Café in Kiefersfelden schließt

Gastrosterben geht weiter: "Die Mehlounge ist irgendwie mein zweites Kind"

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Kiefersfelden - Das Café Mehlounge schließt zum 31. Dezember seine Türen. rosenheim24.de hat mit Inhaberin Nina Hollerieth gesprochen, wie es nun weitergehen soll. 

Das Gastrosterben in der Region nimmt kein Ende. Erneut schließt ein beliebtes Café für immer seine Türen. Diesmal trifft es das Mehlounge in Kiefersfelden. Nach über achteinhalb Jahren wird der Betrieb zum 31. Dezember eingestellt. Ab Januar wird das Mehlounge nur noch als Hotel, genauer gesagt als Bed and Breakfast weitergeführt. Auf Facebook bedankt sich die Inhaberin Nina Hollerieth bei ihren Gästen und Mitarbeitern für die langen Jahre der Treue. Sie und ihre Familie blicken auf "...auf Begegnungen, die einen bis heute bewegen, Worte, die Eindruck hinterlassen haben, Gesellschaften, die mit uns gemeinsam gefeiert haben" zurück. Kreationen, die mit Leidenschaft zubereitet und Liebe serviert wurden. 

Der direkte Kontakt zum Gast war Nina Hollerieth immer sehr wichtig. Im Gespräch mit rosenheim24.de erklärt sie, wieso die Entscheidung ihr so schwer fiel und weshalb das Mehlounge nun schließen wird. "Ich kann jetzt noch nicht sagen, wie es irgendwann mal weiter geht, aber für jetzt ist es Geschichte", so Hollerieth. Besonders schade: eigentlich läuft das Geschäft sehr gut, das enorme Frühstücksangebot und die hochwertigen Mittagsgerichte kommen laut der Inhaberin an. 

Gründe für die Schließung

Aber die Hauptangestellte in der Küche muss aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig aufhören. Alleine kann Nina Hollerieth, die hauptsächlich den Service machte, aber auch die komplette Karte zubereiten kann, das Geschäft nicht betreiben, dafür ist das Angebot einfach zu groß. Ein Ersatz für die Küche ist zu dieser Zeit nicht in Sicht und suchen möchte man jetzt auch erst mal niemanden mehr, denn gutes Personal in der Gastronomie ist immer rar, so die Inhaberin. 

Für ein Abendgeschäft wäre es leichter gewesen, die Stelle zu besetzen. Vor allem möchte sie sich jetzt auf ihren zehnjährigen Sohn konzentrieren. Da wolle sie sich auch nicht auf Fremde verlassen, um kompromißlos Zeit für ihn zu haben. Die Erziehung und Zeit für die Familie habe für sie einfach Vorrang. Arbeiten werde sie aber dennoch weiterhin. Wo und wie ist noch etwas ungewiss. 

Käsekuchen als Inspiration

Inspiriert wurde das Café vom Käsekuchen ihrer 2009 verstorbenen Mutter. Sie und ihr Mann haben schon immer gern gut gegessen und so habe man dann gemeinsam das erfolgreiche Konzept entwickelt. Viele Hürden hat die Familie seitdem gemeistert. In Zukunft wird es also nur noch ein Bed and Breakfast geben, ohne feste Frühstückskarte sondern mit Buffet.

Die Küche bleibt aber erstmal, wie sie ist, denn man könne im Erdgeschoss zukünftig ein Teil der Räume für Veranstaltungen buchen. Dann könnte man dort auch einen Caterer engagieren und unterbringen. Der andere Teil wird kurzfristig als Büro für den Vertrieb von Fertighäusern genutzt. 

Die Nachrichten, dass das Mehlounge schließt habe auf wahnsinnig emotionale Resonanz gestoßen. "Ich bin überwältigt - es werden persönliche Geschenke als Dankeschön für die tolle Zeit gebracht!" Die Stammgäste seien sehr betroffen, einige haben sogar geweint. "Das rührt einen sehr", gesteht Hollerieth, denn "das Mehlounge ist irgendwie mein zweites Kind."

jv

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