Kandidatenvorstellung zur Europawahl

24 Fragen an Isabella Ritter (CSU)

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Kiefersfelden - Am Sonntag, den 26. Mai findet die Europawahl statt. Auch acht Kandidaten aus der Region wollen einen der 751 Sitze ergattern. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Isabella Ritter (CSU).

1. Name

Isabella Ritter

2. Partei

Christlich-Soziale Union in Bayern e.V. (CSU)

3. Alter

26

4.Wohnort

Kiefersfelden 

5. Familienstand

Ledig

6. Kinder

Keine Kinder

7. Wie verlief Ihre politische Karriere?

Seit 2011 bin ich Mitglied in der Jungen Union, seit 2012 Mitglied der CSU. Seit April 2017 bin ich Bezirksvorsitzende der Europa-Union Oberbayern, seit Juli 2017 Mitglied im Kreisvorstand der CSU Rosenheim-Land und seit September 2018 Stellv. Vorsitzende der Deutschen Sektion der Europäischen Frauen-Union. Im November 2018 wählten mich die Delegierten auf Platz 10 und somit in das Spitzenteam zum Europäischen Parlament. Seit April 2019 darf ich den CSU-Ortsverband in Kiefersfelden leiten.

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? - Gerade in Hinsicht auf Europa.

In Hinsicht auf Europa ist mein politisches Vorbild Franz Josef Strauß. Franz Josef Strauß hat schon frühzeitig in seiner Politik bemerkt und bedacht, wie wichtig Europa für uns ist und es auch weiterhin sein wird.

9. Warum sollten die Wählerinnen und Wählern Ihnen ihre Stimme geben?

Weil ich mich in erster Linie um die Belange Europas einsetze und nicht Europa zerstören sondern verbessern möchte.

10. Was wollen Sie in Brüssel für die Menschen in der Region erreichen?

Ich möchte den Bürgern in der Region Europa ein Stück weit zurückgeben und mich für die Belange Rosenheims verstärkt einsetzen.

11. Thema Infrastruktur: Wie stehen Sie zum Brenner-Nordzulauf? Sind sie Befürworter oder Gegner und warum? Ist dieses Projekt für die gesamteuropäische Entwicklung wichtig und wie können Sie innerhalb des EU-Parlaments Einfluss nehmen? Was sagen Sie zu den vorgestellten ersten Grobtrassenentwürfen?

Ich komme aus Kiefersfelden, kenne die Situation vor Ort und habe zudem viele Jahre in der Logistikbranche gearbeitet, daher bin ich überzeugt: Wir brauchen den Brenner-Nordzulauf. Die Verkehrsströme sind da und wachsen stetig an. Nur durch eine Verlagerung auf die Schiene können wir unsere Straßen aber auch unsere Umwelt entlasten.

Für mich ist es hierfür jedoch selbstverständlich, dass man Hand in Hand mit der Bevölkerung die verträglichste Lösung für den Brenner-Nordzulauf sucht. Eventuell reicht eine Ertüchtigung der Bestandsstrecke, das wird momentan untersucht. Sollte sich zeigen, dass eine Neubautrasse unumgänglich ist, muss diese im Tunnel – unterirdisch oder im Berg verlaufen. Als Politik müssen wir uns dafür einsetzen, dass ausreichend Mittel für die Realisierung der schonendsten Trasse und des bestmöglichen Lärmschutzes für die Anwohnerzur Verfügung gestellt werden. Ich bin froh, dass die Planungen sich nun konkretisieren und am 01. Juli die reduzierten Trassen, sowie die Planung für die Bestandsstrecke vorgestellt werden. Dies wird für uns alle mehr Klarheit bringen.

12. Thema Infrastruktur: Der sechsspurige A8-Ausbau zwischen Chiemsee und Landesgrenze zu Österreich liegt derzeit wegen bürokratischer Reibereien auf Eis. Sind Sie für einen Ausbau und wenn ja, für welche Variante? Wie wichtig ist dieses Großprojekt Ihrer Meinung nach für einen reibungslosen europäischen Transitverkehr? Was können Sie in Brüssel bewirken, um zu vermitteln?

Auch hier muss ich sagen, dass ich den sechsspurigen Ausbau der A8 zwischen Rosenheim und der Landesgrenze befürworte. Die A8 wird sehr stark frequentiert, entspricht aber nicht den heutigen Sicherheitsstandards. Die Strecke weist verschiedene Mängel auf – angefangen bei den zu engen Kurvenradien, über die kurzen Beschleunigungs- und Abbremsstreifen, bis hin zu fehlenden Seitenstreifen als Ausweichmöglichkeit. Wie bei Frage 11 geht es aber auch hier nur im Dialog mit den Bürgern und nur in Verbindung mit Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohner.

13. Thema Wirtschaft: Die Firmen aus dem Chemiedreieck "Chem Delta Bavaria" im Landkreis Altötting mit seinen vielen tausend Arbeitsplätzen fordert günstigere Strompreise, sonst sei die Abwanderung in die USA nötig. Wie sehen Sie diese Forderung?

Wir müssen in ersten Linie unsere Unternehmen und Mitarbeiter in der Region schützen und sie auch bei uns behalten. Falls die Firmen im Chemiedreieck günstige Strompreise als einzigen Ausweg sehen, damit die Arbeitsplätze gesichert werden können, dann müssen wir als Politik ihnen die Lösungen dafür bieten bzw. im Dialog mit den Firmen Lösungen erarbeiten.

14. Thema Migration: Stimmen Sie den Vorwürfen zu, dass die EU hier versagt habe? Sollten andere Staaten mehr in die Pflicht genommen werden, ebenfalls (mehr) Asylbewerber aufzunehmen? Wie sieht Ihre EU-Asylpolitik aus?

Sicherlich sind hier Fehler gemacht worden und man hätte diese Problematik schon vor vielen Jahren beseitigen müssen. Für mich kann die Asylpolitik nur im Dialog mit allen Mitgliedsstaaten funktionieren und wir müssen Lösungen finden, wie wir nicht nur in Europa die Verteilung von Flüchtlingen auf den Weg bringen. sondern auch vor Ort die Fluchtursachen verhindern und bekämpfen.

15. Thema Grenzkontrollen: Wie stehen Sie zu der aktuellen Regelung der Grenzkontrollen? Sollten sie wieder verschärft oder abgeschafft werden? Was halten Sie von der neuen bayerischen Grenzpolizei?

Vor dem Hintergrund des immer noch unzureichenden Schutzes der europäischen Außengrenzen begrüße ich die nochmalige Verlängerung der Grenzkontrollen. Dieser Schritt war aus migrations- und sicherheitspolitischen Gesichtspunkten unausweichlich. Die Zahlen der Zurückweisungen, der gefassten Schleuser und vieler weiterer Fahndungserfolge sind weiterhin hoch.

Wichtig ist aber nicht nur für meine Heimatgemeinde Kiefersfelden sondern auch für viele Reisende, dass Maßnahmen getroffen werden um einen bestmöglichen Verkehrsfluss an den Kontrollstellen zu gewährleisten und kilometerlange Staus zu vermeiden.

16. Thema Arbeitsmarkt: Wie stehen Sie zum derzeitigen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt für EU-Ausländer, beispielsweise aus Osteuropa?

Ich finde es gut, dass jeder Europäer frei entscheiden kann, wo er arbeitet und somit seinen Lebensunterhalt bestreitet. Trotzdem müssen wir nicht nur in Deutschland sondern auch europaweit den Fachkräftemangel bekämpfen!

17. Thema Ökologie: Gerade erst war das Volksbegehren “Rettet die Bienen” Thema in Bayern. Stimmen Sie dessen Forderungen zu? Bräuchte es die geforderten Änderungen auch für die gesamte EU?

Ja, meiner Meinung nach braucht es Änderungen europaweit in den Themen Arten- und Umweltschutz. Aber bitte alles mit Maß und Ziel! Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" ist nicht Zielführend und ein blanker Hohn gegen unsere Landwirte.

18. Thema Ökologie: Es wird ein europaweites Verbot von Glyphosat diskutiert. Wie stehen Sie dazu?

Ich bin auch für das Verbot von Glyphosat und habe den Alleingang des damaligen Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt nicht verstanden.

19. Thema Landwirtschaft: Wie kann Ihrer Meinung nach der Spagat zwischen Umweltschutz und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe auf EU-Ebene gelingen?

Europa ist der Antreiber für weltweiten Klimaschutz und unsere Landwirte brauchen faire Wettbewerbsbedingungen innerhalb Europas. Dafür muss die gemeinsame Agrarpolitik weiterhin der verlässliche Rahmen bleiben und muss finanziell in bisheriger Höhe ausgestattet bleiben.

20. Thema Recht: Die EU steht immer wieder wegen vermeintlichem Regulierungswahn in der Kritik. Muss sich etwas ändern?

Ja und zwar schnellstmöglich! Auf europäischer Ebene sollen lediglich Rahmenbedingungen für ein funktionierendes Miteinander vorgegeben werden. Wir brauchen keine unnötige Bürokratie und Verwaltung.

21. Thema Brexit: Sollten die Briten über ein Austrittsabkommen nochmal abstimmen dürfen? Fürchten Sie negative Auswirkungen des Brexit auch für unsere Region?

Meiner Meinung nach sollte das Britische Parlament einem zweiten Referendum zustimmen und so den Menschen nochmals die Möglichkeit geben, darüber zu entscheiden, ob sie wirklich aus der EU austreten wollen.

22. Thema Geld: Wie stehen Sie zum Euro?

Der Euro ist das Beste, was uns passieren konnte und ich möchte ihn nicht mehr missen.

23. Thema Urheberrecht: Kürzlich bewegte die Debatte um die heftig umstrittene Reform des EU-Urheberrechts und den Artikel 13 Deutschland. Wie stehen Sie zu dem Thema Uploadfilter?

Urheber und deren Werke müssen geschützt werden, deshalb begrüße ich die Urheberrechtsreform. Meiner Meinung nach muss das Urheberrecht so gut wie möglich umgesetzt werden, aber nicht mit Uploadfiltern. Deshalb lehne ich diese ab.

24. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Europa insgesamt? Wie wünschen Sie sich demgegenüber die EU in 20 Jahren?

Ich finde es erschreckend, wie Populismus von links und rechts weiter zunehmen und die Europäische Union verstärkt in Frage gestellt wird. Ich möchte, dass in 20 Jahren die EU weiterhin Bestand hat und wir mehr Positives über Europa vermitteln - auch mit Großbritannien als Mitglied!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

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