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Chiemgauer im Aufwind

OVB
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1,2 Millionen "Chiemgauer" wurden im vergangenen Jahr eingetauscht.

Prien - Trotz Weltwirtschaftskrise hat der "Chiemgauer" seine Erfolgsgeschichte auch 2009 fortgesetzt. Es wurden 1,2 Millionen Einheiten der Regionalwährung eingetauscht und 36.000 "Chiemgauer" für einen guten Zweck erwirtschaftet.

Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 20 Prozent.

In 2009 stiegen die Gesamtumsätze der Akzeptanzstellen von drei auf vier Millionen "Chiemgauer". Besonders positiv hat sich die Weitergabe zwischen "Chiemgauer"-Unternehmen entwickelt.

"Mit dem ,Chiemgauer' bewegt sich was in der Region, jeder eingetauschte Euro erzeugt einen Umsatz von drei ,Chiemgauern'", begründet Gründer und Vorstand Christian Gelleri die Entwicklung.

Damit habe das Regiogeld seine selbst gesetzten Ziele erreicht: regionale Wirtschaftskreisläufe schaffen, kleinere Unternehmen fördern, Arbeitsplätze sichern und Vereinen helfen.

Mit 36.000 "Chiemgauern" an ausbezahlten Fördergeldern habe der Verein seine bisherigen Erfolge nochmals übertroffen. Insgesamt erwirtschaftete der "Chiemgauer" für gute Zwecke bisher 119.231 Euro.

Die gute Entwicklung ist Gelleri zufolge einem seit sieben Jahren bestehenden, immer besser funktionierenden Verbund von Verbrauchern, Unternehmern und Vereinen zu verdanken. 2000 Verbraucher tauschten über 1,2 Millionen "Chiemgauer". Dass die Umsätze viel höher liegen, zeige, dass das Regionalgeld viel schneller umläuft als der Euro.

Der "Chiemgauer" ist eigenen Angaben zufolge mit einem Umsatz von vier Millionen "Chiemgauern" in 2009 die erfolgreichste Regionalwährung in Deutschland. Der gleichnamige Verein wird getragen von 2000 Mitgliedern, 600 Unternehmern und 200 Vereinen, die im vergangenen Jahr mit 36.000 "Chiemgauern" gefördert werden konnten.

Der Wert des "Chiemgauers" entspricht im Verhältnis eins zu eins dem Euro und wird mit diesem gedeckt. Das Regionalgeld besitzt einen so genannten Umlaufimplus (Negativzins) von zwei Prozent und ist alle drei Monate aufzuwerten, wenn er nicht weitergegeben wird.

Mit dieser "Erinnerungsfunktion" ausgestattet, werden eine hohe Umlaufgeschwindigkeit erreicht und spekulative Geldeigenschaften ausgeschlossen.

Möchten Unternehmer "Chiemgauer" in Euro umtauschen, wird der Regionalbeitrag fällig. Diese Rücktauschgebühr soll dazu beitragen, den "Chiemgauer" im Kreislauf zu halten.

2007 hat der Verein seine wirtschaftlichen Tätigkeiten in die Sozialgenossenschaft "Regios eG" ausgelagert.

Der "Chiemgauer" ist aus einem Schülerprojekt hervorgegangen, das 2003 an der Freien Waldorfschule Chiemgau in Prien seinen Anfang nahm. Chiemgauer-Gründer, Diplom-Handelslehrer Gelleri, ist bis heute Erster Vorsitzender und Geschäftsführer der "Regios eG".

re/Chiemgau-Zeitung

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