Neue Fahne und Bänder für die „Schneebergler“-Trachtler

So schön war der Festtag zum 100. Jubiläum

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Ainring – Kaiserwetter herrschte am vergangen Sonntag beim großen Jubiläum des Trachtenvereins „D‘ Schneebergler“ Feldkirchen. Die Gründung des GTEV erfolgte vor 100 Jahren durch Initiative von Michael Hogger, dem „Schmied Michi“, zusammen mit weiteren jungen Burschen.

Grund genug zum Feiern: Zum Jubiläumfest kamen 1700 Teilnehmer aus 38 Vereinen. Pfarrer Wernher Bien nahm die Fahnenweihe sowie die Weihe mehrerer Bänder vor und zelebrierte am herrlich geschmückten Feldaltar die Heilige Messe. Vor dem Altar stand die von Julia Wesper gestaltete Jubiläumskerze. Ein über zwei Kilometer langer Festzug führte durch den Ort.

In Ainring und Feldkirchen wurden schon in aller Früh die Bewohner durch Salutschüsse der Feldkirchner Böllerschützen und durch das klingende Spiel der Trachtenkapelle Feldkirchen, die zum 100. Gründungsjubiläum als Festmusi fungierte, geweckt. Zunächst wurde Bürgermeister Hans Eschlberger in Ainring geweckt. 

Danach folgte der Zug durch das Dorf Feldkirchen, wo Fahnenmutter Regina Galler und anschließend Fahnenbraut Barbara Bräu aus den Federn mussten. Hans Eschlberger als Schirmherr spendierte im Bierzelt den Beteiligten ein Frühstück. Ab acht Uhr spielte als Gastgeschenk der „Rupertiwinkler“ Freilassing- Salzburghofen, die die Patenschaft in den Jahren 1923 und 1959 für die Fahnenweihe übernommen hatte, die Musikkapelle Surheim, als deren Vereinsmusi. 

Bereits bei warmer Temperatur ab acht Uhr empfingen die „Schneebergler“ mit Schirmherrn Hans Eschlberger und dessen Gattin Renate die Vereine. Die ankommenden Fähnriche tauschten mit der Schneebergler-Fahne einen Gruß aus. Eine Besonderheit war die Teilnahme der Historischen Landwehrschützen aus Wals, die nach der Ehrenbezeugung ein Salut vor der Tribüne schossen. Nach dem alle Vereine begrüßt waren und deren Mitglieder sich im Bierzelt mit Brotzeit oder kühlen Getränken versorgt hatten startete gegen 9.30 Uhr der  Kirchenzug zur Schmied-Wiese. 

100.Jubiläum der Schneebergler Trachtler

Zum Abmarsch schössen die Böllerschützen einen Salut. Beim Gottesdienst war an verschiedenen Stellen die örtliche BRK-Kolonne präsent. Festleiter Herbert Galler begrüßte im Namen der „Schneebergler“ die Gäste aus Nah und Fern, die zum Gründungsfest mit Fahnenweihe gekommen waren. 

Namentlich hieß er Pfarrer Wernher Bien, Bürgermeister und Schirmherrn Hans Eschlberger, 2. Bürgermeister Gerhard Kern, dritten Bürgermeisterin Rosemarie Bernauer, die anwesenden Gemeinderäte und den Bürgermeister Joachim Maislinger aus der österreichischen Nachbargemeinde Wals-Siezenheim. Weiter hieß er vom Gauverband 1 den ersten Gauvorstand Peter Eicher, Gebietsvertreter Hans Hogger, die Gauausschussmitglieder, Schneebergler-Ehrenvorstand Hubert Kriegs, die Fahnenmutter von 1959 Fini Höglauer, die heutige Fahnenmutter, Regina Galler, die Fahnenbraut Babsi Bräu und die Trauermutter Marianne Hauser willkommen. Der Sprecher verwies auf das Gesangsheft „Gott zu Ehren lasst uns hören“ vom Bayerischen Trachtenverband. Pfarrer Wernher Bien kündigte die Nummer 21 an und die Trachtenkapelle intonierte das Lied „Nun jauchzt dem Herren alle Welt“.

Der Seelsorger zeigte sich begeistert, wie die Trachtler vorbei zogen. „Die schöne Tracht ist da, dass wir unserem Herrgott zeigen können wir ihn wertschätzen.“ 100 Jahre Schneebergler sei ein Anlass eine neue wunderschöne Fahne zu weihen und ebenso die Fahnenbänder. Nach dem Segnungsgebet und dem Besprengen mit dem Weihwasser wandte sich Fahnenmutter Regina Galler an die vielen Gläubigen. Sie sagt in Mundart unter anderem: „De neie Fahn, wo werds uns den hin begleiten? 

Durch ganz vui schene, aba halt a durch schware Zeiten. De neíe Fah, a Zoacha wird sie für uns Schneebergler sein, dass ma zam stehn, jung und oid, in unserem Trachtenverein.“ Danach befestige sie ihr Fahnenband an der neuen Fahne. Fahnenbraut Barbara Bräu betonte anfangs: „Mia Feldkirchener Trachtler feiern heit 100 Joahr und Gott sei Dank san mia ned alloa.“ Für sie war es eine besondere Freude als Fahnenbraut dabei sein zu dürfen, da sie schon in der Kindergruppe begann und jetzt in der Aktivengruppe die Vortänzerin sei. Die neue Fahne habe für sie einen großen Wert und ehrte diese deshalb mit ihrem Bandl. Marianne Hauser sprach als Trauermutter und meinte, wie wäre es ohne die Vorfahren. 100 Jahre sei eine lange Zeit und vier bis fünf Generationen von Leit.

Sie sprach vom zusammenhalten von Alt und Jung und der Schwung solle weitergegeben werden. Als äußeres Zeichen zum dran denken, hängte sie ihr Bandl an die Fahne. Eine besondere Ehre war es für Karin Fischer dem Trachtenverein „Edelweiß“ Hammerau-Ainring Vergelt’s Gott zusagen, der sich als Göd bereit erklärt hat. Als Erinnerung und Dankespfand befestige sie an der Fahne des Patenvereins ihr Band. 

„Gerne sind wir heute nach Feldkirchen gekommen, als Patenverein lassen wir uns das nicht nehmen“, betonte Bettina Bliem, die davon sprach, dass alles in Trachtlerhand sei, im schönsten Gwand und das ganze Dorf sei schön hergerichtet. Bliem hob die gute Nachbarschaft hervor wünschte Gottessegen und befestig das Band vom Patenverein an der neuen Feldkirchner Fahne. 

Nach des Kyrierufen des Priester und dem Lied „Ehre sei Gott“ las Spenzerfrau Regina Bräu aus dem Hebräer-Brief und danach verkündete Pfarrer Bien das Matthäus Evangelium. Für das 100-jährige Bestehen der „Schneebergler“ hatte Pfarrer Bien ein Gedicht mit 12 Versen verfasst. Unter anderem sagte er: „Schneebergler, seit hundert Jahren gibt es euch schon als Verein. Ruhige Zeiten, Kriegsgefahren: Immer brachtet ihr euch ein“; „Burschen plattln, haun aufs Leder strotzende in der Jugend Kraft, lassen hoffen, dass da jeder auch im Leben was rechtes schafft“, Mädels auch, die reinste Zierde, strahlend fesch, im schönsten Schein: ahnen sie wohl ihre Würde, Wohnung gar für Gott zu sein“? 

Die Fürbitten wurden von den Trachtlern unterschiedler Altersstufen vorgetragen. Als Danklied sangen alle „Segne du Maria“. Festleiter Markus Galler gab einige Hinweise und bat dann den Schirmherrn Bürgermeister Hans Eschlberger um sein Grußwort, der nach seinen einführenden Worten einen Reim parat hatte: „A sinnliche Feldmess‘ mitanana festlichen Musi, unsere Tracht und unsere Bräuch‘, alles was a Volk im Herzen drogt, macht d’Hoamat erst reich“. 

Danach sagte er: „ Wir leben in einer wunderbaren Heimat, die reich ist an überlieferten Werten und reich ist an menschlicher Gemeinschaft, die keine Altersgrenzen kennt. Genau dafür stehen unsere Trachtler landauf ´, landab und unsere ‚Schneebergler‘ seit 100 Jahren.“ Er lobte den Trachtenverein, die Feldkirchner Dorfgemeinschaft und alle Dorfvereine für die wie mit Präzision von einem Uhrwerk eine Festwoche vom Feinsten organisiert hat. Als Ehrengabe hat er ein von Mesei Hans vom Ulrichshögl bemaltes Feldkreuz mitgebracht und als Besonderheit ein Bild aus der Gründerzeit der „Schneebergler“, welches er bei Fritz Auer entdeckte und es vergrößern und rahmen ließ. 

Erster Gauvorstand Peter Eicher gratulierte herzlich zum 100-jährigen Gründungsjubiläum und sagte Vergelt’s Gott für die Arbeit. Er sprach von einem blühenden Verein, der auch im Gauverband 1 ein wichtiges Glied sei. Auf der Fahne sehe man auf einer Seite die Trachtenhütte, und auf der anderen Seite die Kirche. Eicher bezeichnete dies als zwei wichtige Elemente die zusammen gehören. die Kirche sei immer im Mittelpunkt der Trachtenvereine. Die Prologe, welche die Dirndl gesprochen haben, bat er sich zu Herzen zu nehmen nach dem Motto „Treu der Hoamat, treu zu guaten alten Brauch.“

Nach der Bayernhymne zogen die teilnehmenden Vereine und die Musikkapellen in zehn Zügen durch den Ort. Angeführt von der Historischen Reitergruppe aus Piding. Etliche Festwägen wurden von Süddeutschen Kaltblutpferden gezogen. Handwerk wurde den vielen Zuschauer, welche die Straßen säumten vorgeführt. Schmiedearbeiten, Drischldreschen und Zimmerer behauten einen Balken. 

Der Festzug gab ein buntes Bild ab und führte schließlich in die Necheiau wo an der Ehrentribüne ihre Teilnahme beklatscht und die Festleiter jeden Verein eien Dreierpack Bierkrüge mit Deckel überreichten. Anschließend war das Bierzelt voll und im Außenbereich mussten noch Tischgarnituren aufgestellt werden. Zur Unterhaltung während dem Essen spielte die Musikkapelle Steinbrünning und danach die Festmusi Feldkirchen. Neben dem Jubelverein führten auf der Bühne mehrere Gruppen aus den teilnehmenden Vereinen Ehrentänze auf. Die Ansagen machte Stefan Kern jun. auf der Bühne. Die aus Augsburg-Lechhausen angereisten Trachtler präsentierten den „Grassauer“. 

Festleiter Herbert Galler kam dann zur Vergebung des Meistpreises. Der Patenverein „Edelweiß“ war außer Konkurrenz. Den dritten Platz belegte der GTEV „D‘ Mühlberger“ Waging mit 94 Personen, den zweiten Platz sicherte sich der GTEV Anger-Höglwörth und beide Vereine bekamen einen Biergutschein. Knapper Sieger wurde der Nachbarverein GTEV „D‘ Mühltaler“ Thundorf-Straß die mit 116 Leuten die höchste Teilnehmerzahl vorweisen konnten. Festleiter Markus Galler überreicht an Christina Lamminger den Prunkkrug und an Bernhard Bankosegger ein Kuvert mit einem Biergutschein. Herbert Galler bedankte sich bei den teilnehmenden Vereine und sprach von einem disziplinierten Verhalten, trotz der Hitze.

Offizieller Schlusspunkt war anschließend der Gemeinschaftsplattler „Amboss- Polka“. Zum Ausklang unterhielt noch die „Weißbier-Musi“. Ein rundum schönes Trachtenfest fand damit ein Ende.

Andreas Pils

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