Dahoam im Inntal

Betreutes Wohnen in Brannenburg geht an den Start – Platz für 48 Senioren

Sie freuen sich über den Startschuss: Evi Faltner, Geschäftsführerin des Christlichen Sozialwerks (CSW) in Flintsbach (rechts), und Projektleiterin Katharina Unsin sind gerade dabei, den Gemeinschaftsraum des Betreuen Wohnens einzurichten. Nach und nach soll dieser mit Leben gefüllt werden.
+
Sie freuen sich über den Startschuss: Evi Faltner, Geschäftsführerin des Christlichen Sozialwerks (CSW) in Flintsbach (rechts), und Projektleiterin Katharina Unsin sind gerade dabei, den Gemeinschaftsraum des Betreuen Wohnens einzurichten. Nach und nach soll dieser mit Leben gefüllt werden.

Schritt für Schritt zieht neues Leben im Ortsteil Sägmühle ein: Die 48 Wohnungen des „Betreuten Wohnen“ in Brannenburg sind fertig. „Tröpfchenweise“ beziehen die Mieter ihr neues Zuhause und begeben sich damit in ein neues Abenteuer.

Brannenburg – Evi Faltner, Geschäftsführerin des Christlichen Sozialwerks (CSW) in Flintsbach, und Katharina Unsin, Koordinatorin und Ansprechpartnerin für das Betreute Wohnen, sind gerade dabei, die Gemeinschaftsräumlichkeiten einzurichten. Wegen Corona sei alles etwas anders als geplant: „Den Start im Betreuten Wohnen haben wir uns natürlich ganz anders vorgestellt“, so Faltner.

Info-Veranstaltung musste ausfallen

Corona-bedingt konnte weder ein Kennenlernen noch eine Info-Veranstaltung für die neuen Mieter stattfinden. Aber die Geschäftsführerin gibt sich optimistisch: „Wir machen das Beste daraus und besuchen nun nach und nach alle Mieter persönlich.“

Dass es in Brannenburg nun barrierefreie Wohnungen gibt, wertet Faltner positiv: „Ich finde es einfach schön, dass es jetzt Alternativen gibt.“ Durch das neue Konzept können Senioren ab 60 Jahren weiterhin ihre Eigenständigkeit bewahren, all ihre Kontakte wie bisher pflegen und immer noch dieselben Berge aus dem Fenster sehen.

Um in eine der barrierefreien Wohnungen zu ziehen, ist eine Pflegegradeinstufung keine Voraussetzung, macht Evi Faltner deutlich. Viele der Senioren würden noch keine Pflege benötigen. Sie wollten sich einfach verkleinern oder nicht mehr alleine leben. Einige wollten aber auch näher zu ihren Kindern ziehen und sähen in diesem Wohnkonzept eine ideale Lösung.

Und wenn es doch mal zwickt, können die Bewohner problemlos Leistungen vom ambulanten Pflegedienst des Sozialwerkes je nach Bedarf individuell dazu buchen.

Im Rahmen eines Betreuungsvertrags werden Leistungen wie kostenfreies WLAN in den Gemeinschaftsräumen, Ausstattung und Mobiliar, ein Infobüro, Beratung, gemeinsame Veranstaltungen und vieles mehr angeboten.

Lesen Sie auch: Tagespflege-Einrichtungen aus der Region nehmen Arbeit wieder auf – teils weniger Senioren (Plus-Artikel OVB-Online)

Gerade das „Miteinander“ soll im Betreuten Wohnen gelebt werden. Denn unter den Bewohnern gebe es auch viele, die sich nach neuen Kontakten sehnen: „Die Singularisierung ist ein riesiges Problem“, betont Katharina Unsin, die für die Senioren jeden Montag Beratungsgespräche anbietet. Deshalb ist es Unsin und Faltner besonders wichtig, einen schönen Gemeinschaftsraum zu schaffen, der mit Leben gefüllt ist. „Das soll wie ein großes Wohnzimmer werden. Wie eine Dorfkneipe“, erklärt Evi Faltner.

Nach und nach soll jetzt alles eingerichtet werden. Neben der bereits bestehenden Küche sind eine Lese- und Wohnzimmerecke mit Couch und Bücherregal geplant. „Wir stehen bereits in den Startlöchern, aber man hat eben noch die große Schranke davor“, sagt Katharina Unsin in Bezug auf die Pandemie.

Lesen Sie auch: „Dahoam im Inntal“: Das Mega-Wohnprojekt in Brannenburg nimmt erste Formen an (Plus-Artikel OVB-Online)

Sobald gemeinschaftliche Treffen und Angebote wieder erlaubt sind, könnte man in dieser Richtung weiterdenken.

Ob Filmabende, Dia-Vorträge, Sport- und Bewegungsgruppen, Gedächtnistraining, Radtouren – es gebe unzählige Möglichkeiten. Auch die angrenzenden Nachbarn – das Katholische Jugendsozialwerk mit drei Wohngemeinschaften für Erwachsene mit geistigen Behinderungen – werden künftig den Gemeinschaftsraum nutzen. „Wir freuen uns sehr auf die Möglichkeiten, die uns die Räumlichkeiten bieten und auch auf die Zusammenarbeit mit den vielen engagierten Kollegen, die wir bei den Projektvorbereitungen kennengelernt haben“, sagt Katharina Unsin.

Gartenanlage geht in Bau

Auch die Seniorenbeauftragte von Brannenburg, Monika Wendrich (Plus-Artikel OVB-Online), habe bereits ihre Hilfe bei künftigen Projekten angeboten. „Die werden wir auch mit ins Boot holen“, erklärte Evi Faltner erfreut. Die Geschäftsführerin ist überzeugt: Der Frühling kommt und hebt die Stimmung. Passend zu den Frühlingsgefühlen wird gerade die Gartenanlage auf Vordermann gebracht.

Zwar ist dort derzeit noch eine Baustelle, aber laut Bürgermeister Matthias Jokisch wird die Anlage noch vor den Sommerferien fertiggestellt.

Auch der Rathauschef freut sich über das „tolle Angebot im Inntal“. Dadurch, so hofft er, werden auch wieder Häuser für junge Familien frei.

Das CSW ist seit über 60 Jahren im Einsatz

Seit über 60 Jahren betreut das Christliche Sozialwerk Degerndorf-Brannenburg-Flintsach (CSW) die Brannenburger und Flintsbacher Bürger. Das CSW betreibt einen ambulanten Pflegedienst, eine Tagesstation, betreutes Wohnen, Menü Mobil, Mehrgenerationensport und das Mehrgenerationenhaus.

„Dahoam im Inntal“

Die InnZeit Bau GmbH ist Bauträger des Wohnprojektes „Dahoam im Inntal“. In der ehemaligen Karfreitkaserne sollen bis 2022 mehr als 800 Menschen jeden Alters ein Zuhause finden – ob in Single-Apartments, in einem Familien-Penthouse oder in der Gemeinschaft. Dazu gehören auch Einrichtungen wie das Montessori-Kinderhaus, das Katholische Jugendsozialwerk mit drei Wohngruppen für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen, oder eben das „Betreute Wohnen“ in Brannenburg mit 48 Wohneinheiten für Senioren ab 60 Jahren.

Kommentare