Nach Bürgerentscheid Pro Erhalt Spiel- und Bolzplatz am Dorfanger 

BI-Sprecher Lentner überglücklich - Bürgermeister Maier spricht von "vertaner Chance für Höslwang" 

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Die Höslwanger haben entschieden: Sie wollen ihren Treffpunkt für Jung und Alt am Dorfanger im Herzen der Gemeinde behalten. 
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Höslwang - Die kleine Gemeinde hat ihren ersten Bürgerentscheid hinter sich gebracht. Mehrheitlich sprachen sich die Höslwanger dafür aus, dass der Spiel- und Bolzplatz als Treffpunkt für Jung und Alt am Dorfanger nicht einem kommunalen Wohnbauprojekt weichen soll. Die Reaktionen der Beteiligten: 

Das war deutlich: 339 Bürger stimmten mit "Ja" für den Stopp der Verfolgung sämtlicher Planungen bezüglich einer Bebauung am Dorfanger. Die Gegenseite der insgesamt 545 abgegebenen Stimmen bildeten 206 "Nein"-Stimmen

Damit wurde das Quorum von 20 Prozent an Stimmen für die Ansicht der Bürgerinitiative erreicht - was Wolfgang Lentner, den Sprecher der Bürgerinitiative "Keine Bebauung am Dorfanger", am Abend der Entscheidung vor Freude fürs Erste die Sprache verschlug. 

Das Endergebnis vom Wahlabend am 20. Januar. 

Er sei bereits den ganzen Tag nervös gewesen, wie er kurz vor der Auszählung erklärte. Wie das Ergebnis ausfallen könnte, habe er zu dem Zeitpunkt noch überhaupt nicht einschätzen können. 

Wie denkt Lentner nun darüber, nachdem fest steht, dass die Bürgerinitiative genug Zuspruch erhalten hat, dass es für den Stopp der Bauplanung am Dorfanger genügt? "Mir fällt ein Stein vom Herzen. Ich hätte es in dieser Deutlichkeit nicht erwartet und bin überglücklich. Über 50 Prozent Wahlbeteiligung ist ein Wahnsinn für das kleine Höslwang und zeigt auch, dass die Bürger von ihrem demokratischen Recht bei der Zukunftsgestaltung des Dorfes mitzureden Gebrauch machen wollten." 

Mehrheit der Höslwanger gegen Bebauung am Dorfanger 

Am 18. Januar, zwei Tage vor dem Entscheidungstag, hat die BI noch eine Bürgerinformationsveranstaltung abgehalten. Lentner dazu: "An dem Abend waren zwar gefühlt mehr Befürworter unseres Anliegens da, allerdings drehten sich rund 80 Prozent der Wortmeldungen um die Befürwortung des geplanten Wohnbauprojekts. Es war eine gute Diskussion, bei der für Verständnis für beide Seiten vorhanden war und man hat gespürt, dass bei den Bürgern ein Gesprächsbedürfnis vorhanden war. Dennoch bin ich eher mit einem pessimistischen Gefühl aus der Versammlung heraus gegangen - umso mehr freut es mich jetzt, dass wir tatsächlich die Mehrheit erzielt haben." 

Zwei Dinge bewegen den BI-Sprecher jetzt: Zum einen habe der Entscheid gezeigt, dass 62 Prozent der Höslwanger kein Verständnis für das Bauprojekt in dieser Form und an dieser Stelle haben. Gegen das Bauvorhaben an sich seien die Bürger aber nicht. An einer anderen Stelle sei so ein Projekt durchaus sinnvoll, aber nicht am Dorfanger. Nun müsse man schauen, ob man nicht auf Kirchengrund ausweichen könne, nachdem der Dorfanger das letzte gemeindeeigene Grundstück darstelle im Gemeindegebiet. 

Kirchengrund eine Alternative? 

Zum Anderen betont Lentner, dass es ihm wichtig sei, dass die BI mit ihrem Bürgerbegehren in keinster Weise die Arbeit des Gemeinderats anmaßen oder kritisieren habe wollen, zumal auch viele Gemeinderäte hinter dem Anliegen der Initiative gestanden hätten. 

"Mir liegt nun viel daran, dass wir in der Gemeinde wieder zusammenarbeiten können und gemeinsam an einem neuen Standort für ein Wohnbauprojekt arbeiten." Denkbar sei in den Augen Lentners das Areal des Wertstoffhofs, würde man diesen verlegen. "Es gibt einige Flächen, deren Nutzung in der Schwebe liegen," blickt Lentner optimistisch nach vorne. 

Gute Zusammenarbeit das "A und O"

Dass man wieder konstruktiv miteinander arbeiten kann in Höslwang, das sei auch für den Zweiten Bürgermeister, Robert Kailer, essentiell. Das betonte er noch am Wahlabend nach der Entscheidung in Vertretung für den Ersten Bürgermeister, Matthias Maier, der krankheitsbedingt verhindert war. 

"Eine gute Zusammenarbeit ist das A und O - besonders in einer so kleinen Gemeinde, wie Höslwang eine ist und in der sich jeder kennt", akzentuierte Kailer. 

Bürgermeister Maier sieht keine Alternative 

Wie es nun aber konkret weitergehen werde, das könne er noch nicht abschätzen. Für Bürgermeister Matthias Maier hingegen gibt es für das Wohnbauprojekt in Höslwang "keine Alternative" mehr. Mit dem Ergebnis des Bürgerentscheids sei das Projekt "gestorben". Maier dazu: "Das ist sehr sehr schade, eine große Chance für Höslwang wurde damit vertan." 

"Der Dorfanger war der letzte gemeindeeigene Grund, wo sonst sollen wir so ein Projekt verwirklichen? Ich sehe keine Alternative", betont der Bürgermeister am Montagvormittag im Gespräch mit rosenheim24.de und hebt hervor, dass Flächen der Kirche vor allem aufgrund der hohen Erbpacht nicht in Frage kämen. "Um das stemmen zu können, müssten wir entweder den Mietpreis erhöhen - dann hätten wir aber keine sozialverträglichen Mieten mehr - oder aber die Baukosten senken, was auch nicht geht."

Maier wolle nun wohlwollend weiterarbeiten, das Wohnbauprojekt in Höslwang ist für den Bürgermeister aber fürs Erste komplett vom Tisch. 

Ihre Meinung zum Entscheid in Höslwang: 

mb

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