Nach stundenlanger Rettungsaktion bei Zugspitzbahn

"Es hat nie für unsere Gäste Gefahr bestanden, aber es ist halt unangenehm"

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Tiroler Zugspitzbahn.
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Ehrwald/Tirol - Stundenlang haben am Mittwoch 82 Menschen in einer Gondel der Zugspitzbahn festgesessen.

Update, 9. März, 9.15 Uhr - Bahn fährt wieder

Nachdem sie einen Tag aufgrund eines Sturmschadens stillgestanden hat, um repariert zu werden, hat die Tiroler Zugspitzbahn am Freitag den Betrieb wieder aufgenommen. "Die Bahn fährt wieder ganz normal", erklärt Geschäftsführer Franz Dengg. "Am Donnerstagmittag haben wir das Seil wieder drinnen gehabt, am Nachmittag haben wir Revisionsarbeiten und Seilprüfungen gemacht."

Außerdem äußert sich der Geschäftsführer zur Rettungsaktion der eingeschlossenen Fahrgäste: "Es hat nie für unsere Gäste eine Gefahr bestanden. Aber es ist halt unangenehm." In solchen Fällen greift ein Notfallplan. Zweimal pro Jahr wird der Ernstfall mit Mitarbeitern geprobt, auch wie die Gondeln evakuiert werden - allerdings meist tagsüber und bei besserem Wetter. Bei der Havarie ist starker Wind aufgetreten, der die Rettungsaktion kompliziert hat.

Vorbericht

Zwischenfall an der Zugspitzbahn in Ehrwald: Ein Stromausfall im Bezirk Reutte hat am Mittwochnachmittag, 6. März, einen technischen Defekt verursacht. In der Folge ist die Zugspitzbahn in Ehrwald zum Stehen gekommen und musste evakuiert werden, da sie auf herkömmliche Weise nicht mehr in Betrieb genommen werden konnte.

Insgesamt 82 Insassen sind betroffen gewesen und laut der Landespolizeidirektion Tirol zumindest teilweise mit Berge- und Rettungsgondeln zunächst wieder zur Bergstation und von dort aus wiederum mit der bayerischen Bergbahn ins Tal gebracht worden. Sobald das geschafft gewesen ist, konnten die Rettungskräfte den Einsatz gegen 21.45 Uhr erfolgreich beenden. Anschließend sind die Fahrgäste mit Bussen zurück nach Ehrwald gebracht worden.

Tiroler Zugspitzbahn nach Stromausfall außer Betrieb

Verletzt worden ist keiner der Fahrgäste. Im Einsatz gewesen sind laut Angaben der Landespolizeidirektion Tirol Mitarbeiter des Seilbahnunternehmens, Einsatzkräfte der Bergrettung Ehrwald sowie Beamte der Alpinpolizei.

Ursache für den Stromausfall sei laut einem Bericht der Tiroler Tageszeitung ein Baum gewesen, der umgestürzt und in die Leitung gefallen ist. Dadurch ist ein sogenannter Notstopp ausgelöst worden. Zudem soll beim Nachschwingen das Zugseil der Bahn aus der Führung gesprungen sein.

Aufgrund dessen ist die Bahn angehalten worden, um die Fahrgäste nicht zu gefährden. Die Tiroler Tageszeitung beruft sich auf eine erste Stellungnahme von Zugspitzbahn-Chef Franz Dengg.

Unfall im Herbst vergangenen Jahres

Es ist nicht der erste Zwischenfall einer Zugspitzbahn. Am 12. September 2018 ist eine Seilbahnkabine der bayerischen Zugspitzbahn im Rahmen einer Übung außerhalb der Betriebszeit schwer beschädigt worden, als ein unbemannter Bergekorb zwischen Stütze und Bergstation mit der ebenfalls unbemannten Kabine kollidiert ist. Der havarierte Kabine ist daraufhin aufwendig geborgen worden.

Die neue Seilbahn mit bodentief verglasten Kabinen für bis zu 120 Passagiere hat erst am 21. Dezember 2017 nach drei Jahren Planungs- und weiteren drei Jahren Bauzeit ihren Betrieb aufgenommen. Sie hat damit auf fast derselben Trasse die 1963 eröffnete Eibsee-Seilbahn abgelöst.

ksl

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