Leser berichtet von Station in Kiefersfelden *mit Voting

Erneut Chaos bei Corona-Test: „Der wurde verschlampt“

Seit 11. August betreibt die Firma Eurofins die Corona-Teststation in Kiefersfelden.
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Seit 11. August betreibt die Firma Eurofins die Corona-Teststation in Kiefersfelden.

Kiefersfelden - Das Test-Chaos bei Reiserückkehrern geht weiter. Ein Leser berichtet von einem verlorenen Test, den er an der Station in Kiefersfelden gemacht hat. Das Gesundheitsamt Rosenheim ist für verlorene Ergebnisse jedoch nicht zuständig.

Es wird gewarnt vor einer zweiten Corona-Welle und zur Sorgfalt aufgerufen. Doch das Test-Chaos geht munter weiter. „Meine Frau und ich waren vergangenen Freitag auf einer Hochzeit in Österreich mit über 100 Gästen. Bereits im Vorfeld haben wir uns dazu entschieden auf der Rückreise einen Corona-Test in Kiefersfelden zu machen“, berichtet ein Leser, Sandro P. aus München, gegenüber rosenheim24.de. Bis zum Testergebnis innerhalb von 24 Stunden wollte das Paar sowieso zuhause bleiben, daher wäre alles gut gewesen.

Verlorener Corona-Test in Kiefersfelden: „Irgendwann macht keiner mehr freiwillig einen Test“

Sandro P. hat sich und seine Frau mit dem QR-Code angemeldet und die Tests an der Station in Kiefersfelden gemacht. Am Sonntag erreichte das Paar eine E-Mail, aber lediglich mit den Testergebnissen der Frau. „Da habe ich mir noch nichts gedacht und wollte zunächst noch abwarten“, berichtet Sandro.

Da am Montag weiterhin noch kein Testergebnis da war, hat Sandro beim zuständigen Gesundheitsamt in Rosenheim angerufen und den Sachverhalt geschildert. Zur großen Überraschung von ihm lagen keine Daten zu seinem Test vor und es wurde gefragt, ob er denn wirklich einen gemacht habe. Als Lösung schlug der Mitarbeiter vor, erneut einen Test durchzuführen. „Es gab ja bereits einen Skandal mit vielen verlorenen Tests, jetzt macht es eine neue Firma und es gibt dieselben Probleme“, ärgert sich Sandro.

Das sei wirklich nicht akzeptabel. „Wenn immer wieder Ergebnisse verschwinden, macht irgendwann keiner mehr freiwillig einen Test“, glaubt Sandro. Zu allem Überfluss hätte sich das Ehepaar 40 Minuten angestellt. Zumal es als Vorsorge dienen sollte. „Der Test wurde verschlampt, den gibt es nicht in den Unterlagen. Das ist sehr enttäuschend“, so Sandro.

Gesundheitsamt Rosenheim ist für verlorene Tests nicht zuständig

Ina Krug von der Pressestelle Landratsamt Rosenheim erklärte gegenüber rosenheim24.de, dass in solchen Fällen ausschließlich das Unternehmen zuständig sei, die die Tests durchführen: „Die Firma Eurofins betreibt das Testzentrum seit dem 11. August nachmittags. Sollte ein Befund verloren gegangen, so kann ausschließlich Eurofins hierzu etwas sachdienliches sagen. Dem Gesundheitsamt liegen dazu keine Informationen vor.“ Eine Anfrage an Eurofins blieb bisher unbeantwortet.

Mit einem QR-Code kann man sich an der Teststation in Kiefersfelden registrieren.

„Generell können alle Getesteten mittels eines QR-Codes ihren Befund von einer Seite des Labors abrufen“, erklärt Krug den Ablauf. Positive Befunde würden dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt gem. Labormeldepflicht nach § 7 des Infektionsschutzgesetzes vom Labor zugeleitet werden. Das Gesundheitsamt Rosenheim informiert laut Krug umgehend die betroffenen positiv Getesteten mit Wohnsitz in Stadt und Landkreis Rosenheim über ihren Befund und ordnet die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen an, sobald es den Befund vom Labor erhält.

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Leser berichten von weiteren Vorfällen

Zuletzt kam es nach der Einführung der Teststationen an den bayerischen Autobahnen zu einer großen Panne, bei dem viele Testergebnisse lange auf sich warten ließen – darunter auch viele positive Befunde. Ein Ehepaar aus Bruckmühl ließ einen Abstrich an der Raststätte in Hochfelln am 2. August machen und musste lange auf die Ergebnisse warten. Wie uns die Beiden inzwischen mitteilten, erhielten sie die Ergebnisse am 15. August.

Eine weitere Leserin aus Bad Aibling berichtete uns von einer menschenunwürdigen Situation am Münchner Flughafen: „Nach der Landung waren wir in einem engen Raum zusammengepfercht wie Viecher, mit mindestens 1000 Leuten an zwei Gepäckbändern, da alle Flüge aus einem Risikogebiet in einem abgesperrten Bereich eingeschlossen werden. Es war wirklich unglaublich.“

Sandro selbst sehe es als Pflicht, auf die Missstände hinzuweisen. „Besonders mit den vielen Rückkehrern aus dem Urlaub derzeit ist es mir ein Anliegen, dass in Zukunft keine Tests mehr verschwinden“, so Sandro. Man kann nur hoffen, dass das Chaos bald vorbei ist.

jz

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