Ex-Freundin und neuen Partner im Bett erschossen

Fünffachmord in Kitzbühel: 2014 verlobte sich der Täter mit Nadine H.

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Tötungsdelikt mit fünf Opfern in Österreich
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Kitzbühel - Um 6 Uhr morgens kommt der 25-Jährige Andreas E. in die Polizeiinspektion im Nobelskiort Kitzbühel, legt ein Messer und eine Pistole auf den Tresen und eröffnete den Beamten: "Ich habe soeben fünf Menschen ermordet." Unter den Opfern der Torwart des EC Kitzbühel.

Update, 14.45 Uhr: Immer mehr Details kommen ans Licht

Einen Tag nach der schrecklichen Bluttat im Luxusort Kitzbühel werden immer mehr Details rund um den Mordfall bekannt. 

So befinde sich der 25-jährige Täter bereits in Untersuchungshaft. Die Leichen sollen obduziert werden, weitere Vernehmungen sollen stattfinden, wie die Tiroler Tageszeitung schreibt. Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft, sagte gegenüber der Zeitung, dass in zwei Wochen eine erneute Haftprüfung anstehe. Bei einem Verdacht auf Mord werde eine Untersuchungshaft obligatorisch verordnet. Die Tiroler Tageszeitung berichtet weiter, dass der Bruder des Täters, dem die Tatwaffe gehört, bisher noch nicht erreicht wurde. 

Täter war Mitglied in FPÖ-Partei

Andreas E. soll ein Mitglied der Partei FPÖ gewesen sein, wie auf web.de geschrieben wird. Wie Landesparteigeneralsekretär Patrick Haslwanter dem Portal erklärte, sei Andreas E. aber weder mit Funktion, noch mit Mandat in der Partei Mitglied gewesen. Nachdem die schreckliche Bluttat bekannt wurde, sei der Täter wegen "Gefahr im Verzug" aus der Partei geschmissen worden. 

Nadine H. und Andreas E. verlobten sich 2014

Der Täter, Sohn einer angesehenen Handwerkerfamilie (damals 20 Jahre alt), veröffentlichte Anfang Juli 2014 einen Post auf Facebook, in dem er seine Verlobung mit der damals noch 14-Jährigen bekannt gab. Das berichtet oe24.at. In Kitzbühel galten die beiden als Traumpaar.

Update, 10.08 Uhr: Getöteter Freund identifiziert

Nach dem Fünffachmord Sonntagfrüh in Kitzbühel ist der von dem 25-jährigen Verdächtigen getötete neue Freund der 19-Jährigen identifiziert worden. Der junge Mann war bei der Kitzbüheler Eishockeymannschaft unter Vertrag, sagte LKA-Chef Walter Pupp gegenüber salzburg24.at.

Der Eishockeyklub "Die Adler" drückte auf seiner Homepage seine Anteilnahme aus. Der 24-Jährige sei erst heuer zu den Adlern gestoßen und habe sich mit seiner ruhigen und besonnenen Art bestens im Team integriert und war allseits geschätzt und beliebt, schrieb der Verein auf seiner Homepage. „Aufgrund dieser unfassbar schrecklichen Tragödie, die einen sprachlos macht, steht die Zeit in der Kitzbüheler Eishockeyfamilie momentan still. In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei den Opfern und deren Angehörigen, im Besonderen natürlich bei Florian und seinen Familienangehörigen“, sagt Präsident Volker Zeh. Auch auf Facebook postete der Verein eine bewegende Nachricht:

Nach einem Heimspiel am Vorabend der Tat sei der Oberösterreicher zum "Man of the Match" gewählt worden. Auch der Eishockeyverein "Liwest Blackwings Linz", bei dem der Getötete zuvor gespielt hatte, postete auf Facebook: "An einem Tag wie heute fehlen uns allen einfach nur die Worte. Nichts was wir jetzt schreiben oder sagen, kann unseren Schmerz ausdrücken."

Vorbericht

Ein 25-jähriger Mann hat im österreichischen Kitzbühel wohl aus Eifersucht fünf Menschen erschossen. Die Opfer sind den Behörden zufolge seine 19-jährige Ex-Freundin, ihr neuer Freund, der Bruder sowie die Eltern der jungen Frau.

Die 19-Jährige hatte sich laut Polizei vor zwei Monaten von dem 25-jährigen Andreas E. getrennt. Fünf Jahre sollen die beiden laut Bild.de ein Paar gewesen sein. Doch schließlich sollen alle friedlich auseinandergegangen sein, so die Polizei. Nach der Bluttat stellte sich der Einheimische am Sonntagmorgen bei der örtlichen Polizei. "Ich habe soeben fünf Personen ermordet", sagte der junge Mann nach Angaben des Chefs des Landeskriminalamts Tirol, Walter Pupp, als er auf der Wache erschien.

Fünffachmord im Detail rekonstruiert

Die Ermittler haben das Geschehen dank der Aussagen des Tatverdächtigen rekonstruiert. Danach klopfte der junge Mann gegen 4 Uhr morgens am Sonntag an dem schmucken Einfamilienhaus. Der 59-jährige Vater seiner Ex-Freundin öffnete und machte dem jungen Mann erneut klar, dass er in dem Haus nichts mehr zu suchen habe. Während der Beziehung war der Arbeiter zeitweise sogar unter der Adresse des jetzigen Tatorts gemeldet. Nach der Zurückweisung fuhr der 25-Jährige wieder nach Hause. Er bemächtigte sich der Pistole seines Bruders vom Kaliber neun Millimeter. Der Bruder, aktuell im Ausland, besitzt die Waffe laut Polizei rechtmäßig und hat sie wohl auch ordnungsgemäß aufbewahrt.

In diesem Einfamilienhaus lebte die 19-jährige Exfreundin des Täters mit ihrer Familie. Auch Andreas E. (25) ging hier während der Beziehung ein und aus.

Dann tauchte der 25-Jährige, der bei einer Baufirma beschäftigt ist, wieder am Haus seiner Ex-Partnerin auf. An der Haustür erschoss er den Vater, kurz darauf auch die 51 Jahre alte Mutter und den Bruder der 19-Jährigen. Seine Ex-Freundin war in einer Einlieger-Wohnung im 1. Stock, deren Tür verschlossen war. Andreas E. klettert auf den Balkon, schlägt die Balkontür mit einem Baseballschläger ein – und erschießt Nadine und ihren neuen Partner im Bett, so die Bild. Er wusste ganz genau, wo er das Pärchen finden würde, sagte LKA-Chef Pupp.

Bilder vom Unglücksort: Junger Mann tötet fünf Personen

Andreas E. war zuvor unauffällig

Der Tat sei ein Streit zwischen den beiden ehemaligen Partnern in einem Lokal in Kitzbühel vorausgegangen, sagte LKA-Chef Pupp weiter. Dieser kurze Disput bei einer zufälligen Begegnung schien allerdings nach bisherigen Erkenntnissen nicht wirklich dramatisch verlaufen zu sein. Dennoch wurde er wohl zum Auslöser der Tat, die fast einem Amoklauf gleicht. 

Eine Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären und auch die Frage, welche Rolle ein Messer gespielt hat, das der 25-Jährige nach der Tat bei der Polizei präsentierte. Der Täter sei vor der Tat völlig unauffällig gewesen. Er sei nicht vorbestraft, war der Polizei nur wegen „kleinerer Delikte“, die vor Jahren stattfanden, bekannt. Walter Pupp: „So eine Eskalation war nicht annähernd absehbar.“

Bürgermeister von Kitzbühel schockiert

Nach einem Verbrechen mit fünf Toten hat der österreichische Nobel-Skiort Kitzbühel als Zeichen der Trauer die schwarze Fahne am Rathaus aufgezogen. "Wir sind alle schockiert und in tiefer Trauer", sagte Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler. Die Familie des Opfers, aber auch die Familie des Tatverdächtigen seien im Ort angesehen gewesen. "Das ist noch nie da gewesen, dass eine ganze Familie so tragisch ausgelöscht wurde", sagte Winkler. Auch der Arbeitgeber der 19-Jährigen sei zutiefst erschüttert, meinte Winkler. "Sie war ein besonders fleißiges Mädel, alle sind fassungslos", so der Bürgermeister.

mh mit Material der dpa

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