WEIHNACHTSAKTION „OVB-LESER ZEIGEN HERZ“

„Großartige Arbeit“: Haus Christophorus in Brannenburg begeistert Prinzessin Ursula von Bayern

Ihr Herz schlägt für Kinder: Prinzessin Ursula von Bayern, hier bei einer Galashow für Inklusion im Circus Krone 2009, mit TV-Moderatorin Uschi Dämmrich von Luttitz (links). Heuer ist sie Patin der OVB-Weihnachtsaktion.
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Ihr Herz schlägt für Kinder: Prinzessin Ursula von Bayern, hier bei einer Galashow für Inklusion im Circus Krone 2009, mit TV-Moderatorin Uschi Dämmrich von Luttitz (links). Heuer ist sie Patin der OVB-Weihnachtsaktion.

Brannenburg – Sie ist seit 43 Jahren die Ehefrau des Urururenkels von König Ludwig I. – und damit offiziell Prinzessin. Weil sich Ursula von Bayern schon lange für Kinder mit Einschränkungen oder Benachteiligungen einsetzt, stellte sie sich gern als Patin für die OVB-Weihnachtsaktion zur Verfügung.

Liebe Prinzessin Ursula von Bayern, Sie und Ihr Mann engagieren sich sozial. Weil Adel verpflichtet oder gibt es auch andere Gründe?

Prinzessin Ursula von Bayern: „Unsere Gesellschaft funktioniert nur, wenn sich möglichst viele Menschen für andere einsetzen. Insofern würde ich sagen, dass sich jeder zu sozialem Engagement verpflichtet fühlen sollte, ganz egal aus welcher Familie er kommt. Mein Mann und ich unterstützen eine Reihe von Projekten, gemeinsam ist ihnen allen, dass sie sich für Kinder und Jugendliche engagieren.“

Warum unterstützen Sie ausgerechnet die OVB-Weihnachtsaktion? Was halten Sie von Einrichtungen wie dem Haus Christophorus Kinder mit schwerst-mehrfachen Beeinträchtigungen?

Prinzessin Ursula von Bayern: „Mir gefällt, dass die OVB-Aktion in Brannenburg auch eine Außenklasse der Philipp-Neri-Schule im Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) in Rosenheim ermöglicht. Dadurch können deutlich mehr Kinder mit hohem Versorgungsaufwand die Klasse besuchen, und zwar ohne stressige, lange Anfahrt. Das Haus Christophorus und seine wichtige, großartige Arbeit sind mir schon lange ein Begriff, denn es gibt eine enge Zusammenarbeit mit dem Ambulanten Dienst des Kinderpalliativ-Zentrums der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU). Die Arbeit des Kinderpalliativ-Zentrums begleite ich von Anfang an.“

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Sie haben selbst vier Kinder. Wir haben Sie sie erzogen?

Prinzessin Ursula von Bayern: „Unsere Kinder sind längst erwachsen und zum Teil bereits selbst Eltern. Vor zwei Wochen ist Alexis zur Welt gekommen, unser neuntes Enkelkind. Trotzdem sind wir nach wie vor eng miteinander. Bei ihrer Erziehung war uns Liebe und Respekt wichtig – beides haben wir ihnen entgegenbracht, aber auch darauf bestanden, dass sie sich anderen Menschen gegenüber respektvoll und empathisch verhalten.“

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+++ Mit der diesjährigen Weihnachtsaktion unterstützten die OVB-Heimatzeitungen das Haus Christophorus in Brannenburg. Hier finden Sie unsere Themenseite zur OVB-Weihnachtsaktion. Alle Informationen zur Aktion gibt es hier. Sie wollen für die OVB-Weihnachtsaktion spenden? Hier geht‘s zum Spendenformular. +++

Was verbindet Sie besonders mit der Region Rosenheim? Sicher waren sie schon auf Herrenchiemsee?

Prinzessin Ursula von Bayern: „Die Region Rosenheim ist ein besonders schöner Flecken in Bayern. Natürlich war ich schon oft am Chiemsee, und zwar nicht nur auf der Herreninsel, sondern auch auf der idyllischen Fraueninsel, wo die Benediktinerinnen das meiner Meinung nach beste Marzipan herstellen.“

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Speziell für Kinder ist eine Prinzessin ohne Krone und Märchenschloss kaum vorstellbar. Wo ist die Wittelsbacher Geschichte in Ihrem Leben und Alltag noch greifbar und spürbar?

Prinzessin Ursula von Bayern: „Die wenigsten Adligen leben heute in einem Schloss und selbst amtierende Königinnen tragen nur noch zu sehr raren Gelegenheiten ein Diadem. Die Wittelsbacher Geschichte ist bei uns schon deswegen präsent, weil es die Geschichte der Familie meines Mannes ist. Außerdem leben wir am Starnberger See in der Nähe der Stelle, an der ein Kreuz an König Ludwig II. erinnert, der hier im See ertrank.“

Sie sind bald neunfache Großmutter. Was hat sich verändert im modernen digitalen Zeitalter?

Prinzessin Ursula von Bayern: „Natürlich haben meine älteren Enkel ein Mobiltelefon oder ein Tablet. Aber wenn sie bei mir zu Besuch sind, spielt das digitale Zeitalter keine so große Rolle. Ich lese Ihnen vor, zum Teil aus den alten Büchern Ihrer Eltern. Mein Lieblingsmärchen in der Kindheit war übrigens „Die Prinzessin auf der Erbse“. Wir kochen oder backen, schauen zusammen einen Film und vor Corona gingen sie auch gerne mit mir in die Oper oder ins Ballett.“

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Wir leben seit März in einer außergewöhnlichen Zeit. Ihr Eindruck von der Corona-Krise?

Prinzessin Ursula von Bayern: „Natürlich ist die Pandemie eine herausfordernde Zeit für uns alle. Wir wissen immer noch relativ wenig über das Virus, das sorgt bei vielen Menschen für Ängste und Unsicherheit. Aber bei vielen auch für einen noch größeren Einsatz für soziale Projekte als vorher.“

Leider ist derzeit kein Besuch in Brannenburg möglich, um die Kinder nicht zu gefährden. Holen wir einen Besuch in besseren Zeiten nach?

Prinzessin Ursula von Bayern: „Unbedingt, ich freue mich schon darauf, das Projekt, die Kinder und auch alle Betreuerinnen und Betreuer persönlich kennenzulernen.“

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Zur Person: Es funkte an der roten Ampel

Prinzessin Ursula von Bayern (72), aufgewachsen in Nordrhein-Westfalen, hieß Möhlenkamp, bevor sie 1977 Prinz Leopold von Bayern heiratete – den Urururenkel von König Ludwig I. (1786 bis 1868). Acht Jahre zuvor hatte es an einer Ampel erstmals „gefunkt“. Sie zeigte Rot, die Autos von Ursula und Leopold standen nebeneinander. Der Prinz rief: „Na, soll ich Ihnen mal das Fahren beibringen?“ Ganz schön frech, dachte sie sich. „Doch dieser eine Augenblick ist nach wie vor etwas ganz Besondere“, sagt Ursula von Bayern heute. Als junge Frau machte sie eine Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin und zog mit 20 nach München. Mit Leopold (77) – Ex-Rennfahrer (DTM) und heute unter anderem Markenbotschafter von BMW, Sonderbotschafter der Special Olympics und Schirmherr von „Dolphin Aid“ – hat die Prinzessin vier bereits erwachsene Kinder. Das Ehepaar wohnt seit Jahrzehnten am Starnberger See.

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