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Ordnungsamt legt im Hauptausschuss die Zahlen vom ersten halben Jahr vor

Prien: Das E-Carsharing nimmt Fahrt auf

Der elektrobetriebene Renault ist bereits 1000 Stunden im Monat im Einsatz.
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Der elektrobetriebene Renault ist bereits 1000 Stunden im Monat im Einsatz.

„Schon relativ beachtlich“ nannte Martin Plenk vom Ordnungsamt den bisherigen Erfolg des E-Carsharing der Marktgemeinde in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. Er legte dem Gremium nach dem ersten halben Jahr eine erfreuliche Bilanz vor: Schon jetzt ist das Auto 1000 Stunden und 100 Stunden pro Monat im Einsatz, monatlich kamen 20 neue Nutzer dazu.

Prien – Auch Auswärtige nutzen das Angebot vor Ort. Eine Abstimmung zu den Ausführungen war in der jüngsten Sitzung des Hauptausschuss nicht notwendig. Der Marktgemeinderat hatte im Juni vergangenen Jahres den Beschluss gefasst, das Carsharing in Prien einzuführen. Die Bedingungen waren denkbar günstig. Wie berichtet stellt die Überall UG aus Breitbrunn das Auto für die nächsten zwei Jahre kostenlos zur Verfügung. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein E-Auto der Marke Renault Zoe. Der Vorführwagen würde von der Firma selbst nur wenige Wochen im Jahr benötigt, führte Gesellschafter Felix Weiß damals aus.

Nutzerzahlen steigen

Zu diesem Angebot sagte der Marktgemeinderat nicht nein. Ein Stellplatz mit Lademöglichkeit war am Bahnhof rasch gefunden und Mitte Juli erfolgte die Inbetriebnahme. Dies sei so rasch möglich gewesen, weil die gemeindlichen Einrichtungen wie Wasserwerk und Bauhof selbst Hand angelegt hatten. So war zum Beispiel ein Kabel von der Alten Post zur Ladestation verlegt worden.

Waren es laut Statistik von Plenk im September noch 27 registrierte Nutzer mit knapp unter 500 gefahrenen Kilomtern, so verdoppelte sich die Zahl innerhalb eines Monats auf 48 registrierte Nutzer und am 31. Dezember waren es schon 81, mit einer Nutzungsdauer von 380 Stunden und fast 3200 gefahrenen Kilometern.

„Die Sache kommt langsam in Schwung“, sagte Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG).

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Von wöchentlich zwei Anrufern, die sich im Priener Rathaus nach dem E-Carsharing erkundigen, berichtete Plenk weiter. Darunter seien viele ältere Personen, die selbst kein Fahrzeug mehr zuhause hätten und „offenbar auch Technik-affin“ seien. Die Buchung über die App sei für sie kein Problem.

Das Fahrzeug, so informierte Plenk weiter, sei ideal für eine Fahrt im Umkreis von 50 bis 100 Kilometer. „Ich bin positiv gestimmt, dass das E-Carsharing auch in Zukunft immer mehr angenommen wird“, so seine Worte.

Der Bürgermeister berichtete, dass die Prien Marketing GmbH derzeit Flyer erstelle. Diese sollten auch bei Vermietern und Hotels aufgelegt werden. „Wir rechnen mit einer deutlichen Steigerung und Nutzen für uns als Gemeinde“, so Friedrich. Er sprach dem Grünen-Gemeinderat Leonhard Hinterholzer seinen Dank aus, der die Kontakte zur Überall UG hergestellt hatte: „Andere Gemeinden müssen bezahlen, wir haben das Auto kostenlos zur Verfügung, das ist perfekt.“

Bürgermeister fasst Nachfolge ins Auge

Wenn das E-Carsharing weiterhin so gut laufen, müsse man sich im Marktgemeinderat Gedanken machen für ein Nachfolgeprojekt. Angela Kind (Grüne) wollte wissen, ob Touristen das Auto auch nutzen. Plenk sagte, er könne anhand der Statistik nur sagen, dass von den 81 Nutzern 52 aus Prien kommen. Unter den wöchentlichen Anrufern, die im Rathaus nachfragten, seien aber auch Touristen, die mit dem Zug anreisen wollten. Eine Statistik dazu habe er nicht.

Ulrich Steiner (Grüne) sagte, er freue sich über den Erfolg. Er wies auf das Potential des E-Carsharing hin. Er selbst nutzt das Auto regelmäßig, wie er im Nachgang im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen (siehe Kasten) berichtete. In diesem Gespräch wies er auf das hohe Verkehrsaufkommen in Prien hin, dass mit wachsenden Wohnungsangebot noch steige. Steiner geht davon aus, dass mit E-Carsharing Zweitwagen eingespart und automatisch Verkehr reduziert werden könnte: „Wer kein Auto in der Garage hat, geht auch öfter einmal zu Fuß oder fährt Rad.“

Jede Woche mit dem E-Auto für Ausflüge unterwegs:

Grünen-Marktgemeinderat Ulrich Steiner nutzt das E-Carsharing in Prien wöchentlich. Auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen berichtet er von Ausflügen bis 100 Kilometer, die er und seine Familie mit dem Fahrzeug unternehmen. Sein eigenes Auto habe er im November abgemeldet und er werde es künftig als Saisonfahrzeug nutzen – zum Beispiel für die Fahrt in den Urlaub. Sein Vorteil sei, dass er in Prien wohne. Die Kinder könnten zu Fuß zur Schule und zum Verein gehen. Steiner hat gute Erfahrungen mit dem E-Carsharing gemacht: „In der Regel ist es voll beladen und dann kann man bis 200 Kilometer weit fahren.“ Für Notfälle liegt eine Telefonnummer im Auto bereit, sofern man Bedienungshilfe braucht. Das Umsteigen von einem herkömmlichen auf ein E-Auto sei nur anfangs ungewohnt. „Ich habe mir tatsächlich vor der ersten Fahrt youtube-Videos angeschaut“, erzählt Steiner. Das empfiehlt er auch anderen Nutzern, um sich mit der Technik schon vorher ein wenig vertraut zu machen. Ansonsten resümiert er: „E-Autofahren macht Spaß.“ Er ist sich sicher: „Ohne das E-Carsharing in Prien hätte ich mein Auto nicht abgemeldet.“ Die App, über die das Auto gebucht werden kann, sei einfach zu handhaben. Dafür müsse man sich nur einmal registrieren, was in wenigen Minuten erledigt sei.

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