Tirol will "Rechtmäßigkeit" in München erläutern

Blockabfertigung: Rosenheimer Polizei zieht am dritten Tag in Folge Bilanz

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Kiefersfelden/Kufstein - Insgesamt vier Mal in dieser Woche wollen die Tiroler Behörden an der Grenze bei Kufstein die bereits bekannte Lkw-Blockabfertigung durchführen. Auch an Tag drei stauen sich die Lkw auf der rechten Spur vor der Grenze:

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UPDATE, 12.30 Uhr: Bilanz der Rosenheimer Verkehrspolizei

Wie im Dosierkalender des Landes Tirol angekündigt, fand heute die nächste Blockabfertigung an der AS Kufstein-Nord statt. Dazu wurde ab 5 Uhr am sogenannten Check-Point der Lkw-Verkehr bis zur festgelegten Durchlaufquote verlangsamt. Aufgrund des geringen Lkw-Aufkommens kam es auf der A93 lediglich zu kleineren Verkehrsbehinderungen. Der Lkw-Stau reichte im Maximum kurzzeitig etwas über die AS Kiefersfelden hinaus. Der linke Fahrstreifen der A93, das Inntaldreieck und die A8 blieben störungsfrei. 

Wie bei allen Blockabfertigungen werden durch die Rosenheimer Verkehrspolizei stets Kräfte vorgehalten, um an betroffenen Anschlussstellen bei auftretenden Verkehrsbehinderungen jederzeit ein Zu- und Abfahren zu ermöglichen. Von Seiten der österreichischen Behörden wurde die Dosierung um 9.40 Uhr beendet. 

Die nächste Blockabfertigung ist derzeit für Freitag, den 1. Juni, geplant.

Pressemitteilung Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim

UPDATE, 10.05 Uhr

Die Maßnahmen wurden für Mittwoch seitens der Tiroler Behörden beendet und der Stau hat sich inzwischen aufgelöst.

UPDATE, 8.10 Uhr: Zwei Kilometer Stau

Inzwischen staut sich der Lkw-Verkehr vor der Tiroler Grenze auf einer Länge von rund zwei Kilometern. Damit fällt es heute deutlich ruhiger aus als die Montag und Dienstag. Hier staute es sich auf einer Länge von rund 12 Kilometern.

In der Diskussion um die Lkw-Blockabfertigungen auf der Inntalautobahn beharrt das Land Tirol darauf im Recht zu sein. In München gibt es heute ein Treffen, bei dem die Tiroler die Rechtmäßigkeit erklären wollen. Das berichtet Radio Charivari. Nach Ansicht der EU sind die Blockabfertigungen in der jetzigen Form nicht rechtmäßig. Es handelt es sich um eine Einschränkung des freien Warenverkehrs, heißt es. Die Tiroler verweisen dagegen auf ein Verkehrsmodell, das ihre Haltung untermauern soll. Was da drin steht, ist noch unklar. Ob das Modell stichhaltig ist, wird bei der EU derzeit geprüft.

UPDATE, 6.20 Uhr: Blockabfertigung heute wohl bis 10 Uhr

Seit 5 Uhr morgens führt die Tiroler Polizei nun den dritten Tag in Folge eine Blockabfertigung für Lkw durch. Laut Verkehrsmeldungen soll diese am Vormittag gegen 10 Uhr beendet werden. Derzeit staut sich der Verkehr auf der Lkw-Spur vor der Grenze Kufstein/Kiefersfelden. Einschränkungen für den Pkw-Verkehr gibt es nicht.

Vorbericht

Nach Angaben der Landeshauptmannschaft Tirol führt das Bundesland Tirol (Österreich) auch in der zweiten Pfingstferienwoche am Montag, 28. Mai, am Dienstag, 29. Mai, am Mittwoch, 30. Mai, und am Freitag, 1. Juni, jeweils nach Ende des Nachtfahrverbots ab 5 Uhr morgens wieder Lkw-Blockabfertigungen durch. Am Donnerstag, 31. Mai (Feiertag Fronleichnam), findet keine Blockabfertigung statt.

250 bis 300 Lkw pro Stunde

Auf der Inntalautobahn bei Kufstein-Nord werden durch österreichische Einsatzkräfte in Fahrtrichtung Süden die Lkw gezählt und bei Erreichen einer vermeintlichen Kapazitätsgrenze von etwa 250 bis 300 Lkw pro Stunde wird deren Fahrt verlangsamt oder nötigenfalls auch angehalten.

Die Verkehrsteilnehmer müssen daher an diesen Tagen mit erheblichen Verkehrsbehinderungen in südlicher Fahrtrichtung auf der Inntalautobahn (A93) in Bayern rechnen, die auch auf die Autobahn München - Salzburg (A8) zurückreichen können.

Lkw-Blockabfertigung: Über 50 Kilometer Stau auf A93 und A8

Um die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit möglichst gering und die Flüssigkeit des Verkehrs soweit als möglich aufrecht zu erhalten, wird die Verkehrspolizei Rosenheim mit Unterstützung umliegender Dienststellen die erforderlichen Verkehrslenkungs- und Verkehrsregelungsmaßnahmen ergreifen.

Die aktuellen Verkehrsinformationen der Verkehrsmeldestelle Bayern sind im Internet unter www.bayerninfo.de abrufbar. Zudem werden diese von den Radiosendern ausgestrahlt, so dass auch die Verkehrsnachrichten sowie die Navigationsgeräte die aktuelle Verkehrslage in Bayern widerspiegeln.

Heimische Spediteure erzürnt 

Die Polizei bittet die Verkehrsteilnehmer eindringlich:

Halten Sie unbedingt die angeordnete Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h und das Überholverbot für Lkw (über 3,5 Tonnen) ein!

Lkw-Fahrer müssen die Ein- und Ausfahrten an den Anschlussstellen und an den Parkplätzen auf jeden Fall freihalten!

Die Speditionen im Raum Rosenheim sind darüber alles andere als begeistert. Harte Kritik an den Maßnahmen aus Tirol übt Georg Dettendorfer, Geschäftsführer der Spedition Dettendorfer in Nußdorf am Inn: "Ich hoffe, dass Tirol ein Einsehen hat und die Blockabfertigungen reduziert, nicht an so vielen Tagen macht. Es gibt sicherlich Tage mit hoher Verkehrsbelastung, da muss man schauen, was man tun kann. Aber ich sehe keine Möglichkeiten, wie der ganze Lkw-Verkehr in den nächsten Monaten kurzfristig und sofort vermieden oder auf die Schiene gestellt werden kann. Im Moment ist es so, dass wir die Blockabfertigungen ausbaden - wir und unsere Kunden", so Dettendorfer gegenüber dem BR.

Terminüberblick

An folgenden Tagen gibt es an der Grenze Kufstein/Kiefersfelden Blockabfertigungen für den Lkw-Verkehr:

Juni/Juli

August/Oktober/November

1.6.2018 

2.7.2018 

9.7.2018 

16.7.2018 

23.7.2018 

30.7.2018

16.8.2018 

27.10.2018 

2.11.2018 

5.11.2018

Bisheriger Höhepunkt: 65 Kilometer Stau 

Die Blockabfertigungen führen auf bayerischer Seite fast immer zu Rückstaus, da die A93 nur zwei Fahrspuren hat. Die rechte ist dann meistens kilometerlang von den wartenden Lkw belegt, auf der Linken findet der gesamte übrige Verkehr statt. Oft reichen diese Staus über das Inntaldreieck hinaus bis auf die A8 München-Salzburg. Am 26. April ging er sogar über 60 Kilometer bis zur Anschluss-Stelle Hofolding beziehungsweise auf der anderen Seite bis Frasdorf zurück.

mh/Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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