Absage vom Ministerium: Aus für Aventura

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Das Großprojekt "Aventura" hat keine Chance: Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat dem geplanten Einkaufs- und Erlebniszentrum eine Absage erteilt.

Kiefersfelden - Aus für das Großprojekt Aventura: Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat dem geplanten Einkaufs- und Erlebniszentrum eine Absage erteilt.

Dossier:

Aventura

Im Rahmen eines sogenannten Zielabweichungsverfahrens wurden die Auswirkungen des Großprojektes auf den Einzelhandel geprüft. Dabei hat sich gezeigt, dass insbesondere der Einzelhandel in Rosenheim, als auch Bad Aibling, Raubling, Brannenburg und auch Oberaudorf mit negativen Auswirkungen zu rechnen hätten. Der Schutz dieser Einzelhandelsstrukturen vor Ort muss allerdings gewährleistet bleiben. Das wäre mit Aventura nicht der Fall gewesen, so das Bayerische Wirtschaftsministerium. Das Einkaufs- und Erlebniszentrum Aventura sollte auf einer Fläche von rund 15.000 Quadratmetern gebaut werden, mit Kino, Hotel, Eventhalle und Freizeitangeboten.

Das sagt Landrat Neiderhell:

"Die Ablehnung der geplanten Einkaufs- und Erlebniswelt „Aventura“ in Kiefersfelden durch die oberste Landesplanungsbehörde im Bayerischen Wirtschaftsministerium war keine Überraschung. Nach dem Ausstieg der Firma Kneissl, die 2010 wegen finanzieller Schwierigkeiten auf eine Beteiligung an diesem Projekt verzichtete, war das aus meiner Sicht wesentlichste Argument für „Aventura“ weggefallen, nämlich die Schaffung neuer Arbeitsplätze. „Aventura“ wäre dann sinnvoll gewesen, wenn es als arbeitsplatzschaffendes Vorhaben in Kiefersfelden verwirklicht worden wäre, statt im benachbarten Tirol. Ich kann die Gemeinde Kiefersfelden nur ermuntern, auf dem Gelände ein raumordnerisch genehmigungsfähiges Projekt zu planen. Das wäre schon in unserem Sinn."

Oberbürgermeisterin Bauer zufrieden über Ablehnung von „Aventura“:

"Diese Entscheidung bestätigt die konsequente Linie der Stadt Rosenheim in dieser Frage. Wer vitale und intakte Innenstädte will, darf nicht auf der grünen Wiese derartig groß dimensionierte Handelszentren zulassen. Insofern bin ich sehr froh, dass das Ministerium im Zielabweichungsverfahren die landesplanerische Unverträglichkeit dieses Projekts eindeutig bestätigt hat“, erklärte Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zur heute bekannt gewordenen Entscheidung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur und Technologie, das Einkaufs- und Erlebniszentrum „Aventura Kiefersfelden“ abzulehnen.

Statement vom Kiefersfeldener Bürgermeister Erwin Rinner folgt!

„Das Ministerium hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass insbesondere in Rosenheim, aber auch in Bad Aibling, Raubling, Brannenburg und Oberaudorf mit negativen Auswirkungen des Projekts auf die verbrauchernahe Versorgung zu rechnen gewesen wäre. Das war immer auch unsere Position. Natürlich muss es einer Gemeinde wie Kiefersfelden, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten weiß Gott mit strukturellen Problemen zu kämpfen hatte, möglich sein, sich wirtschaftlich weiter zu entwickeln. Das darf aber nicht absehbar zu Lasten anderer Kommunen und deren wirtschaftlicher Strukturen gehen“, so die Oberbürgermeisterin.

Bauer: „Mein Dank gilt dem CityManagement, dem Rosenheimer Einzelhandelsverband und auch der Interessengemeinschaft Aicherpark, die in dieser Frage immer an unserer Seite gestanden sind und ihre Bedenken gegen dieses Großprojekt gegenüber der Bayerischen Staatsregierung ebenfalls nachdrücklich deutlich gemacht haben."

Gerhard Buluschek im Interview bei Radio Charivari:

O-ton

Auch der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes in Rosenheim, Gerhard Buluschek, ist froh über das Aus des geplanten Einkaufs- und Erlebniszentrums Aventura in Kiefersfelden. Erstens sei damit die Petition gegen das Großprojekt nicht umsonst gewesen, so Buluschek. Zweitens werde damit verhindert, dass immer mehr Einzelhandel von den Innenstädten weg an die Autobahnausfahrten verlagert werde, so Buluschek.

Radio Charivari/Landratsamt Rosenheim/Stadt Rosenheim

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