Tiroler Krankenwagen gestoppt

„Durch nichts mehr zu rechtfertigen“: Tirols Landeschef Platter nach Vorfall an Grenze empört

Bild von Günther Platter
+
Tirols Landeschef spricht von „Willkür der deutschen Kontrolle“.

Füssen/Innsbruck - Ein an der bayerischen Grenze gestoppter Tiroler Rettungswagen lässt derzeit die Emotionen in Österreich hochgehen. Nun meldet sich auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter zu Wort.

Ein an der bayerischen Grenze gestoppter Tiroler Rettungswagen sorgt derzeit für Wirbel in Tirol und Österreich. Der Krankenwagen transportierte einen 77-jährigen Herzpatienten wegen eines medizinischen Notfalls in die Herzkinik im allgäuerischen Füssen (hier zum Vorbericht der „TT“). Doch an der Grenze wurde der Krankenwagen von der Polizei wegen eines fehlenden Papiers zurückgewiesen. Erst nach 30 Minuten Wartezeit und erhalt des Papiers konnte die Fahrt fortgesetzt werden.

Platter: „Durch nichts mehr zu rechtfertigen“

Nun hat sich auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) zu der Causa zu Wort gemeldet. „Nicht nur die Wirtschaft und viele persönliche Schicksale werden in den bayerisch-tirolerischen Grenzregionen maximal belastet, sondern auch die Gesundheit der Menschen dies- und jenseits der Grenze“, wird Platter von der „Tiroler Tageszeitung“ (TT) zitiert. Der Landeshauptmann kritisiert, dass die jahrelang aufgebaute partnerschaftliche Zusammenarbeit in den Grenzregionen aktuell „der Willkür der deutschen Kontrolle“ zum Opfer fielen. Die „einseitigen und willkürlichen Grenzkontrollen“ seien durch nichts mehr zu rechtfertigen. Die Tiroler Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann (ÖVP) sekundiert Platter, und spricht ihrerseits von „Schikanen“.

Wie die „TT“ weiter ausführen, habe sich eine Beamtin der Bundespolizeiinspektion Kempten bei Andreas Inkwinkl, dem Rot-Kreuz-Chef aus Reutte - aus diesem Bezirk kam der Krankenwagen - gemeldet. Sie habe sich im Gespräch „erleichtert“ gezeigt, dass nicht die Bundespolizei, sondern die Grenzpolizei in den Vorfall verwickelt gewesen sei. Und auch die Grenzpolizei habe Erkundigungen eingeholt, so die „TT“.

Red.

Kommentare