere im Alltag erwartet, wird gezielt geübt. 

Das Ziel von Andrea: Den Haltern beibringen, ihren Hund zu verstehen, Situationen besser einschätzen können und dem Hund helfen, bestimmte Dinge zu meistern. "In der Praxis sind Grundkommandos mit und ohne Leine freilich das A und O -die Hunde müssen zu jeder Zeit abrufbar sein. Unabdingbar ist beispielsweise auch Maulkorb-Training als Teil des Hundeführerscheins. Es gibt zwar bundesweit keine einheitliche Regelung, in einigen deutschen Bundesländern aber, in Österreich sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn und auf Schiffen gilt Maulkorb-Pflicht für den Hund", mahnt Andrea. Konkret muss es der Hund schaffen, zehn Schritte ohne Abwehrreaktionen zu gehen. 

Auch Zugfahren ist Teil des Praxistrainings. 

Regelmäßig üben - aber gewaltfrei

Ohne ausreichend Üben geht hier nichts, wie die Hundetrainerin weiter erklärt: "Hunde lernen durch Konditionieren und Verknüpfen. Logisch denken, das kann der Hund nicht. Deshalb sind wiederholende Übungen, die schrittweise gesteigert werden, unentbehrlich. Durch diese Generalisierung funktionieren Kommandos am Ende überall." 

Andrea legt bei ihrer Arbeit viel Wert auf verständnisvollen und gewaltfreiem Umgang mit dem Hund, sie ist Mitglied bei dem Trainerverein "Trainieren statt Dominieren"

Auch wenn es keine Pflicht gibt, Andrea kann den Hundeführerschein nur jedem Hundehalter wärmend ans Herz legen, denn "gemeinsamer Erfolg schweißt Hund und Herrchen oder Frauchen zusammen".

Ihre Meinung zum Hundeführerschein: 

mb

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