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Produkte im Laden abholen vielerorts möglich

Lookdown im Lockdown: Mit Friseurtipps von Profis aus Prien durch die Coronazeit

Andrea Hronek vor dem Lockdown im Salon.
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Andrea Hronek vor dem Lockdown im Salon.

Je länger der Lockdown, umso wilder die Locken. Keine Frage. Unter den vielen Angeboten fehlt vor allem eines mit jedem Tag mehr: der Besuch beim Friseur.

Prien – Der morgendliche Blick in den Spiegel lässt daran keinen Zweifel aufkommen. Haare wuchern, Frisuren entgleisen, die Farben wachsen in unerwünschten Naturtönen nach. Doch was tun? Unsere Zeitung holte bei Priener Friseursalons Tipps ein, wie man sich frisurentechnisch durch den Lockdown retten kann. Friseurmeisterin Andrea Hronek apelliert, keine Schwarzarbeit in Anspruch zu nehmen.

Erinnerungen an Wohlfühlbesuche

Style, Barber, Great Lengths, Beauty – welch verlockende Worte und zurzeit so weit entfernt. Was per Mausklick auf der Internetseite des Priener Salons „Steinzeit für Haare“ zu sehen ist, weckt Erinnerungen an gut duftendes Shampoo, Kopfmassage, an das rasche, geschäftige Klick-Klack der Schere, warme Föhnluft, und am Ende an die stolze Präsentation über den kleinen Spiegel am Hinterkopf, um die ganze Pracht der neuen Frisur von vorne und hinten betrachten zu können.

Die Priener Steinzeit-Salon-Inhaberin Andrea Hronek kann die Nöte gut nachvollziehen. Grundsätzlich gebe es die Möglichkeit, sich beim Friseur telefonisch oder per Mail zu melden, beraten zu lassen und Pflegeprodukte abzuholen. „Viele Frauen haben das Problem mit der Farbauffrischung“, erklärt sie. Hier gebe es die Möglichkeit, mit einem speziellen wasserfesten Haarpuder nachwachsende graue Haaransätze dunkelfarbig abzudecken. „Das nehmen viele in Anspruch, das kann sich jeder selbst auftragen.“

Mit Tüchern und Haarreifen kaschieren

Bei Blond sei dies leider nicht möglich. „Da kann man viel mit Tüchern und breiten Haarreifen kaschieren“, so Hronek. Auch der Kreuzscheitel, der im Zickzack gezogen wird, sei eine Möglichkeit. Gegen trockenes Haar und Spliss empfiehlt sie Pflegeprodukte, wie zum Beispiel Haarspitzenfluid oder spezielle Öle.

Friseurmeisterin Nici Kotzbauer vom Friseursalon „Hair & Cosmetic“ rät bei halblangen Haaren und aus der Form geratenem Hinterkopf zu Lockenstab und Heißwicklern mit Keramikbeschichtung. „Haare waschen, Festiger einmassieren, ganz trockenföhnen und dann den Lockenstab oder die Wickler verwenden – das hält gut.“ Die Lockenwickler sollten eine Stunde lang im Haar bleiben.

Gemischte Haarfarbe zum Abholen bereit

Männern empfiehlt sie Haargel. „Wenn die Haare an den Seiten über die Ohren wachsen, kann man sie mit Gel nach hinten stylen.“ Viel liege am Ausprobieren. Die Friseure stünden telefonisch mit Rat und Tat zur Seite. „Mich rufen viele Kundinnen an und fragen, was sie wegen der Farbe tun sollen.“ Kotzbauer stellt auf Bestellung die fertig gemischte Haarfarbe zum Abholen vor die Türe. Überhaupt empfiehlt sie Qualitätsprodukte vom Friseur.

Appell: Keine Schwarzarbeit in Anspruch nehmen

Grundsätzlich bittet Saloninhaberin Andrea Hronek vom Salon Steinzeit: „Ich kann nur appellieren, durchzuhalten und zu warten, bis die Friseure wieder öffnen dürfen und nicht die Schwarzarbeit zu fördern.“ Das tue den Friseuren nämlich weh und sei kontraproduktiv, weil es dem Effekt entgegenwirke, dass sich möglichst wenig Menschen treffen sollen. Hinzu kommt: „Wir bekommen so viele unmoralische Angebote und es gibt hohe Strafen. Ich könnte sogar meinen Gewerbeschein verlieren. Wir wollen doch auch die Arbeitsplätze erhalten.“

Sie kann ihren Ärger über Fotos mit frisch gestylten Promi-Fußballern nicht verhehlen. „Das ist wie in einer Zwei-Klassengesellschaft. Die normalen Leute dürfen nicht zum Friseur gehen.“ Dabei seien der Friseurbesuch und das äußere Erscheinungsbild für viele Menschen so wichtig für die Seele und das Wohlbefinden.

Keine Experimente mit Blondierungen

„Wir arbeiten seit Mai nach einem ausgeklügeltem Hygienekonzept“, argumentiert Hronek. „Es ist kein Fall bekannt, dass sich jemand beim Friseur mit Corona angesteckt hat. Umso unverständlicher ist uns, dass wir zugesperrt bleiben müssen.“ Inzwischen werden die finanziellen Sorgen bei ihr auch drückender. „Ich habe Miete und 15 Mitarbeiter zu bezahlen, das Kurzarbeitergeld müssen wir vorstrecken. Mein Konto ist leer.“

Vor kurzem eröffnete Friseurmeisterin Petra Fischbacher einen neuen Friseursalon in Prien. Für sie ist es nicht leicht, dass kurz nach ihrer Geschäfts-Eröffnung in Prien Corona die Schließung erzwang. In der Hoffnung, dass bald wieder geöffnet werden kann, empfiehlt sie ihren Kunden vor der Tür: „Lieber warten Sie mit dem Haareschneiden bevor ein Unglück passiert. Besonders bei blonden Haaren ist es gefährlich, diese im Selbstversuch zu behandeln“.

Bei der Polizei aktuell kein Fall von Schwarzarbeit bekannt

Letztlich bleibt nur ein Trost: Es geht allen gleich. Laut Pressesprecher Martin Emig vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd ist dort übrigens aktuell kein Fall bekannt, in dem wegen „Schwarzschneidens“ eingeschritten werden musste.

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