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Millionen-Projekt

Neuer Wasserhochbehälter für 15.000 Bürger: Großbaustelle am Höhenberg-Gipfel in ganz Prien zu sehen

Der weithin sichtbare Mobilfunkmast auf dem Höhenberg im Nordwesten Priens hat Gesellschaft bekommen. Auf der Anhöhe steht mitten im Wald jetzt auch ein gelber Kran. Eine Baufirma hat im Auftrag der Gemeinde Rimsting eine Großbaustelle eingerichtet.

Prien/Rimsting – 1,5 Millionen Euro wird es kosten, die Wasserversorgung der Bürger langfristig sicherzustellen. Denn auf dem Höhenberg bauen die Rimstinger einen neuen Hochbehälter, also ein Zwischenlager für das kostbare Nass. Es wird in zwei unterirdischen Kammern Platz für 700 Kubikmeter Frischwasser bieten, erläutert Hans-Peter Jakobi von der Gemeindeverwaltung im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Versorgung mit frischem Wasser jederzeit gesichert

Ein Gutachten hatte in der Planungsphase ergeben, dass ein Neubau nicht teurer wird als eine aufwendige Instandsetzung des alten Hochbehälters. Er galt als stark sanierungsbedürftig. Bis zur Inbetriebnahme des neuen, die in etwa einem Jahr angepeilt werde, bleibt der Speicher aus den 1960er Jahren noch in Betrieb, sodass die Versorgung mit frischem Wasser jederzeit gewährleistet ist.

Die lange Bauzeit erklärt sich auch mit dem unwegsamen Gelände. Zwar existiert ein Kiesweg auf die Spitze des Höhenbergs, damit auch die Wartungstrupps der Mobilfunkanbieter zum dortigen Masten gelangen können. Damit schwere Fahrzeuge zur Hochbehälter-Baustelle gelangen können, ohne sich festzufahren, wurde aber in dem unwegsamen Gelände vor dem Aushub eine Zusatzbefestigung mit Rasengittersteinen verlegt. Spannend werde es wieder, wenn die vollen Mischer den Beton anliefern, sagt Jakobi voraus.

Wegen Handyempfang: Kran darf nicht höher als Funkmast sein

Ein Hemmnis für die Baufirma ist die Höhenlimitierung für den Kran. Eigentlich sollte ein Exemplar aufgestellt werden, das genauso hoch ist wie der Funkmast, weiß Jakobi. Das sei aber am Einspruch der Mobilfunkbetreiber gescheitert. Weil vom Masten der Richtfunk über Prien hinweg nach Osten zur Herreninsel abstrahle, durfte der Kran nicht höher sein als die Richtfunkantennen hängen.

Sonst hätte die Gefahr bestanden, dass der Handyempfang aussetzt, wenn der Schwenkarm des Krans vor den Antennen manövriert worden wäre.

Rimsting stemmt Bau ohne Fördermittel

Rimsting muss den Neubau ohne Fördermittel stemmen, aber mit Hilfe der Nachbargemeinde Riedering. Sie zahlt die Hälfte, da vom Höhenberg auch einige Riederinger Gemeindeteile mit frischem Wasser versorgt werden.

Es stammt ursprünglich aus dem Bereich um Aiterbach an der Nordwestspitze des Chiemsees. Dort fördert der Zweckverband Wasserversorgung Chiemseegruppe, ein Zusammenschluss von Prien und Rimsting, aus drei Brunnen Trinkwasser an die Oberfläche und pumpt es auf die Ludwigshöhe über Rimsting.

Hochbehälter Herzstück der Wasserversorgung für 15.000 Bürger

Der Hochbehälter dort mit 6000 Kubikmetern Fassungsvermögen ist das Herzstück der gemeinsamen Wasserversorgung für etwa 15.000 Bürger. Die unterirdische Kammer ist spiralförmig angelegt, damit das einfließende Wasser immer in Bewegung bleibt.

Von der Ludwigshöhe fließt ein Teil des Wassers dank des natürlichen Gefälles unterirdisch in Richtung Süden nach Burgersdorf und wird von dort auf den Höhenberg gepumpt.

Der Zweckverband feiert heuer sein 60-jähriges Bestehen. Seit 1961 machen die beiden Nachbargemeinden gemeinsame Sache, um ihren Bürgern immer genug sauberes Trinkwasser liefern zu können.

Wasserverbrauch seit 1961 fast verdoppelt

Seit damals hat sich der Wasserverbrauch nahezu verdoppelt. Alle drei Pumpen in Aiterbach gemeinsam fördern 161 Liter Wasser pro Sekunde, was auf den Tag hochgerechnet fast 14.000 Kubikmeter ergibt.

Nach Verbandsangaben summiert sich der Jahresverbrauch an frischem Trinkwasser auf etwa 1,5 Millionen Kubikmeter.

Der alte Rimstinger Hochbehälter auf dem Höhenberg, dessen Sanierung nicht mehr wirtschaftlich gewesen wäre, entstand in den 1960er Jahren. Damals wurden die Ortsteile Schafwaschen, Aiterbach, Hochstätt, Stetten, Burgersdorf, Otterkring, Pinswang und St. Salvator an das Versorgungsnetz angeschlossen.

Alter Behälter soll stillgelegt werden

In den 1980er Jahren war die Kapazität des Hochbehälters durch einen Anbau erweitert worden. Nach der Inbetriebnahme des neuen Hochbehälters soll der alte stillgelegt und später vermutlich abgerissen werden.

Nur einen Steinwurf vom neuen Rimstinger Hochbehälter entfernt betreibt der Markt Prien auf Rimstinger Gebiet seinen wichtigsten Frischwasserspeicher, der ebenfalls von der Ludwigshöhe aus versorgt wird. Der Hochbehälter Pinswang, fasst laut Priens Wassermeister Benjamin Simeth 2000 Kubikmeter, also fast dreimal so viel wie der neue Rimstinger Speicher nebenan.

Simeth zufolge erneuert sich der Inhalt jeden Tag, denn in Prien werden zwischen 2500 und 2800 Kubikmeter beziehungsweise 2,8 Millionen Liter Wasser am Tag verbraucht.

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert

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