Damville und Kiefersfelden feiern Partnerschaft

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Als Zeichen des Vertrauens und der Freundschaft überreichte die Bürgermeisterin von Damville Francoise Charpentier ihrem Kieferer Amtskollegen Erwin Rinner die Rathausschlüssel der französischen Partnergemeinde in Gold.

Kiefersfelden - Damville und Kiefersfelden haben schon seit vielen Jahren eine innige Städtepartnerschaft. Anlass genug, um diese Freundschaft gebührend zu feiern.

„Viele Städtepartnerschaften wurden künstlich ins Leben gerufen. Aber wir in Kiefersfelden und Damville sind wirklich Freunde, die Freude daran haben, sich zu treffen und austauschen.“

Für diese Worte bekam die französische Bürgermeisterin Francoise Charpentier viel Applaus von rund 300 Bürgern beider Gemeinden, die sich in der Turnhalle Kiefersfeldens zu einem Festabend zusammen gefunden hatten. 

"Wir waren die Ersten, die sich als Gemeinden in Deutschland und Frankreich die Hand reichten, um für die friedliche Zukunft unserer Völker einzutreten und Brücken der Verständigung zu bauen", machte auch Kiefersfeldens Erster Bürgermeister, Erwin Rinner, deutlich.

Dabei war der Beginn durchaus unerfreulich. Daniel Massot musste während der Zweiten Weltkriegs einige Zeit als Kriegsgefangener in Kiefersfelden verbringen. Nach dem Krieg kehrte der Franzose immer wieder an den Ort seines unfreiwilligen Aufenthalts zurück, denn "dort wurde ich stets als Mensch behandelt, was ich nie vergessen habe". Als er in Damville in der Normandie zum Stadtrat gewählt wurde, trieb er den Gedanken einer Partnerschaft voran. Im Juni 1971 war es dann so weit. Der offizielle Partnerschaftsvertrag wurde unterzeichnet. Im September besuchte eine erste Delegation aus Damville die neue Partnerstadt Kiefersfelden.

Nun fanden sich Bürger beider Gemeinden zusammen, um gemeinsam die 40 Jahre währende Partnerschaft zu feiern. In Damville geschah dies bereits an Ostern, als über 70 meist jugendliche Kieferer die Gemeinde in der Normandie besuchten. Der Jugendanteil war auch beim jetzigen Gegenbesuch recht groß. Das begeisterte Toni Matousek als langjährigen Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees. "Wir sind glücklich, dass so viele junge Menschen unserer Orte an einem gegenseitigen Kennenlernen Interesse finden. Sie sind die Zukunft unserer Partnerschaft."

Der Festabend spiegelte die innige Verbundenheit der Gemeinden wider. So übergab Bürgermeister Rinner die Kieferer Gemeindefahne an seine Amtskollegin aus Frankreich. Diese revanchierte sich mit einem Damviller Gemeindeschlüssel in Gold für die oberbayerischen Freunde. Besonders begeistert zeigten sich die Kieferer Gastfamilien, als die Vertreter des Damviller Partnerschaftskomitees unter ihrer Vorsitzenden Caterine Desnos jeweils einen Bildband über "40 Jahre Freundschaft" überreichten.

Rinner betonte in seiner Festrede unter anderem seinen Respekt gegenüber den weit blickenden Wegbereitern der Partnerschaft. In Kiefersfelden waren dies besonders der damalige Bürgermeister Franz Larcher und der Komitee-Vorsitzende Hans Mayerl.

Dem offiziellen Teil des Festabends folgte der gemütliche Teil, musikalisch gestaltet von der Musikkapelle Kiefersfelden. Besonders begeistert zeigten sich die französischen Freunde von den Auftritten der Kieferer Trachtenjugend, zumal gerade die Mitglieder des Trachtenvereins die Freundschaft intensiv pflegen.

Überhaupt gehörte der zweite Teil des Festabends der Jugend. Aufgeheizt von den rockigen Klängen von Bands aus Kiefersfelden und Damville wurde bis spät in die Nacht gemeinsam mit Discobetrieb in der Turnhalle gefeiert. Da wunderte es nicht, dass am Sonntagmorgen so manche Träne floss, als die französischen Freunde nach vier Tagen wieder in die Busse stiegen und sich mit dem Ruf verabschiedeten: "Vive Damville, vive Kiefersfelden."

roc/Oberbayerisches Volksblatt

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