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Von Bomhard soll kein Ehrenbürger mehr sein

Prien - Nach der Diskussion um die Ehrenbürgerwürde für Paul von Hindenburg in Rosenheim, steht jetzt die Ehrung für einen ehemaligen Priener Bürgermeister in der Kritik. Geht das überhaupt?

Adolf von Bomhard war von 1960 bis 1966 Bürgermeister, wenige Jahre später wurde er zum Ehrenbürger der Marktgemeinde ernannt. Ein Skandal, finden jetzt über 200 Bürger, die eine posthume Aberkennung fordern. Dies berichtet die Chiemgau-Zeitung am Mittwoch.

Adolf von Bomhard, hier auf einem Foto aus der NS-Zeit.

Der Grund: von Bomhard, der 1976 starb, war in der NS-Zeit Chef des Hauptamtes Ordnungspolizei. Erst nach Jahrzehnten wurde von der Forschung aufgeklärt, inwiefern dieses Amt und damit von Bomhard in die Verbrechen des Zweiten Weltkrieges verwickelt war.

Posthume Aberkennung noch möglich?

Nun befasst sich der Gemeinderat am 15. Mai mit dem Vorhaben.

Fraglich ist nun, ob eine posthume Aberkennung möglich ist. In Rosenheim wurde nun entschieden, dass Paul von Hindenburg die Ehrenbürgerschaft gar nicht aberkannt werden kann, weil diese mit seinem Tod 1934 erloschen sei.

Die Sprecher der Antragssteller sehen das anders: in anderen Städten und Gemeinden sei dies trotzdem möglich. Sie appellieren an den "gesunden Menschenverstand" und fordern eine "ethische und moralische Entscheidung" des Gemeinderats.

Rubriklistenbild: © Bundesarchiv

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