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Leader fördert Projekt in Brannenburg

Tierwohl bis zuletzt: Wie Hubert Nagele seine Idee vom stressfreien Schlachten umsetzt

Das LEADER-geförderte Projekt von Hubert Nagele vom Brannenburger Lechnerhof macht es möglich. Er steht mit seinem Metzger Andre Schumann vor dem speziell angefertigten Anhänger, mit dem das auf dem jeweiligen Hof getötete Tier zur Weiterverarbeitung zu seinem Anwesen transportiert wird.
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Das LEADER-geförderte Projekt von Hubert Nagele vom Brannenburger Lechnerhof macht es möglich. Er steht mit seinem Metzger Andre Schumann vor dem speziell angefertigten Anhänger, mit dem das auf dem jeweiligen Hof getötete Tier zur Weiterverarbeitung zu seinem Anwesen transportiert wird.

„Es ist nicht recht, anderer Kreatur solche Strapazen zuzumuten“. Das mag sich mancher denken, wenn er auf der Autobahn einen Viehtransporter überholt, der Schlachtvieh durch halb Europa karrt. Deshalb hat Hubert Nagele aus Brannenburg seine Idee vom stressfreien Schlachten umgesetzt.

Brannenburg – Und Strapazen sind es, denen die Tiere ausgesetzt werden. „Das fängt“, so sagt der Brannenburger Landwirt Hubert Nagele, „ja schon beim Verladen an. Schon das ist für Tiere, die das nicht gewohnt sind, Stress pur“. Deshalb kam er auf die Idee, für die hofeigene Fleischverarbeitung, die seit gut 20 Jahren zum Lechnerhof gehört, die Tiere im Stall zu töten: In einem von den anderen abgetrenntem Bereich, aber in der gewohnten Umgebung und beim Fressen. Keine Aufregung für das Vieh – weniger Stress für sich selbst.

Ein Projekt das Kreise zieht

Was auf dem eigenen Hof noch relativ einfach zu verwirklichen war, schien für die Schlachtung von Vieh aus der näheren Umgebung aber kaum zu realisieren – zunächst zumindest. Bis Hubert Nagele auf die Idee kam, ob es nicht möglich wäre, Vieh auf den jeweiligen Höfen zu töten, wenn man es dann in einem speziellen Anhänger schnell - das heißt, in weniger als einer dreiviertel Stunde – auf sein Anwesen brächte, wo es dann weiterverarbeitet werden könnte.

Die Idee war gut, aber nicht einfach zu verwirklichen. Nicht nur wegen der Kosten, sondern auch wegen der ganzen Bürokratie, die dabei zu überwinden war. Hilfe kam dabei zunächst von Stefanie Adeili von der Ökomodellregion. Auch sie war von dem Vorhaben begeistert und sprach wegen der Finanzierung mit Gwendolin Dettweiler, die die Leader Arbeitsgemeinschaft Mangfalltal-Inntal bei der Umsetzung von Projekten betreut. Leader ist ein europäisches Programm, dessen Ziel es ist, die ländlichen Regionen in Europa möglichst lebenswert zu erhalten. Die Ideen, die mit EU-Mitteln gefördert werden, sollen dabei jeweils aus der Region selbst kommen. Denn dort weiß man am besten, was es aktuell braucht, um die örtliche Attraktivität zu erhöhen, ohne Kultur und Natur dabei zu zerstören.

Großer Beitrag zum Tierwohl

Die Idee, Transporte von lebendem Vieh zu vermeiden, steht dabei ganz im Einklang mit den Zielen von Leader aber auch mit denen der Ökomodellregion. Zum einen ist das schon mal ein großer Beitrag zum Tierwohl. Zum anderen wird dadurch Direktvermarktung auf den Bauernhöfen für Fleisch aus eigener Produktion möglich, selbst wenn dort nicht selbst geschlachtet werden kann, was ja meist der Fall ist.

Denn die Bauern bekommen das zerlegte Fleisch ihres Viehs mit einem ebenfalls speziellen Kühlanhänger zurückgeliefert. Wertschöpfungsketten aber möglichst vollständig in der eigenen Region zu halten ist ein wichtiges Element bei der Stärkung der heimischen Landwirtschaft.

Das Projekt wurde deshalb in einer Höhe von 62.000 Euro, das entspricht rund 30 Prozent der Gesamtkosten gefördert. Die entsprechenden Anhänger, die auf Maß, das heißt, individuell nach den Angaben von Hubert Nagele gefertigt wurden, stehen schon auf seinem Hof. Im Laufe des Septembers werden sie und die erweiterten Metzgereiräume dann auch abgenommen sein. Schon jetzt hat sich, ganz ohne Werbung, das Projekt aber bei den Bauern in der Umgebung herumgesprochen und das Interesse ist, wie Hubert Nagele sagt, sehr groß.

Eine bessere Fleischqualität

Denn den Kunden der Landwirte bringt das beim Hofeinkauf nicht nur die Gewissheit, dass das Vieh artgerecht gehalten wurde, sondern dass es auch am Lebensende keinerlei unnötigem Stress ausgesetzt war. Beides, da sind sich Hubert und Sophie Nagele ziemlich sicher, wird sich am Ende auch in einer besseren Fleischqualität niederschlagen. Doch selbst wenn dem nicht so wäre, bleibt für sie ein entscheidendes Kriterium bestehen: dass man anderer Kreatur eben keine vermeidbaren Strapazen zumutete.

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