Mord an französischer Austauschstudentin 2014 in Kufstein

Lucile vergewaltigt und erschlagen - Fernfahrer wegen Mordes schuldig gesprochen

Urteilsverkündung im Mordprozess in Freiburg
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Der rumänische Fernfahrer wird am 22.12.2017 zur Urteilsverkündung in den Sitzungssaal des Landgerichtes in Freiburg (Baden-Württemberg) gebracht. Er hat Anfang November 2016 eine 27 Jahre alte Joggerin in Endingen vergewaltigt und getötet. Dem Fernfahrer wird zudem der Mord an einer 20 Jahre alten französischen Austausch-Studentin aus Lyon im Januar 2014 in Kufstein (Österreich) zur Last gelegt.

Kufstein/Innsbruck -  Vor sechs Jahren ist die französische Austauschstudentin Lucile K. in Kufstein getötet worden – von demselben Mann, der auch Carolin G. aus Endingen ermordet hat. Zu diesem Urteil kam nun das Landesgericht Innsbruck am Dienstag.

Update, Mittwoch (10. Juni): Schuldspruch für Fernfahrer wegen Mordes

Das Landesgericht Innsbruck hat den 43-jährigen Fernfahrer Catalin C. wegen Mordes verurteilt. Die acht Geschworenen haben einstimmig entschieden und ihn wegen Mordes und Störung der Totenruhe schuldig gesprochen. 

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er im Januar 2014 eine Austauschstudentin aus Frankreich am Ufer des Inn in Kufstein mit einer Eisenstange erschlagen und sie anschließend vergewaltigt hatte. Bei Prozessbeginn stritt er die Tat jedoch zunächst ab und bekannte sich nicht schuldig.

Eine zusätzliche Strafe hat das Landesgericht Innsbruck nicht verhängt, weil das Landgericht Freiburg ihn bereits wegen Mordes an der Endinger Joggerin (Kreis Emmendingen) zu lebenslanger Haft verurteilt hatte. Das Landesgericht Innsbruck hat den hinterbliebenen Eltern von Lucile K. je etwa 14.000 Euro als Trauerschmerzensgeld und für Begräbniskosten zugesprochen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, erhob Catalin C. sofort nach Verkündung des Urteils eine sogenannte Nichtigkeitsbeschwerde. Bis zur Entscheidung über die Rechtsmittel bleibt der Angeklagte demnach in Österreich in Haft; diese wird auf die deutsche Strafe angerechnet.

Update, 12.41 Uhr - Angeklagter Fernfahrer bestreitet Vorwürfe

Am Innsbrucker Landesgericht hat am Dienstagvormittag der Prozess um den Tod der französischen Austauschstudentin Lucile in Kufstein begonnen. Verantworten muss sich ein rumänischer Lkw-Fahrer.

Der Prozess begann unter großem Medieninteresse. Dem Angeklagten werde die „allerschwerste Kriminalität“ zur Last gelegt, erklärte Staatsanwalt Clemens Gattringer in seinem Eröffnungsplädoyer, wie die Tiroler Tageszeitung berichtet. Er soll Lucile getötet und dann ihre Leiche sexuell geschändet haben. Die Obduktion habe ergeben, dass die 20-Jährige durch zwei Schläge auf den Kopf getötet worden war. GPS-Daten seines Lastwagens und an Luciles Leiche gefundene DNA-Spuren würden seine Schuld belegen, so der Staatsanwalt. 

Der Angeklagte sitzt vor Beginn des Prozesses im Gerichtssaal des Landgerichts auf einem Stuhl. Ein in Deutschland wegen Mordes an einer Joggerin bereits zu lebenslanger Haft verurteilter Lkw-Fahrer hat die Tötung einer weiteren Frau geleugnet. Zum Auftakt eines Mordprozesses um den tödlichen Angriff auf eine 20-jährige französische Austauschstudentin im österreichischen Kufstein bekannte sich der 43-Jährige am Dienstag nicht schuldig.

Der Staatsanwalt betonte außerdem, dass der Angeklagte die Tat vor einem Psychiater in Deutschland indirekt gestanden habe. Vor den Geschworenen erklärte sich der 43-Jährige daraufhin für nicht schuldig. Er erklärte zur rechtskräftigen Verurteilung in Deutschland, dass er auch in Freiburg dort ein prozesstaktisches Geständnis abgegeben habe, dass mit der Wahrheit nichts zu tun gehabt hätte: „Ich habe es es nur aus Angst vor den Mithäftlingen abgegeben."

Der deutsche Psychiater bestätigte als Zeuge in Innsbruck, dass der Angeklagte ihm gegenüber in Freiburg von beiden Tötungsdelikten sprach. Beim zweiten Fall konnte es nur um die Tat in Kufstein gehen. Von dem 43-Jährigen gehe jedenfalls eine hohe Gefahr für weitere Delikte aus, sagte der Psychiater. „Es spricht aus psychiatrischer Sicht einiges dafür, dass der Angeklagte ein klassischer Serienmörder ist."

Vorbericht

Mehr als sechs Jahre nach dem gewaltsamen Tod der französischen Austausch-Studentin Lucile K. in Kufstein muss sich am Dienstag der tatverdächtige 43-jährige Fernfahrer aus Rumänien am Landesgericht Innsbruck wegen Mordes verantworten. 

Die 20-jährige Austauschstudentin Lucile wurde am 12. Januar tot am Innufer gefunden. Sie stammte aus der Nähe von Lyon und lebte seit vier Monaten in Kufstein. Laut Gerichtsmedizin wurde die Französin am späten Abend des 11. Januar ermordet. 

Die ermordete Lucile (links) und das Phantombild, das die Polizei im Januar 2017 veröffentlichte.

Aufgrund des Verschwindens von Handy und Tasche der 20-Jährigen ging das Landeskriminalamt (LKA) erst von einem Raubmord aus. „Stumpfe Gewalt“ hatte zum Tod der jungen Frau geführt, erklärten die Ermittler damals. Nur kurze Zeit nach dem Leichenfund entdeckten Polizeitaucher dann im Inn die Tatwaffe: Ein Eisenrohr, das zum Bedienen eines hydraulischen Wagenhebers benutzt wird.

Leichenfund in Kufstein

Leichenfund in Kufstein
Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at
Leichenfund in Kufstein
Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at
Leichenfund in Kufstein
Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at
Leichenfund in Kufstein
Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at
Leichenfund in Kufstein
Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at
Leichenfund in Kufstein
Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at
Leichenfund in Kufstein
Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at
Leichenfund in Kufstein
Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at
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Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at
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Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at
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Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at
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Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at
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Am Sonntagvormittag ist in Kufstein eine Frauenleiche am rechten Innufer entdeckt worden. Bei der Toten handelt es sich um eine 20-jährige Französin, die in Kufstein studierte © einsatzfoto.at

Durchbruch dank DNA-Spur nach Mord an Joggerin in Baden-Württemberg

Warum und von wem die 20-Jährige aus vermutlich sexuell motivierten Gründen erschlagen worden war, blieb jedoch lange im Dunkeln. Auch die Ausstrahlung des Falles in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“ ein Jahr später brachte keine entscheidenden Hinweise.

Die ermordete Joggerin Carolin G.

Als Anfang November 2016 dann die Joggerin Carolin G. in Endingen vergewaltigt und ermordet wurde, ein erster Durchbruch für die Ermittler: Die DNA des Täters im Mordfall Carolin stimmte mit der am Tatort gefundenen DNA im Fall Lucile überein. Nach einer Öffentlichkeitsfahndung mit Phantombild konnten die Ermittler Anfang Juni 2017 dann einen Tatverdächtigen festnehmen: Ein 40 Jahre alter Fernfahrer aus Rumänien. 

Am Landgericht Freiburg wurde über den zum Mord in Endingen geständigen Familienvater im Dezember lebenslange Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verhängt. Über die vorgesehene Sicherungsverwahrung muss aber nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe neu verhandelt werden. Diese Verhandlung soll nach Auskunft des Freiburger Landgerichts nach dem Prozess in Innsbruck stattfinden.

Beschuldigter gestand Mord an Lucile

Wenig später wurde bekannt, dass der Mann einem Psychiater gegenüber auch den Mord an Lucile gestanden hatte. Wegen Einsprüchen bei der Verhandlung in Deutschland kam es allerdings immer wieder zu Verzögerungen, deshalb dauerte die Auslieferung nach Österreich auch an, erklärte die Staatsanwaltschaft im Vorfeld. 

Zuletzt wurde der Prozess wegen der Coronavirus-Pandemie von März auf Juni verschoben

mh

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