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Nachhaltigkeit durch weniger Autos

Prien startet Car-Sharing mit E-Auto: Wagen ist ab sofort am Bahnhof verfügbar

In Prien gibt es ab sofort eine neue Form der Mobilität. Am Bahnhof steht jetzt ein E-Auto, das jeder Führerscheinbesitzer per „Car-Sharing“ mieten kann. Und so funktioniert‘s:

Prien am Chiemsee – Den symbolischen Zündschlüssel drehte am Mittwochvormittag (18. August) Priens Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) um. Mit dabei waren Prien Marketing-Geschäftsführerin Andrea Hübner und der Priener Referent für Energie und Klimaschutz, Gemeinderat Leonhard Hinterholzer (Die Grünen). Die Drei gaben damit den Startschuss für das E-Car-Sharing-Projekt. Dieses hatte der Gemeinderat jüngst bei einer Gegenstimme bewilligt.

Das Angebot ist zunächst auf zwei Jahre befristet. „Wir wollen sehen, ob und wie das Car-Sharing angenommen wird“, erklärte der Rathauschef. Am Bahnhof, vor der ehemaligen Post, wurde dafür nun eigens ein spezieller (blau markierter) Parkplatz angelegt und mit einer nicht-öffentlichen E-Lade-Säule (Kosten: 1100 Euro) ausgestattet. Dort parkt der weiße Renault mit der unverkennbaren Aufschrift Ü für „Überall unterwegs“ und dem Priener Marketing-Logo.

Mehr Mobilität für Urlauber, die per Zug und Bus anreisen

Felix Weiß, Geschäftsführer der „überall UG“ aus Breitbrunn erläuterte die Handhabung vor Ort bei der Einführung und hatte der Kommune auch ein verlockendes Angebot gemacht: „Wir zahlen aktuell nichts für das Gefährt. Dies ist ein Vorführwagen der Firma. Wenn ihn diese zu diesen Zwecken braucht, dann kann sie ihn weiterhin nutzen. In der übrigen Zeit ist er für unsere Bürger und unsere Urlauber da“, so Friedrich. Gerade Letzteres begrüßt Hübner sehr.

Angebot richtet sich auch an Urlauber

Denn zahlreiche Urlauber kämen per Zug in die Marktgemeinde und haben so nun auch die Möglichkeit Ausflüge, die nicht per Bus oder Bahn erreichbar sind, zu machen. Normalerweise fallen bei derlei Projekten Leasingraten für das Auto und die dazugehörige Versicherung an. „In den kommenden zwei Jahren ist dies für uns, weil es sich um einen Vorführwagen handelt, als Gemeinde nicht der Fall. Wenn in zwei Jahren die Buchungs- und Nutzungszeiten überzeugen, wird über ein entsprechendes vertragliches Abkommen und gegebenenfalls auch eine Aufstockung des E-Car-Sharing-Fuhrparks am Bahnhof entschieden“, so Friedrich.

„Die Nutzung von Fahrzeugen durch mehrere Fahrer in Verbindung mit E-Mobilität nimmt allgemein zu, und ist auch für Unternehmen aus Kosten- und Umweltsicht attraktiv. Auch kann der ein oder andere Zweitwagen, der kaum genutzt wird, so wegfallen und man bleibt trotzdem mobil“, sagt Hinterholzer. Er hat das Angebot für Prien aufgetan und freut sich über die Zustimmung des Gemeinderats und die rasche Umsetzung.

Führerschein wird im Rathaus oder online geprüft

Jetzt gelte es, das Angebot zu nutzen. Weiterer Pluspunkt in seinen Augen: die Umweltfreundlichkeit. „Denn das Auto wird ausschließlich mit Ökostrom geladen“, so der Referent für Energie und Klimaschutz. Rund 2,9 Millionen Menschen nutzen laut Bundesverband CarSharing (bcs) in Deutschland derzeit Car-Sharing-Angebote. Der Landkreis Mühldorf bietet selbst hier Auto-Teil-Konzepte an. „Dies macht der Landkreis Rosenheim nicht. Aber wir wollen uns hier für die Zukunft gut aufstellen“, so Friedrich. Nachhaltigkeit und weniger Verkehr seien hier die beiden wichtigen Faktoren.

Bedienungsanleitung an Bord

Der Überall-Renault ist ein Fünf-Türer, mit zwei Kindersitzen, Automatikgetriebe und mit einer laminierten Bedienungsanleitung ausgestattet. „Die Handhabung ist selbsterklärend“, gibt Weiß Entwarnung vor etwaigen Sorgen, dass die Abwicklung kompliziert sei. Zum Mieten ist eine App – auch über einen QR-Code vor Ort am Parkplatz beim Auto – downzuloaden.

Vor der Fahrt ist aber der Führerschein zu validieren: sprich im Rathaus im Bürgerbüro nach Terminvereinbarung kostenlos oder als Online-Überprüfung für 5,90 Euro. Die Registrierung auf der Homepage von Überall und in der App „MOQO“ ist kostenlos. Es werden keine monatlichen Grundgebühren, Mitgliedsbeiträge, Mindestgebühren oder Ähnliches verlangt.

Gemeinde muss zwei Jahre lang nichts zahlen

Schäden am Auto müssen vorab gemeldet werden, bei Unfällen (Auto bei 300 Euro Selbstbeteiligung versichert) steht die Kunden-Hotline 24 Stunden am Tag bereit. Im Auto befindet sich eine Karte, mit der auch bei größeren Ausflügen das Auto an anderen Ladestationen „mit Strom betankt“ werden kann. Strafzettel et cetera werden an den Kunden weitergeleitet. Sollte eine Verschmutzung des Autos (über das normale Maß hinaus) erfolgen, wird auch das dem Kunden in Rechnung gestellt. „Wir haben aber eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht“, betont Weiß.

Firma hat Sitz in Breitbrunn

Seine Firma ist ein „Corona-Kind“ und wurde 2020 gegründet. Firmensitz ist in Breitbrunn. Man sei aber für Eventualitäten gerüstet und über die Hotline jederzeit erreichbar bei Fragen. Über die App erhält man dann den virtuellen Schlüssel, um das Auto zu öffnen. Sie zeigt auch die erforderlichen Schritte zum Abkoppeln und wieder Anschließen an die Ladesäule samt blauem Chip zum Starten an.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau / dpa

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