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Deutsche Bahn „vergisst“ Vereinbarung

Bohrlärm Tag und Nacht: Arbeiten für Brenner-Nordzulauf zehren an den Nerven der Kiefersfeldner

Auf einer Lichtungam Buchberg in Kiefersfelden hat Manuel Gotthalmseder, Projektleiter für den Abschnitt des Brenner-Nordzulaufs, den Bohrer platziert, um die notwendigen Gesteinsproben zu entnehmen.
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Auf einer Lichtung am Buchberg in Kiefersfelden hat Manuel Gotthalmseder, Projektleiter für den Abschnitt des Brenner-Nordzulaufs, den Bohrer platziert, um die notwendigen Gesteinsproben zu entnehmen.

Für die Bahn ist es alltägliche Routine, für einige Anwohner eine Ruhestörung: die Erkundungsbohrungen des Projektes Brenner-Nordzulauf. Der Beginn der Arbeiten oberhalb des Bergfriedhofs in Kiefersfelden sollte mit Bürgermeister Hajo Gruber (UW) eigentlich abgesprochen werden. Stattdessen wurden nun einige Bürger überrascht.

Kiefersfelden – Von den Bohrgeräuschen irritiert wandten sie sich an den Rathauschef, der nun auf den nächtlichen Lärm reagierte.„Es kamen vereinzelt Bürger auf mich zu, die in der Umgebung plötzlich seltsame Geräusche gehört haben“, berichtet Gruber. Da zunächst niemand Bescheid wusste, dass auf der Kuppe des Buchbergs die Erkundungsbohrungen für den Brenner-Nordzulauf begonnen haben, sei die Aufregung im nahegelegenen Wohngebiet groß gewesen.

Doch der Bürgermeister konnte die Einwohner schnell wieder beruhigen. „Ich bin direkt zu der Stelle hochgefahren, um mir die Sache anzuschauen“, sagt der Rathauschef. Nachdem die Bohrungen der Deutschen Bahn schon seit Herbst 2021 geplant gewesen seien, habe er bereits vermutet, dass die Bohrungen nun angefangen haben.

Damit sich die Einwohner auf eine eventuelle Lärmbelästigung einstellen können, hatte der Rathauschef eigentlich mit der Deutschen Bahn vereinbart, dass der Beginn der Erkundungsbohrungen vorher angekündigt wird. Dies wurde aber laut Gruber versäumt. „So kam es zu diesem Informationsproblem, das die Anwohner wahrscheinlich mehr beunruhigt hat als die Geräusche selbst.“

Ungewohnter Lärm am Buchberg

Die Lärmbelästigung halte sich allerdings in Grenzen und werde zumindest in der Nacht auch gar nicht mehr lange andauern, wie Manuel Gotthalmseder, Projektleiter für den Abschnitt des Brenner-Nordzulaufs, versichert. „Wir arbeiten bei der ersten Bohrung voraussichtlich nur noch rund drei Wochen im Mehrschichtbetrieb“, berichtet der Projektleiter.

Die Arbeit rund um die Uhr sei allerdings bis dahin notwendig, um im ohnehin straffen Zeitplan zu bleiben. Noch vor dem Winterreinbruch, also spätestens bis Ende November, sollen laut Gotthalmseder die Gesteinsproben am Hang entnommen werden. Diese würden anschließend in Neubeuern von Geologen untersucht, um Unwägbarkeiten beim Trassenbau vorzubeugen.

Rund 160 Meter tief ist die rund 17 Tonnen schwere Bohrmaschine bereits in das Gestein eingedrungen. In dieser Höhe soll die künftige Trasse verlaufen. „Wir wollen allerdings noch rund 200 Meter tief in die Erde, um das Gestein und den Grundwasserpegel unter dem künftigen Tunnel einschätzen zu können“, erklärt Gotthalmseder.

Mindestens bis zum 10. September müssten die Anwohner, vor allem zur Nordseite hin, also auch in der Nacht mit dem Summen der Maschine leben. „Wir sind hier oben aber so weit weg, dass davon nur wenige Anwohner betroffen sind“, meint Gotthalmseder. Aus diesem Grund habe er auch keinen Sinn darin gesehen, jeden einzelnen Kiefersfeldener vorher per Post zu informieren und dadurch „unnötig zu beunruhigen“.

„Geräusche gehen im Alltag unter“

Auch Gruber ist der Überzeugung, dass die Auswirkungen im Rahmen bleiben. „Wenn alles ruhig ist, hört man es natürlich schon ein wenig“, meint er. Seiner Erfahrung nach würde das Brummen allerdings größtenteils in den Alltagsgeräuschen untergehen. Speziell zur Seite in Richtung Autobahn und den Gleisen der Stammstrecke wäre kaum etwas zu hören. „Da jetzt außerdem jeder weiß, was passiert und alle sensibilisiert sind, sollten die Bohrungen eigentlich kein Problem mehr sein“, hofft Hajo Gruber.

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