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Der Priener und seine Hündin im Video-Portrait

Vom Snob zum Abenteurer: Wie Chanel das Leben von Martin Ziegler auf den Kopf stellt

Priener Martin Ziegler mit seinem Hund Chanel
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Der Priener Martin Ziegler mit seiner Hündin Chanel am Chiemsee.

Martin Ziegler und Chanel gehen durch dick und dünn. Mit acht Wochen kam die Mini-Maltester-Hündin zu Martin - als „Geschenk des Himmels“, wie er selbst sagt. Das kleine weiße Fellknäuel hat das Leben des Prieners um 180 Grad gedreht. Wie genau, das verrät er uns im Interview.

Prien am Chiemsee - Ein kühler Vormittag im Mai, es bläst ein frischer Wind. Größere Wellen transportieren kleinere Schaumkronen auf dem Chiemsee. Die Bergkette umrahmt das Bayerische Meer in tiefblauen Nuancen. Wolken, Sonne und Regentropfen wechseln sich ab.

Martin Ziegler und Chanel im Partnerlook

Andere würden sich über das wechselhafte Wetter ärgern, Martin Ziegler findet es „herrlich“. Allgemein strahlt der Priener Gelassenheit und Entspannung aus, grinst über beide Ohren, als er uns begrüßt. Ausgerüstet mit wetterfester Kleidung und stilecht mit fescher Lederhosn marschiert er auf dem Steg vom SUP-Standort am Badeplatz Schraml am Priener Hafen in Richtung Parkplatz.

Neben ihm saust ein kleines weißes Fellknäuel, das Herrchen fest im Blick. Chanel, eine Mini-Maltester-Hündin, ist immer mit von der Partie und weicht Martin keinen Millimeter von der Seite. „Sie hat mein Leben verändert“, schwärmt der 44-Jährige, während wir Unterschlupf vor dem nahenden Regenschauer in der angrenzenden Holzhütte suchen. Chanel schleckt derweil freudig wedelnd eifrig unsere Hand ab.

„Chanel änderte mein Leben um 180 Grad“

„Ich war ein richtiger Snob, wollte immer das Beste vom Besten und nichts war mir gut genug“, beginnt Martin von seiner 180-Grad-Wende zu erzählen. „Und dann kam Chanel als Welpe zu mir und änderte mein Leben um 180 Grad. Sie war von nun an meine Nummer eins.“ Das liegt nun vier Jahre zurück. Das Hündchen ist fortan überall dabei und hat sich zu einem richtigen Multitalent entwickelt, fährt Ski, Stand-Up-Paddling (SUP), fliegt Tandem und erklimmt die Gipfel der Region.

„Freilich richte ich mich dabei komplett nach dem Hund“, unterstreicht Martin. Chanel sei von Anfang an trainiert, habe sich gesteigert und werde regelmäßig vom Tierarzt durchgecheckt. „Was sie nicht möchte, wird nicht gemacht. Mir ist es wichtig, dass Chanel die Aktivitäten freiwillig mitmacht und Spaß daran hat.“

Essentiell sei das gegenseitige Vertrauen als Basis zwischen Hund und Mensch: „Chanel weiß, egal, was wir unternehmen, ihr wird nichts passieren - und hat so Freude daran. Sie hat ja nur das eine Leben - so wie ich auch. Ein Tier hat dieselben Bedürfnisse wie ein Mensch und ich passe die meinen an Chanel an. Was gibt es Schöneres, als gemeinsam die Welt zu erkunden und Erinnerungen zu kreieren?

Tierwohl steht für Martin Ziegler an höchster Stelle

Seine Erlebnisse mit der Hündin teilt Martin gerne auf Instagram oder Facebook. Die Aktivität in den sozialen Netzwerken sieht er als Hobby. Er warnt aber auch vor unüberlegten Nachahmversuchen: „Viele sehen meine Posts und wollen das auch. Doch nicht jeder Hund ist ausreichend trainiert und möchte Berg gehen. Darauf muss man achten. Das Tierwohl steht an höchster Stelle.“ Chanel spaziere gerne in die Chiemgauer und auch Tiroler Berge und bekomme fast ausschließlich Quellwasser zu trinken, das Martin bei jeder Tour eigens für sie mit nach Hause nimmt.

„Ich versuche die Zeit zu genießen, die ich im Moment erleben darf“

Es ist nicht zu übersehen: Martin ist zufrieden mit seinem Leben, mit dem, was er besitzt. Sein Credo, das er jeden Tag aufs neue lebt: „Sei du selbst, denn alle anderen gibt es schon.

Dabei versucht der Priener auch von seiner Hündin zu lernen: „Chanel ist zu beneiden, sie lebt im Hier und Jetzt. Was morgen passiert, das weiß sie nicht. Wir Menschen hingegen machen uns immer viel zu viele Gedanken, grübeln nach oder planen schon die nächsten Tage, an denen dann sowieso wieder alles anders kommt, als man es sich vorstellt. Ich versuche wirklich die Zeit zu genießen, die ich im Moment erleben darf.“

Und Chanels Motto? Das lautet freilich ganz stilecht im Sinne eines echten Bergmädls: „Das Leben ist wie Bergsteigen - ohne Tal kein Gipfel.“

Mini-Maltester Chanel hat einen edlen Namen. Mit Modedesignerin Coco Chanel hat die Hündin aber nichts am Hut.

Hündin Chanel wird Buchautorin - und Weltenbummlerin?

Und was haben die beiden noch alles für die Zukunft geplant? „Mein Wunsch ist es, bei der Bergwacht anzufangen und Chanel als Rettungshund mitzunehmen. Nur weil sie klein ist, bedeutet das ja nicht, dass sie das nicht drauf hat,“ untermauert Martin lachend.

„Außerdem wollen wir ein Buch schreiben über unsere Geschichten, die wir hier überall erleben. Das soll heuer noch fertig werden. Es soll dann unter dem Titel ‚Inspiration in den Bergen - Wie ein bayerisches Hundemädl die Welt erobert‘ stehen“.

Martins großer Traum aber wäre es zusammen mit seiner Hündin in einem alten T5 die höchsten Berge Europas zu erkunden - ein richtiges Abenteuer ins Blaue, ganz ohne Geld und nur mit Chanel im Gepäck. Denn mehr braucht der Priener nicht zum Glücklichsein.

mb

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