Nach Fünffachmord in Kitzbühel

Leichen obduziert: Morde glichen einer Hinrichtung

+
  • schließen
  • Felix Graf
    Felix Graf
    schließen

Kitzbühel - Zwei Tage nach der Tat zeigt sich Kitzbühel noch immer fassungslos. Niemand in dem Luxusort hatte eine solche Horror-Tat für möglich gehalten. 

Update, 9.20 Uhr: Obduktionsergebnisse

Nach der schrecklichen Tragödie in Kitzbühel, bei der fünf Menschen ums Leben kamen, führte die Gerichtsmedizin in in Innsbruck nun auf Anweisung der Staatsanwaltschaft eine Obduktion der Leichname durch. Die Untersuchungen ergaben, dass der Schütze wohl seine Opfer, einer Hinrichtung gleich, aus nächster Nähe erschoss. 

Sein, zusätzlich zur Pistole, mitgeführtes Messer sowie ein Baseballschläger kamen nicht zum Einsatz.

Hinsichtlich der Anzahl der abgegebenen Schüsse und Treffer ergeht aus taktischen und aus Pietätsgründen keine detaillierte Bekanntgabe.

fgr/Landespolizeidirektion für Tirol

Update, 8.09 Uhr:

"Alles läuft schaumgebremst, das einzige Gesprächsthema ist der Fünffachmord", sagte ein Kitzbüheler im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung

Laut Informationen des Blattes befindet sich Andreas E. seit Montagmittag offiziell in der Innsbrucker Justizanstalt in Untersuchungshaft. Und zwar in einer Zelle mit Videoüberwachung. Eine Vorsichtsmaßnahme, um einen etwaigen Suizidversuch rechtzeitig vereiteln zu können.

Der angebliche FPÖ-Sympathisant sei nach Angaben von Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamtes, am Tag des Mordes "keineswegs betrunken" gewesen. 

Für Aufsehen habe später ein Facebook-Posting der SPÖ Lang­enzersdorf (NÖ) mit dem Hashtag „#nächsterFPÖAmok­lauf" gesorgt. Am Montag wurde das Posting wieder gelöscht.

Vorbericht:

Seit Sonntagmorgen, 6. Oktober, ist im österreichischen Kitzbühel nichts mehr so, wie es einmal war. 

Vermutlich aus Eifersucht erschoss der 24-jährige Andreas E. seine 19-jährige Ex-Freundin Nadine, ihre Eltern, ihren großen Bruder Kevin und ihre neue Liebe Florian. Bei dem neuen Freund handelte es sich um einen erfolgreichen Eishockey-Torwart. Bei seinem letzten Spiel wird er sogar zum besten Spieler der Partie gewählt - auch er wurde kaltblütig ermordet. 

Gegen sechs Uhr morgens stellte sich der Fünffachmörder dann persönlich der Polizei, legte ein Messer und eine Pistole auf den Tresen und offenbarte: "Ich habe soeben fünf Personen ermordet."

Die Ermittler konnten mittlerweile das Geschehen dank der Aussagen des Tatverdächtigen rekonstruieren. 

Mutter von Andreas E. äußert sich

Am Montagnachmittag äußerte sich die Mutter des Killers zur schrecklichen Tat. Ein Bild-Reporter traf die Frau vor ihrem Haus in Kitzbühel an: "Es sind nicht fünf Menschen gestorben, sondern sechs. Unser Sohn ist auch gestorben.“

Was sie damit genau meint, ist unklar. Ist ihr Sohn für sie gestorben? Oder hält sie auch ihn für ein Opfer? 

Mehr wollte die Frau allerdings nicht sagen.

Bilder vom Unglücksort: Junger Mann tötet fünf Personen

Obduktion soll offene Fragen beantworten

Eine Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären und auch die Frage, welche Rolle ein Messer gespielt hat, das der 25-Jährige nach der Tat bei der Polizei präsentierte. Der Täter sei vor der Tat völlig unauffällig gewesen.

LKA-Chef Walter Pupp: "Die Opfer hatten nicht die Möglichkeit zu flüchten.“

Kitzbühel trauert

Nach dem schrecklichen Verbrechen mit fünf Toten hat der österreichische Nobel-Skiort Kitzbühel als Zeichen der Trauer die schwarze Fahne am Rathaus aufgezogen. "Wir sind alle schockiert und in tiefer Trauer", sagte Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler.

mz

Zurück zur Übersicht: Inntal

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT