Grundrechte vs. Gesundheit: Das sagen die Veranstalter der Demo in Prien 

"Für diese großen Opfer können wir den Sinn nicht mehr sehen"

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Auch in Prien am Chiemsee sahen sich viele Menschen gezwungen auf die Straßen zu gehen, um für ihre Grundrechte zu kämpfen. 

Prien am Chiemsee - Die vielen Grundrechts-Demonstrationen am Wochenende spalten die Gesellschaft. Während viele Bürger um ihre Grundrechte auf den öffentlichen Straßen und Plätzen kämpfen wollen, halten andere diese Maßnahmen für egoistisch und unverantwortlich. Die Veranstalter der Demonstration in Prien äußern sich nun im Interview mit rosenheim24.de.

38 Demonstranten fanden sich laut Aussage der Polizei am Samstag auf dem Priener Marktplatz ein, um mit Gesängen Transparenten und Schildern für ihre Grundrechte zu demonstrieren. 50 Personen waren im Vorfeld von den Veranstaltern Johanna und Kornelius Fuhrer angemeldet. Dazu gesellten sich viele weitere Personen und Passanten, die sozusagen als Zuschauer um die Demonstranten herum, die sich in einem abgegrenzten Bereich aufhielten, standen. Die Polizei hat die Veranstaltung auch trotz der vielen Menschen, die vor Ort waren, nach eigener Aussage aus Gründen der Verhältnismäßigkeit nicht aufgelöst, da sich alle friedlich verhielten. Dennoch haben die Beamten die Menschen angewiesen Abstände einzuhalten.


Grundrechte vs. Gesundheit

Die Welt, Europa, Deutschland und auch unsere Region leidet unter dem Coronavirus und seinen Folgen. Im Kampf gegen das gefährliche Virus ergriffen die Regierungen drastische Maßnahmen. In der ganzen Welt wurden Ausgangssperren verhängt, Reiseverbote ausgesprochen und Versammlungen untersagt. 

Diese Maßnahmen spalten derzeit die Gesellschaft. Die Einen sehen keine andere Möglichkeit als die von der Regierung beschlossenen Einschränkungen, um das Virus einzudämmen, die Anderen sehen sich dadurch in ihren Grundrechten beschnitten. Kritiker der Maßnahmen sind überzeugt, dass die Einschränkungen unverhältnismäßig, und in dieser Form nicht nötig seien, um dem Virus Herr zu werden. Viele gingen daher am vergangenen Samstag nicht nur in Prien auf die Straße


Corona-Demo in Prien am Chiemsee am 9. Mai - Teil 2

 © Rosemarie Ammelburger
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Weitere Demos in Rosenheim, Traunstein

Auch in Rosenheim und Traunstein demonstrierten zahlreiche Menschen für ihre Grundrechte und teils auch gegen eine Impfpflicht und ernteten dafür Einiges an Kritik. In einer Leserumfrage, die Ihr weiter unten im Artikel findet, zeichnet sich das Meinungsbild unserer Leser ab. Über 14.000 Leser haben bereits abgestimmt (Stand 13. Mai, 10.55 Uhr).

rosenheim24.de hat Kornelius Fuhrer, der zusammen mit seiner Frau Johanna Fuhrer die Demonstration mit dem Titel "Demo für die Grundrechte" in Prien zu ihren Beweggründen, ihren Forderungen und der Kritik an der Demonstration befragt:

Johanna und Kornelius Fuhrer organisierten die "Demo für die Grundrechte" in Prien am Chiemsee

Die Veranstalter der Priener Demo im rosenheim24.de-Interview:

rosenheim24.de: Warum haben Sie die Demo ins Leben gerufen? 

Nützliche Links zu Corona:

Fuhrer: Mit unserer Kundgebung wollen wir unsere Mitbürger erinnern, aktivieren und ermutigen, für unsere Freiheit und den Frieden, hier in der Region, in unserem Land und überall auf unserer Erde. Dabei haben wir Respekt vor dem Corona-Virus, doch haben wir gleichzeitig Sorge um unsere politische, wirtschaftliche und soziale Zukunft und die unserer Kinder. Für diese großen Opfer, die wir jetzt alle erbringen und noch erbringen werden, können wir den Sinn nicht mehr sehen. Wir haben bisher weder an einer Demonstration teilgenommen, noch eine organisiert. Wir haben lange gewartet bis irgendwann die Irritation über das politische Handeln und die daraus resultierenden Konsequenzen uns so irritierte, dass wir Verantwortung übernehmen und aktiv werden mussten.

rosenheim24.de: Was sind genau Ihre Forderungen/Ihre Kritikpunkte weswegen Sie auf die Straße gehen? 

Fuhrer: Vorweg möchten wir den Geist der Bewegung für Frieden und Freiheit erklären, den wir transportieren: Wir konzentrieren unsere Kraft nicht auf den Widerstand gegen das Alte, sondern darauf, das Neue zu formen. Wir wollen keinen aufklären oder missionieren. Wir wollen keinen Hass, Frust oder Aggressionen kanalisieren oder schon gar nicht Menschen diffamieren. Wir sehen uns nicht als Verschwörungstheoretiker, Rechte, Esoteriker, Trump-Fans oder Impfgegner. Bei letzterem beispielsweise steht aus unser Sicht jedem frei sich zu Impfen, so lange es allen anderen frei steht sich nicht zu Impfen, ohne innereuropäischen Beschränkungen ausgesetzt werden zu müssen. Daher war das Kernthema der letzten Kundgebung am 9.5.2020 die Freiheit und Selbstbestimmung über den eigenen Körper sein. Unser Anliegen ist es unsere Mitmenschen mit Fragen zu dem Umgang mit uns und unserer Freiheit zum selbstständigen Denken und Fühlen zu aktivieren. Wie z.B.:
In welcher Welt wollt Ihr leben und welcher Welt sollen unsere Kinder aufwachsen? Möchtest Du Deinen Kindern zeigen, dass Gesundheit durch politisch verordnete Insolierungsmaßnahmen, Mundschutz und Impfungen, enge Restriktionen gesichert werden muss? Möchtest Du, dass dir Entscheidungen ob du Verantwortlich mit deinem Körper und deiner Gesundheit/der Gesundheit deiner Kinder umgehen kannst von politischer Stelle abgenommen werden? Ich wünsche mir und meinen Kindern eine Gesellschaft der Vielfalt an Wegen und an Meinungen ohne Zensur, denn so dürfen sie lernen und wir üben selbstverantwortlich und eigenständig zu denken und zu fühlen. Eine Welt der Würde und des Respektes vor der Mündigkeit und Selbstverantwortung. Wir wünschen uns für uns und unsere Kinder die Freiheit und den Respekt und das Recht als selbstverantwortlicher Mensch und Eltern entscheiden zu können welchen Weg der Gesunderhaltung und Heilung wir gehen möchten und welche Mittel wir wählen um Gesund zu bleiben und zu werden. Diese Verantwortung muss uns Menschen erhalten bleiben und darf nicht durch finanzielle Interessen und Machtinteressen eingeschränkt bleiben. Das Recht über den eigenen Körper und den der eigenen Kinder ohne Einschränkungen selbst zu bestimmen kann in einer freien Gesellschaft nicht beschnitten werden.
Wir legen jetzt die Weichen, wie unsere Welt heute und in Zukunft mit unser Freiheit, Selbstverantwortung und Selbstbestimmung im Zusammenhang mit vermeintlichen Bedrohungen, wie zum Beispiel durch Infektionskrankheiten, radikale, diktatorische Strömungen, umgehen wird. Denn es ist sicher, dass wir uns als Menschheit immer wieder vor neue Lern- und Entwicklungsaufgaben gestellt werden sehen. Wir wollen niemand eine Meinung aufdrücken! Wir bitten um Wachsamkeit! Jeder soll sich bewusst machen welchen großen Einfluss mit den Entscheidungen die er in jedem Moment trifft hat.

rosenheim24.de: Gehören Sie irgendeiner Partei an oder haben Sie die Demo ganz neutral als Privatperson organisiert? 

Fuhrer: Johanna Fuhrer ist selbstständig und Mutter von vier Kindern. Kornelius Fuhrer ist selbständiger Unternehmensberater und Persönlichkeitscoach. Wir sind ganz normale Bürger, Eltern, Steuerzahler. Wir gehören keiner Partei und keiner Religionsgemeinschaft an. Wir verfolgen keine wirtschaftlichen Interessen. Wir fühlen uns innerlich frei, unabhängig und sind intrinsisch zu dieser Demo motiviert.

rosenheim24.de: Wie sehen Sie den Verlauf der Demo rückblickend?

Fuhrer: Eine bezeichnende Rückmeldung, die für die vielen Teilnehmern spricht: ‘“Ein herzliches Dankeschön für eure Arbeit rund um die Demo gestern. Es war eine sehr friedliche und wohltuende Atmosphäre ohne Hetzerei, Hassreden oder Diffamierung. Ich bin auch für die Zurückhaltung der Polizei dankbar. Und Deine Worte haben mich in einer friedvollen Energie vom Marktplatz gehen lassen. DANKE! Wir sind auf dem richtigen Weg”. (Frau Brigitte G., Ärztin)

Wir haben zur Kundgebung etliche Lehrer, Ärzte, Pädagogen, Therapeuten, Musiker und Landwirte eingeladen, sind aber offen für Jedermann und -frau. Wir wünschen uns für nächstes Mal mehr deutsche bzw. regionale Lieder, die mit Freiheit und Frieden zu tun haben. Wir danken dem Irmengärtchen für die kostenlose Unterstützung im Bereich Sound & Technik.

rosenheim24.de: Es gab ja viel Kritik, dass Auflagen wie Mindestabstand und Teilnehmerzahl nicht eingehalten wurden. Was sagen Sie den Kritikern?

Fuhrer: Wir haben sehr achtsam unsere Auflagen umgesetzt, um den Behörden, insbesondere der Polizei, keine zusätzliche Arbeit zu machen. Die Kundgebungsfläche wurde durch Bänder abgegrenzt und innerhalb wurde die genehmigten Plätze im richtigen Abstand mit Kreide markiert und den Teilnehmern, die sich über eine Teilnehmerliste registriert haben, zugewiesen. Bei uns gab es daher keine Kritik und keine Probleme mit der Polizei.

Wir möchten auch nochmal ganz besonders der Polizei Prien für die exzellente Unterstützung und dem Landratsamt Rosenheim für die prompte und reibungslose Kooperation danken!

rosenheim24.de: Ist eine Demonstration Ihrer Meinung nach das richtige Mittel in Zeiten von Corona? Das wurde ja auch oft kritisiert. 

Fuhrer: Ja, das ein Mittel das wir im Moment haben, um unsere Mitmenschen zu aktivieren, um sich Ihrer Verantwortung und ihrer Gestaltungsmöglichkeiten in der Phase des Wandels bewusst zu machen.

rosenheim24.de: Sind weitere Demos geplant? 

Fuhrer: Wir organisieren noch eine letzte Demo, am 23. Mai. Mehr können wir als Familie mit drei schulpflichtigen Kindern und einem Kindergartenkind und Vollzeitbeschäftigung als Selbstständige nicht mehr leisten.

jb

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