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Ehrenamtliche Sicherheitswacht hat sich etabliert

Sicherheitswacht Prien: Freundliche Worte statt Bußgeld

Sie gehen in ihren blauen Jacken mit wachsamen Augen durch Prien, sprechen mit den Menschen, machen sie auf Regeln aufmerksam und sollen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken. Die Rede ist von der ehrenamtlichen Sicherheitswacht Prien, die auf acht Personen ausgelegt ist.

Prien – Momentan ist die Sicherheitswacht nur zur Hälfte besetzt, wie Polizeioberkommissarin Rebecca Kaltenhauser von der Inspektion Prien im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung berichtet. Bewerber sind willkommen.

Vor zwei Jahren mit sechs Leuten gestartet

Seit zwei Jahren ist die Sicherheitswacht in Prien im Dienst. Vorausgegangen war ein zustimmender Beschluss des Marktgemeinderats. Der damalige Bürgermeister Jürgen Seifert und Polizeipräsident Robert Kopp führten die vier Männer und zwei Frauen damals ins Amt ein – darunter auch der heutige Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG). Er erinnert sich noch gut an die Zeit bei der Sicherheitswacht, wie er auf Anfrage erzählt: „Mir hat es gut gefallen, wir hatten immer positive Begegnungen mit den Leuten.“ Zu Beginn seien sie auf Neugierde und Verwunderung gestoßen, hätten sich öfter erklären müssen. Mittlerweile gehöre die Sicherheitswacht zum Straßenbild.

Von anfänglicher Skepsis einer neuen Sache gegenüber, die im Laufe der Zeit in hohe Akzeptanz in der Bevölkerung umschlug, berichtet Kaltenhauser. Sie betreut das Projekt, das an die Polizeiinspektion Prien angebunden ist. Sie nennt die Sicherheitswacht ein Bindeglied zwischen Polizei und der Bevölkerung und betont ausdrücklich, dass es sich dabei nicht um eine Form von „Hilfspolizei“ handelt.

Auf öffentlichen Plätzen in der Gemeinde unterwegs

Die Männer und Frauen gingen mit offenen Augen über die öffentlichen Plätze der Marktgemeinde, das seien Bereiche wie Bahnhof oder Schulen. Die Sicherheitswacht sei Ansprechpartner für die Bürger und setzte zum Beispiel Regeln des Ordnungsamtes durch, etwa wenn ein Radfahrverbot am gekennzeichneten Uferbereich des Chiemsees missachtet wird. Im Eichental sprächen sie Feiernde an und machten sie freundlich darauf aufmerksam, daran zu denken, keinen Lärm zu machen und den Müll mit nach Hause zu nehmen. „Dann wissen die Leute einfach Bescheid, ohne, dass gleich die Polizei involviert ist“, erklärt Kaltenhauser.

Maskenpflicht an den Schären war ein Kontrollbaustein

Zu Zeiten der Maskenpflicht an den Schären hatte die Sicherheitswacht die Menschen ohne Mund-Nasenschutz daran erinnert und das sei auch gut angenommen worden, berichtet die Polizistin weiter. Sobald die Sicherheitswachtler ein mulmiges Gefühl beschleicht beziehungsweise sobald eine Situation in den Aufgabenbereich der Polizei falle, griffen sie zum Funkgerät und setzten sich mit der Polizeidienststelle in Verbindung. „Der Dienstgruppenleiter weiß Bescheid, wenn die Sicherheitswacht unterwegs ist.“

Friedrichs spannendstes Erlebnis sei gewesen, als er und sein Partner auf Streife Gartentor und Eingangstor der damaligen Jugendherberge aufgebrochen vorgefunden hätten, erzählt er. Sie hätten die Polizei verständigt und seien selbst hineingegangen, hätten aber niemanden vorgefunden. Die Sicherheitswacht werde auch oft von Menschen angesprochen, die eigene Beobachtungen mitteilten.

„Kontakt halten auf der Straße wichtig“

Die Polizei wähle die Kräfte aus, übernehme Aus- und Fortbildung sowie die Organisation im Hintergrund, erzählt die junge Kommissarin. Dazu zähle auch die Bereitstellung der Ausstattung, wozu neben der Bekleidung mit klarer Kennzeichnung auch Funkgerät, Taschenlampe, Reizstoffspray und eine Legitimationskarte mit Foto zählen.

„Die Sicherheitswacht ist im Kern eine gute Einrichtung, eine gute Ergänzung zur Polizei und wir als Marktgemeinde unterstützen sie“, urteilt der heutige Rathauschef. Das vor allem vor dem Hintergrund, da es bei der Polizei in Prien keine Fußstreifen mehr gebe und sie nicht mehr so stark auf den Straßen präsent sein könne.

„Gerade das Kontakt halten auf der Straße ist wichtig“, fährt Friedrich fort und schließt mit den Worten: „Der Vorteil ist, sie stellt kein Bußgeld auf, sondern macht auf nette Art auf ein Fehlverhalten aufmerksam.“

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa

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