Niederländische Investorengruppe soll mit Hotelprojekt Geld waschen wollen

"Das ist reiner Rufmord"

In diesem anonymen Schreiben werden schwere Vorwürfe gegen den Oberaudorfer Bürgermeister und einen niederländischen Investor erhoben.
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In diesem anonymen Schreiben werden schwere Vorwürfe gegen den Oberaudorfer Bürgermeister und einen niederländischen Investor erhoben.

Oberaudorf/Rosenheim - Hat die niederländische Drogenmafia beim geplanten Hotelbau ihre Finger im Spiel? Genau das wird in einem anonymen Schreiben behauptet.

Ein anonymes Schreiben, das der OVB-Redaktion in Rosenheim zugespielt wurde, erschüttert die Gemeinde Oberaudorf. Darin wird behauptet, das von einer niederländischen Investorengruppe geplante Hotelprojekt auf dem Hallenbadgelände werde von Mitgliedern der holländischen Drogenmafia finanziert. Auch der Bürgermeister wisse von der Information, dass Drogengeld im Spiel sei, ignoriere dies aber, weil er um jeden Preis das Hotelprojekt verwirklichen wolle, heißt es.

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Unterzeichnet ist der Brief mit "2 Oberaudorfer Gemeinderäte". Aus Furcht um "Leib und Leben", wie in dem Brief zu lesen ist, wollen diese ihre Namen nicht nennen. Bürgermeister Hubert Wildgruber hat inzwischen Anzeige gegen unbekannt gestellt. "Wer auch immer mir unterstellt, ich würde Mitglieder der Drogenmafia decken, begeht reinen Rufmord!"

Wie bereits mehrmals berichtet, will eine niederländische Investorengruppe, die von "Business Consultants Europe" vertreten wird, auf dem ehemaligen Hallenbadgelände ein Luxus-Hotel errichten. Über 40 Millionen Euro sollen investiert werden. Erst Ende vergangenen Jahres befürwortete der Oberaudorfer Gemeinderat den Entwurf eines Grand-Hotels ohne Gegenstimme.

Hinsichtlich des Hotelprojekts hätten er wie auch alle Gemeinderäte im Verlauf der Vorplanungen, die in ihrer Gesamtheit ausführlich der Öffentlichkeit vorgestellt worden seien, alles getan, um juristischen oder finanziellen Schaden von der Gemeinde abzuwenden, so Wildgruber.

Von Seiten der Fraktionsgemeinschaft CSU/Freie Wähler hieß es im Gespräch mit dem Oberbayerischen Volksblatt, dass anonyme Schreiben nicht kommentiert würden und jedes Niveaus entbehrten. Ludwig Resch, Bürgergemeinschaft Pro Oberaudorf, kann sich nicht vorstellen, dass einer seiner Gemeinderatskollegen ein Schreiben dieser Art verfassen würde. Die darin genannten Vorwürfe Oberaudorfer Gemeinderäten in die Schuhe zu schieben, sei schlichtweg "feig", so Resch. Henning Bruhn (SPD) schlägt vor, von jedem Gemeinderat die Fingerabdrücke zu nehmen.

Beamte der Kriminalpolizei Rosenheim haben sich in der Zwischenzeit auf die Suche nach dem oder die Verfasser des Briefes gemacht. Personen, die mit der Thematik befasst sind, wurden eingehend befragt. Wie jetzt bekannt wurde, hat der Bürgermeister in der Vergangenheit schon mehrere anonyme Schreiben erhalten. Der aktuelle Brief enthalte aber nun Behauptungen, die derart unter die Gürtellinie gehen, dass energisches Handeln erforderlich sei, so der Bürgermeister. Das Papier wurde inzwischen der Kriminalpolizei übergeben, die es kriminaltechnisch untersucht. Auch die Staatsanwaltschaft Traunstein erhielt eine Kopie des vorliegenden Briefes.

Hans van Renen, Sprecher der Business Consultants (BCE) Europe, sagte gestern im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen, anonyme Schreiben hätten für ihn keinen Wert. Man lasse sich durch solche Aktionen nicht von dem Vorhaben abbringen, ein Luxus-Hotel in Oberaudorf zu bauen. Van Renen: "Die Business Consultants Europe sind und waren noch nie in Drogengeschäfte verwickelt!" Beweise für seine Vorwürfe könne der bislang anonyme Schreiber aber gerne in einem persönlichen Gespräch vorbringen.

Eva-Maria Gruber (Oberbayerisches Volksblatt)

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