Wanderer drohten Tiroler Bergrettung mit einer Klage

Nach Aufschrei in den Medien: Augsburger Anwalt zahlt Rechnung nun doch

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Augsburg/Tirol - Vor circa zwei Monaten lösten zwei Wanderer aus Augsburg einen Rettungseinsatz der Tannheimer Bergrettung aus, da sie sich verirrten. Die Rechnung dafür wollten sie aber nicht zahlen und drohten mit einer Klage. Nach zahlreichen Medienberichten gab es eine Wende in dem Fall:

Anfang Februar machten sich zwei Wanderer aus Augsburg zum Schneeschuhwandern in Tirol auf. Da sie sich verirrten, lösten sie einen Rettungseinsatz aus. Bei dem Einsatz handelte es sich aber nicht um einen medizinischen Notfall, daher sollten die beiden Wanderer die Kosten des Einsatz selbst bezahlen. Die Rechnung von 2261 Euro wollten sie aber zunächst nicht begleichen und drohten der Bergrettung Tannheim mit einer Klage.

Bergwacht Ruhpolding und Bergacht Bayern äußern sich

Im Gespräch mit chiemgau24.de hatte Sebastian Nachbar von der Bergwacht Rupolding ein Statement zu dem Fall, der durch die Medien ging, abgegeben: Ihm sei in Ruhpolding noch kein solcher Fall untergekommen. Auch Roland Ampenberger, Pressesprecher der Bergwacht Bayern, habe so etwas noch nie erlebt. Er kritisierte das Verhalten der Augsburger Wanderer, solche Anmaßungen bezüglich des Einsatz des Bergrettung Tannheim zu wagen.

Nach Aufschrei in den Medien: Anwalt zahlt nun doch

Nachdem zahlreiche Medien über den Fall berichteten, habe ein Augsburger Anwalt, der einer der beiden deutschen Wanderer ist, die Rechnung von 2261 Euro nun doch beglichen. Das berichtet die Augsburger Allgemeine.

Auch die Bergrettung Tirol informierte über diese ausschlaggebende Wende in dem Fall:

Gegenüber Krone.at teilte der Augsburger Anwalt mit, dass er nun für die Erläuterung zur Zusammensetzung der Kosten dankbar sei. Diese sei ihm zunächst nicht ersichtlich gewesen. Im Beschwerdeschreiben sei nämlich noch die Rede von "vollkommen überhöhten Positionen", die "nicht einmal ansatzweise den Ansätzen bei anderen Einsätzen entsprechen" gewesen, wie die Augsburger Allgemeine schreibt. 

Was kostet ein Rettungseinsatz der Bergwacht?

In Bayern gebe eine Pauschale für eine Bergrettung, so die Zeitung weiter. Es komme zwar auf die Art des Rettungseinsatzes an, allerdings würden sich die Kosten dafür in einer Spanne von mehreren Hundert Euro bis zu 1100 Euro bewegen. Bei besonders gefährlichen und risikoreichen Einsätzen, wie bei einem Lawinen- oder einem mehrtägigen Einsatz, können die Kosten natürlich auch höher ausfallen. Laut der Bayerischen Bergwacht gäbe es eine Kosten-Obergrenze von 2500 Euro am Tag.

Die genauen Einsatzkosten werden in Österreich allerdings individuell pro Einsatz berechnet. Hier komme es laut der Zeitung auf die Anzahl der sich im Einsatz befindenden Rettungskräfte und die Einsatzdauer an. Laut Martin Gurdet, dem Geschäftsführer des Bundesverbands des Österreichischen Bergrettungsdienstes, sei die Rechnung, die die Bergrettung Tannheim den Augsburger Wanderern geschickt hatte, berechtigt.

ics

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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