Sänger- und Musikantenwallfahrt auf den Petersberg bei Flintsbach

Zahlreiche Teilnehmer erleben musikalische und gläubige Tradition

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Der Sulzberger Dreigsang an der Andreas Apostelstele. An der Zither begleitet Peter Anderl von den Inntaler Sängern. Am Mikrophon Sprecher Hubert Kobler St. Veit i. Defereggen/Osttirol (ORF).

Flintsbach - Strahlender Sonnenschein, gut aufgelegte Musikanten und Wallfahrer und ein feierlicher Gottesdienst mit eindrucksvoller Predigt bildeten den gelungenen Rahmen der traditionellen Musikantenwallfahrt auf den Petersberg.

Der Urheber der Idee, der Flintsbacher Schreinermeister Sepp Wieland, einer der Inntaler Sänger und jahrzehntelang Kirchenpfleger der Inntaler Urpfarrei St. Martin Flintsbach, hatte die reine Freude, dass seine beiden Söhne Josef und Martin, nun schon zum wiederholten Male, mit einer gut durchdachten Organisation sein Werk fortsetzten

Alle zwei Jahre wird die Musikantenwallfahrt durchgeführt. Sie geht auf den 23. Juli 1989 zurück, als zur 850 Jahrfeier der Altarweihe der Petersbergkirche (im Jahr 1139 durch Bischof Otto von Freising) über die Idee mit einem „Tag der Volksmusik“ der Anfang gemacht wurde. Zum Dank dafür, wie Initiator Sepp Wieland sagt „dass wir von unseren Veranstaltungen immer wieder gut heimgekommen sind und damit wir auch weiterhin den Segen von oben haben, gehen wir den Weg der Apostel“. 

Viele Musikanten nahmen teil

Und so war es schon bewegend, dass sich auch heuer viele Wallfahrer aus ganz Bayern und Österreich einfanden, um betend, singend und musizierend auf dem Apostel–Stelen–Weg zur Petersbergkirche (älteste Kirche des Bayerischen Inntals) zu pilgern. Dieser Apostelweg entstand auf Anregung von Kardinal Döpfner, im Auftrag des früheren Ortspfarrers Josef Rosenegger, als neuer Stationsweg zu Ehren der zwölf Apostel, nachdem der im 18. Jahrhundert errichtete Kreuzweg im Zuge der Säkularisation 1803 zerstört wurde. 

Feierlicher Gottesdienst vor der Petersbergkirche

Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger, der den Berg ohne Fahrhilfe vom Tal aus beging („für ihn als geborener Ruhpoldinger selbstverständlich“, wie er wörtlich meinte), zelebrierte den feierlichen Gottesdienst im Freien vor der Petersbergkirche. Der auf dem Domberg in Freising wohnende Weihbischof belebte mit der geistigen Leitung der Wallfahrt, die seit 850 Jahren bestehende Eigentumsverbindung zum Bistum Freising. In seiner erfrischenden Predigt, ging er auf die Entsendung der Apostel ein und stellte die Nähe zum Apostel Petrus, dem Kirchenheiligen der Petersbergkirche her. Zu den Sängern und Musikanten gewandt meinte er, „dass es trotz zahlreicher Beteiligung wieder eine sehr innige und ergreifende Wallfahrt auf den Petersberg ist, bei der man in mehrfacher Hinsicht dem Himmel ein Stück näher sein kann“.

Mitorganisator und Sprecher Martin Wieland (li) bedankt sich bei Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger, der sich darüber sichtlich freut.

Musikalische Umrahmung durch die mitpilgernden Musikgruppen

Die musikalische Umrahmung der kirchlichen Feier übernahmen die mitgepilgerten Musik- und Gesangsgruppen. Martin Wieland dankte allen Mitwirkenden Teilnehmern und Organisationshelfern. Das letzte Wort vor dem Schlusssegen hatte Schirmherr Landrat Wolfgang Berthaler, der die Wallfahrt als großartige Veranstaltung herausstellte und das hohe Engagement der Familie Wieland und aller Beteiligten lobte

Nach dem Gottesdienst spielten Sänger- und Musikanten, die teilweise schon die Lesungen und Gebete des Apostelweges begleiteten, zur Unterhaltung auf. So schmeckte Essen und Trinken, das ja bekanntlich auch zur Wallfahrt gehört, besonders gut

Am Tisch der Ehrengäste v.li n. re. Bezirksrat Sebastian Friesinger, Schirmherr Landrat Wolfgang Berthaler, Erster Bürgermeister Stefan Lederwascher, Kirchenpfleger Josef Huber, Johanna Astner, weitere Bürgermeisterin der Gemeinde Flintsbach.

Zahlreiche Mitwirkende sorgten für das Gelingen

Die Mitwirkenden der diesjährigen Wallfahrt waren: Sprecher Hubert Kobler St. Veit i. Defereggen/Osttirol (ORF), Sepp Kolb St. Margarethen/Brannenburg, Martin Wieland Deisenhofen (BR), Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger, Freising. Fürbitten Maria Sandtner Salzburg-Golling, Siegi Götze Marquartstein. 

Ferner Flintsbacher Alphornbläser, Goinger Weisenbläser Going Tirol, Afelder Dreigesang Wildschönau/Tirol, Schwanthalerhöher Dreigesang München, Inntaler Sänger, Duo Anderl – Singer, Geschwister Forster Au bei Bad Aibling, Sulzberger Dreigsang Brannenburg, Geschwister Bauer Samerberg, Reich Viergesang Pfaffing, Echtler Sängerinnen Bad Feilnbach, Mittenwalder Klarinettenmusi, Samerberger Schwegler, Familienmusik Sinhart. 

Veranstalter war die Pfarrei St. Martin Flintsbach. Resümierender Abschluss: Die diesjährige Wallfahrt war sehr würdig und ergreifend. Ein echter Wallfahrtsgedanke und die innere Präsenz der Teilnehmer kamen spürbar zum Ausdruck. Neben vielen Teilnehmern war auch der Veranstalter davon überwältigt.

Pressemeldung Pfarrei St. Martin Flintsbach

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