Marktsonntag: OBI muss zu bleiben

Raubling – Alles in OBI? Kommenden Sonntag bestimmt nicht. Wenn am 4. November beim Marktsonntag in Raublings Geschäften das Leben brummt, muss der OBI Inntalstern zu bleiben.

Muss am verkaufsoffenen Sonntag zu bleiben: der OBI Inntalstern

Seit vielen Jahren ist der Baumarkt an der Autobahn A8 Teil der verkaufsoffenen Marktsonntage in Raubling. Weil die Gemeinde so schön verkehrsgünstig liegt, kam die kaufwillige Kundschaft auch gern von weiter her. Neben den Rosenheimern und Inntalern bummelten dann auch Traunsteiner und Österreicher durch den Ort und seine Geschäfte, erinnert sich Matthias Stöcker, Leiter der drei Rosenheimer OBI-Baumärkte. Stöcker: „Viele sind sogar extra unseretwegen zum Marktsonntag gekommen.“ Damit ist es jetzt am kommenden Sonntag, 4. November 2012, vorbei. Die Tore des Raublinger Baumarktes müssen zum ersten Mal geschlossen bleiben.

Grund ist eine 2012 in Kraft getretene Anpassung des in Bayern gültigen Ladenschlussgesetzes. Diese Neuregelung besagt, dass an Marktsonntagen nur Geschäfte geöffnet haben dürfen, die in unmittelbarer Nähe zum eigentlichen Markt liegen. Was OBI-Märkte-Leiter Stöcker an dieser Argumentation besonders ärgert: Ein Mitbewerber, der nach Stöckers Ansicht auch nicht in dieser unmittelbaren Nähe liegt, darf am Sonntag sehr wohl öffnen.

„Das ist doch wettbewerbsverzerrend und kleinlich“, findet Stöcker und rechnet vor: Sein OBI Inntalstern liege vom Raublinger Rathaus laut Google Maps drei Kilometer entfernt, das Geschäft des Mitbewerbers rund 2,3 Kilometer. „Das sind 700 Meter, die uns zum Verhängnis werden!“

Ein weiteres Problem ist ausgerechnet die Autobahn, die Raubling am Marktsonntag einen Großteil seiner Besucher bringen wird. Dass diese Verkehrsader den OBI Inntalstern von der Gemeinde trennt, wertet die Regierung von Oberbayern als besonderes Indiz, dass eben keine unmittelbare Nähe zum eigentlichen Marktgeschehen gegeben sei. Da hilft es auch nichts, dass der OBI-Markt zwar im Gemeindegebiet liegt, dort Gewerbesteuer zahlt und Arbeitsplätze stellt.

Im April 2012 war folglich der letzte Raublinger Marktsonntag, an dem der OBI-Inntalstern teilnehmen durfte. Die seitdem bei der Regierung von Oberbayern eingereichten Beschwerden fruchteten nicht. Stöcker: „Man hat uns um Verständnis gebeten und auf eine nötige Gesetzesänderung verwiesen.“

Der Raublinger Baumarkt befindet sich mit dieser Misere übrigens in guter Gesellschaft. Sein Nachbar WEKO liegt ebenfalls im marktsonntäglichen Niemandsland. Selbst eine Intervention der Stadt Rosenheim, in deren Gebiet WEKO angesiedelt ist, brachte dem Mobelhändler keine Erlaubnis, an verkaufsoffenen Sonntagen teilnehmen zu dürfen. „Es fehlt die unmittelbare Nähe zum Marktgeschehen“, hieß es auch hier.

re/ro24

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