Einblicke in das Leben auf Burg Falkenstein bei Flintsbach

Ausgrabungsfunde aus dem 12. bis zum 18. Jahrhundert

+
Bei den Bodenuntersuchungen wurde ein Stück Mauer entdeckt, das in der Vergangenheit Teil eines bisher unbekannten Gebäudes war. Sie grenzt an die Ringmauer der Burgruine Falkenstein an.

Flintsbach am Inn - Bei Ausgrabungen auf der Burg Falkenstein, sie liegt im Gemeindegebiet von Flintsbach, wurden Reste von Keramikgefäßen und Ofenkacheln aus dem 12. bis zum 18. Jahrhundert gefunden.

Die Grabungen ergaben zudem, dass das Bodenniveau im Innenhof der Burg in der Vergangenheit niedriger war als heute. Die mächtigen Schuttauffüllungen drücken offenbar auf die Ringmauer.

Drei Grabungsstellen innerhalb der Ringmauer

Insgesamt richteten die Archäologen innerhalb der Ringmauer drei Grabungsstellen ein. Zwei davon waren zwei Mal zwei Meter groß und die dritte zwei Mal vier Meter. Die Ausgrabungsspezialisten erreichten an keiner der drei Ausgrabungsstellen den Boden bzw. den Fels zur Zeit der Errichtung von Burg Falkenstein um das Jahr 1300. Das tiefste bisher erreichte Niveau wird der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts zugerechnet

Festgestellt wurde, dass zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert Erhöhungen des Geländes vorgenommen wurden. Ein Stück Mauer wird einem bisher unbekannten Gebäude zugerechnet, das unmittelbar an die Ringmauer angrenzte. Nach einem Brand im Jahr 1789 wurden Teile der Burg über Jahrzehnte hinweg abgebrochen. Die Archäologen vermuten, dass der Turm vermutlich in den 1830er Jahren wiederhergestellt wurde.

Ältestes gefundenes Fragment aus dem 12. Jahrhundert

Den größten Anteil bei den Keramikfunden nehmen Ofenkacheln ein. Das älteste Stück ist das Randfragment einer Schüsselkachel aus dem 14. oder 15. Jahrhundert, die jüngsten Kacheln stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die Funde zeigen, dass die Burg umfangreich mit Kachelöfen ausgestattet war. Im Bereich der Gefäßkeramik, also Töpfen und Schüsseln, ist die Randscherbe eines Topfes das älteste Stück und wird ins 12. Jahrhundert datiert.

In der Burg wurde wohl mit Eisen gearbeitet

Auffällig aus Sicht der Archäologen sind die zahlreichen Funde von Eisenschlacke. Sie weisen darauf hin, dass in der Burg Eisen verarbeitet oder gewonnen wurde. Zu den Eisenfunden aus dem 15. bis 18. Jahrhundert gehören unter anderem einige Nägel, Vierkantstäbe die vermutlich Teil eines Fenstergitters waren, Beschläge, ein Sägeblatt und diverse Beschlagbleche. Auch Speiseabfälle wurden entdeckt. Die Tierknochen stammen von Rind und Schwein sowie von Mittel- und Kleinsäugern.

Das wichtigste Ergebnis der Untersuchungen ist aber, dass die mächtigen Schuttauffüllungen im ehemaligen Hof der Unterburg offenbar Druck auf die Ringmauer ausüben. In seinem Grabungsbericht rät der zuständige Archäologe daher, den Abbruchschutt in Teilen der Burg flächig zu beseitigen.

Burg Falkenstein befindet sich seit 2009 im Eigentum des Landkreises Rosenheim. Die Sanierung begann im vergangenen Jahr. Sie umfasst in der Hauptsache die Neuverfugung der erhaltenen Burgmauer mit Kalkmörtel sowie die Erneuerung der Mauerkronen.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Zurück zur Übersicht: Flintsbach

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT