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Priener Arzt erleidet Schlaganfall im OP-Saal

Anästhesist wird plötzlich Patient: Wie seine Kollegen ihm das Leben gerettet haben

Josef Zdroba arbeitet seit sieben Jahren als Anästhesist im Romed-Klinikum in Prien. Jetzt haben seine Kollegen ihm das Leben gerettet.
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Josef Zdroba arbeitet seit sieben Jahren als Anästhesist im Romed-Klinikum in Prien. Jetzt haben seine Kollegen ihm das Leben gerettet.

Ende November erleidet Josef Zdroba (63) aus Prien einen Schlaganfall, während er im OP steht. Nur durch das schnelle Eingreifen seiner Kollegen kann Schlimmeres verhindert werden. Jetzt lässt er das Geschehene Revue passieren - und wendet sich mit emotionalen Worten an seine Lebensretter.

Rosenheim/Prien - Selbst als Josef Zdroba auf dem kalten Boden des Operationssaales liegt, merkt er nicht, dass er in Schwierigkeiten steckt. „Ich hab immer wieder gesagt, dass es mir gut geht und ich keine Hilfe brauche“, erinnert sich der 63-Jährige. Seit sieben Jahren arbeitet er als Anästhesist im Romed-Klinikum in Prien - auch an jenem Vormittag am 21. November. Es sei sein erster Tag nach dem Urlaub gewesen. Die Frühbesprechung war gut, die Laune sowieso.

Infusion, Blutdruck und ab in die Notaufnahme

Die Operation sei gerade beendet gewesen, als Josef Zdroba sich nach links dreht, nach einem Medikament greifen will und plötzlich zu Boden sinkt. „Ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten“, sagt er. Eine Anästhesie-Schwester fängt ihn auf, ruft sofort nach Hilfe. Dann geht alles ganz schnell. Der Chefarzt trifft ein. Josef Zdroba bekommt eine Infusion, ein anderer Kollege misst den Blutdruck, dann wird er von sechs Leuten auf eine Trage gehoben und zur Notaufnahme geschoben. Es folgt ein Corona-Test, wenige Minuten später liegt er bereits im Rettungswagen und wird mit Blaulicht nach Rosenheim gefahren. „Ich dachte mir, dass das jetzt alles nicht wahr sein kann. Nur in einem Film läuft das so ab“, sagt Zdroba.

Verdacht auf Schlaganfall

In Rosenheim angekommen, wird er direkt in die Radiologische Abteilung gebracht. Verdacht: Schlaganfall. Die OP-Klamotten werden durchschnitten, eine Computertomographie gemacht, anschließend geht es in den OP. Während einer Lysetherapie wird dem 63-Jährigen ein Medikament gespritzt, welches das Blut verdünnt und das Gerinnsel auflösen soll.

Später wird Josef Zdroba erfahren, dass er einen Hirninfarkt hatte. Das Blutgerinnsel in der Halsschlagader hatte zu einer Blockierung des Blutflusses im Gehirn geführt. Die Ursache war ein Riss in der inneren Membran der rechten Halsschlagader. „Wie es zu diesem Riss gekommen ist, wissen die Ärzte nicht. Das bleibt ein Mysterium“, sagt Zdroba.

Verlegung auf die Stroke-Unit

Nach der Operation muss er für eine Nacht auf der Intensivstation bleiben. Jede Stunde wird nach ihm geschaut. Er muss die Arme ausstrecken, Hände und Beine bewegen. Am nächsten Tag wird er auf die Stroke-Unit verlegt. Zwei Tage lang werden Sauerstoffsättigung Blutdruck und Herzströme gemessen. Dann darf er nach Hause. Ohne bleibende Schäden.

„Ich habe immer wieder gehört, dass ich total viel Glück gehabt habe. Aber Glück alleine reicht nicht“, sagt der 63-Jährige. Die Aufmerksamkeit und schnelle Reaktion des OP-Personals, der Kollegen und Schwestern im Romed-Klinikum Prien, die Kommunikation unter den Krankenhäusern, der Rettungsdienst sowie die Rettungs- und Therapiemaßnahmen in der Radiologie und Neurologie in Rosenheim hätten ihn vor dem Schlimmsten bewahrt. „Ich realisiere immer mehr, was meine Kollegen da eigentlich geleistet haben, und bin wirklich beeindruckt“, sagt er.

Kein Schmerz bei einem Hirninfarkt

Wie wichtig das schnelle Reagieren war, weiß auch der ärztliche Leiter des Romed-Klinikums Rosenheim, Dr. Hanns Lohner. „Weil die Patienten bei einem Hirninfarkt keinen Schmerz verspüren, verlangen sie in der Regel verspätet nach einem Arzt“, sagt er. Das wiederum könne Seh- und Sprachstörungen sowie Teillähmungen der Arme oder Beine zur Folge haben.

Diagnose nach 35 Minuten

„Mein Glück war es, dass es im Krankenhaus passiert ist und ich in 35 Minuten meine Diagnose hatte“, sagt Josef Zdroba. Denn ohne seine Kollegen hätte er wahrscheinlich gar nicht realisiert, dass sein Leben in Gefahr ist. „Bei Patienten, die früh in eine Stroke-Unit kommen, wo die Möglichkeit zur Rekanalisation und Thrombolyse sowie zur kathetergestützten Thrombusentfernung, einer Trombektomie, besteht, können häufig bleibende Schäden vermieden werden“, sagt Romed-Pressesprecherin Elisabeth Siebeneicher. Wie eben bei Josef Zdroba.

Dem 63-Jährigen geht es mittlerweile wieder besser. Er macht seine Übungen, unternimmt lange Spaziergänge und liest. Jeden Tag schaut sein Sohn - ein Arzt - nach ihm. Bis Anfang 2023 ist er vorerst krankgeschrieben, danach will Zdroba wieder ins Romed-Klinikum Prien zurückkehren. Als Anästhesist und nicht mehr als Patient.

Sieben Lebensregeln zur Verhinderung eines Schlaganfalls

- Kein Bluthochdruck

- Keine Zuckerkrankheit

- Keine erhöhten Blutfette

- Nicht Rauchen

- Kein Übergewicht

- Körperliche Aktivität

- Gesunde Ernährung

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