Seit 80 Jahren gemeinsam gegen die Sucht

Landkreis Rosenheim - Gemeinsam gegen die krankhafte Alkoholsucht kämpfen: Die Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker beging weltweit das 80-jährige Bestehen der Organisation.

1935 entstand die Gemeinschaft in Akron, Ohio, aus einer Begegnung zwischen einem Chirurgen, Dr. Bob S., und einem Börsenmakler, Bill W. Beide litten schwer unter der Krankheit Alkoholismus. Sie stellten fest, dass ihr Zwang zu trinken schwand, als sie sich offen über ihre Krankheit unterhielten. Bill und Bob erkannten dieses Genesungsprinzip und suchten weitere Alkoholiker, um es anzuwenden und neue Erkenntnisse zu sammeln.

Drei Jahre später, 1938, gab es drei Gruppen in Akron, New York und Cleveland. Aus unzähligen Gesprächen und Meetings kristallisierte sich das geistige Programm der AA heraus, die "Zwölf Schritte" als persönliches Lebens- und Genesungsprogramm.

Was sind die Zwölf Schritte?

Sie sind das Kernstück, die Basis von Anonymen Alkoholikern (AA). Die Schritte zielen darauf ab, das Trinkproblem zu erkennen und anzunehmen, die Vergangenheit zu bereinigen und anderen Menschen, die ein Alkoholproblem haben, zu helfen. Die Schritte sind von den Gründern von AA erarbeitet und in der AA Literatur eingebunden:

Die Geschichte der AA in Deutschland begann am 1. November 1953 mit einer Information in der „Süddeutschen Zeitung“. Amerikanische Soldaten, die mit dem Programm trocken waren, hatten zu einer Versammlung in das Hotel „Leopold“ in München eingeladen, um die Genesungsbotschaft an deutsche Alkoholiker weitergeben zu können. Aus diesem Anstoß heraus entwickelte sich eine erste AA-Gruppe.

Nach zögerndem Wachstum erlebte die AA in Deutschland ihren ersten größeren Aufschwung in den 60er-Jahren. Gegen Ende der 70er-Jahre gab es in der Bundesrepublik einschließlich Berlin/West rund 800 AA-Gruppen. Die Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker in Deutschland wuchs seitdem sehr schnell – sowohl, was die Anzahl der Gruppen betrifft, als auch deren Verbreitungsdichte.

Zum deutschsprachigen Raum der AA zählen seit 1990 auch die deutschsprachige Schweiz, Österreich mit Südtirol und das Gebiet der ehemaligen DDR. Im Jahr 2005 standen jedem Alkoholiker, der den Wunsch hat, mit dem Trinken aufzuhören, im deutschsprachigen Raum rund 2800 AA-Gruppen offen.

In Krankenhäusern und Kliniken gibt es über 280 AA-Gruppen und Kontakte. In den Justizvollzugsanstalten bestehen einschließlich der Kontaktmöglichkeiten nahezu 100 Gruppen.

Anonyme Alkoholiker in Stadt und Landkreis Rosenheim

  • Samstag - Bad Aibling, Caritashaus, Kirchzeile 17 - 15 bis 17 Uhr
  • Sonntag - Bad Aibling, Caritashaus, Kirchzeile 17 - 16 bis 18 Uhr
  • Montag* -  Rosenheim, Pfarramt Christkönig, Kardinal-Faulhaber-Platz 10 - 19 bis 21 Uhr
  • Dienstag - Pfaffing, Schulstrasse 3, kleiner Gemeindesaal - 19 bis 21 Uhr
  • Dienstag - Prien, Caritashaus, Bahnhofsplatz 3 - 19.30 bis 21 Uhr
  • Mittwoch - Rosenheim, Pfarramt Christkönig, Kardinal-Faulhaber-Platz 10 - 19 bis 21 Uhr
  • Donnerstag - Kiefersfelden, Haus Sebastian, Sonnenweg 28 bis 30 -  19.30 bis 21.30 Uhr
  • Donnerstag* -  Rosenheim, Apostelkirche, Lessingstr. 26 (mit Rollstuhl zugänglich) - 19 bis 21 Uhr
  • Donnerstag - Wasserburg, Ev. Christuskirche, Surauerstr. 3 - 19.30 bis 21.30 Uhr
  • Freitag - Bad Endorf, Simsseeklinik, Haus A&B, Ströbingerstr. 18a, Antoniusstüberl (mit Rollstuhl zugänglich) - 19.30 bis 21.30 Uhr

Zeichenerklärung:  * = zur gleichen Zeit Meeting der Al-Anon-Familiengruppe

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.anonyme-alkoholiker.de

Warum besuche (gehe) ich in die Selbsthilfegruppe der Anonymen Alkoholiker?

"In den knapp 20 Jahren, in denen der Alkohol mein Leben weitgehendst bestimmte, versuchte ich mehrfach alleine, ohne fremde Hilfe, mein Trinkproblem irgendwie in den Griff zu bekommen. Das funktionierte aber leider nicht. Nachdem ich meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht hatte (ich wusste nicht mehr weiter und wollte mich umbringen) entschloss ich mich zu einer Therapie in der Fachklinik Bad Tönisstein.

Dort lernte ich auch die Selbsthilfegemeinschaft der Anonymen Alkoholiker kennen. Seit meiner Entlassung besuche ich regelmäßig die Meetings dieser Selbsthilfegruppe. Im Meeting treffe ich dort mit anderen Betroffenen zusammen und im Gespräch teilen wir miteinander Erfahrung, Kraft und Hoffnung, um auch weiterhin trocken bleiben zu können. Sehr wichtig ist und war es mir, zu erfahren, was ich in meinem Leben verändern muss, um ohne Alkohol leben zu können. Ich bin dankbar, dass dies bis heute so funktioniert hat."

Pressemeldung der Anonymen Alkoholiker Stadt und Landkreis Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Kommentare