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Murenabgänge, Überschwemmungen und Wasserschäden

Unwetter im Stubaital in Tirol: Kaum Hoffnung mehr für vermissten Pfarrer (60)

Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli
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Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli

Bei Unwettern sind in Österreich Menschen verletzt worden. In Fulpmes im Stubaital bei Innsbruck wurden zwei Personen in ihrem Auto von einer Mure mitgerissen, danach von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit und in eine Klinik gebracht. Entsprechende Medienberichte bestätigte die Leitstelle Tirol der Nachrichtenagentur APA.

Update, 7.27 Uhr - Kaum Hoffnung mehr für vermissten Pfarrer (60)

Bei Unwettern sind in Österreich Menschen verletzt worden. In Fulpmes im Stubaital bei Innsbruck wurden zwei Personen in ihrem Auto von einer Mure mitgerissen, danach von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit und in eine Klinik gebracht. Entsprechende Medienberichte bestätigte die Leitstelle Tirol der Nachrichtenagentur APA.

„Das ganze Dorf ist im Schock“, beschreibt Bürgermeister Johann Deutschmann am Samstagnachmittag die Stimmung in Fulpmes gegen über der Tiroler Tageszeitung. Nicht nur wegen der Zerstörungen, die das Unwetter am Freitagabend angerichtet hat. Die Stubaier sorgen sich auch um ihren Pfarrer, dessen weißer Suzuki von einer 100 Meter breiten Mure auf der B183 im Ortsteil Medraz mitgerissen wurde. „Unser Pfarrer wird noch immer vermisst. Hoffnung besteht kaum, wir müssen wohl mit dem Schlimmsten rechnen“, sagt Deutschmann. Zumal das Auto des Abgängigen total zerstört und in mehrere Teile gerissen wurde.

Insgesamt wurden in der Nacht auf Samstag fast 200 Feuerwehreinsätze wegen Unwettern verzeichnet, vor allem im Bezirk Innsbruck-Land. Kleinere Brücken wurden weggerissen, auch Gebäude waren betroffen. In Fulpmes wurde am Samstag nach möglichen weiteren Verschütteten gesucht, weil Augenzeugen angegeben hatten, zwei Fahrzeuge im Bereich der Mure gesehen zu haben.

Samstag (24. Juli):

Update, 21.03 Uhr - Suche nach vermisstem Pfarrer (60) derzeit eingestellt

Pressemeldung im Wortlaut:

Bei der Suchaktion nach dem vermissten 60-jährigen Pfarrer konnten lediglich private Utensilien (Bibel, Dokumente, Visitenkarte etc) von der Wasserrettung Innsbruck im Bereich Fulpmes am Ruetzbachufer gefunden werden. Die Suche nach ihm ist derzeit eingestellt worden. Erst nach Beruhigung des Wassers kann die Suche wieder fortgesetzt werden.

Die verlegte Gemeindestraße im Bereich Industriezone dürfte voraussichtlich noch heute wieder beidseitig befahrbar werden. Die B 183 ist mittels Ampelregelung einspurig passierbar. Es sind dadurch keine nennenswerten Verzögerungen zu erwarten.

Zudem wurde heute um 15.00 Uhr bekannt, dass auch in Mieders gestern gegen 21.30 Uhr ein PKW von den Geröllmassen des Mühltalbaches erfasst wurde. Der Lenker konnte laut seinen eigenen Angaben noch rechtzeitig aus dem Fahrzeug flüchten. Das Fahrzeug wurde in weiterer Folge in den Ruetzbach mitgerissen. Ein Wrackteil des vollständig zerstörten Toyota Pickup ragt noch im Bereich „Kirchbrücke“ aus dem Wasser. Der Lenker blieb unverletzt.

Einsatzkräfte sind trotz der widrigen und gefährlichen Verhältnissen keine zu Schaden gekommen.

Pressemeldung Landespolizeidirektion Tirol

Erstmeldung

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Stubaital - Aufgrund von Unwettern im Stubaital mit Starkregen und Hagel kam es am 22. Juli, ab circa 21.15 Uhr zu mehreren Murenabgängen großen Ausmaßes, Überschwemmungen und Wasserschäden in Wohnhäusern und Beherbergungsbetrieben in den Gemeindegebieten von Fulpmes, Neustift i. St. und Mieders:

Gemeindegebiet Fulpmes:

Im Gemeindegebiet von Fulpmes, im Ortsteil Medraz - Industriezone ging eine große Mure ab, von welcher die Stubaitalstraße B 183, bei StrKm 8,9 in einer Länge von ca. 100 Metern sowie die unterhalb verlaufende Gemeindestraße „Industriegelände Zone A“ verschüttet wurde. Aufgrund dieses Ereignisses wurden zumindest zwei Fahrzeuge von den Wasser- und Gesteinsmassen erfasst und verschüttet.

Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli

Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli © picture alliance/dpa/APA | Zeitungsfoto.At/Daniel Liebl
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli © picture alliance/dpa/APA | Zeitungsfoto.At/Daniel Liebl
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli © picture alliance/dpa/APA | Zeitungsfoto.At/Daniel Liebl
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli © picture alliance/dpa/APA | Zeitungsfoto.At/Daniel Liebl
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli © picture alliance/dpa/APA | Zeitungsfoto.At/Daniel Liebl
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli © picture alliance/dpa/APA | Zeitungsfoto.At/Daniel Liebl
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli
Unwetter im Stubaital in Tirol am 22. Juli © picture alliance/dpa/APA | Zeitungsfoto.At/Daniel Liebl

Das erste Fahrzeug wurde samt zwei Fahrzeuginsassen einige Meter talwärts geschoben. Die Insassen eine 26-jähriger Slowake und eine 24-jährige Österreicherin wurden mit Verletzungen unbestimmten Grades geborgen und in die UNI-Klinik Innsbruck eingeliefert.

Ein Teil des zweiten Fahrzeuges wurde im Bachbett der Ruetz gefunden und geborgen. Der Lenker, ein 60-jähriger Österreicher der allein unterwegs war, gilt derzeit als vermisst. 

Ob weitere Fahrzeuge bzw Personen von dieser Mure erfasst worden sind, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen und kann nicht ausgeschlossen werden. Eine derzeitige Suchaktion mit Suchmannschaften ist im Gange. Konkrete Abgängigkeitsanzeigen gibt es derzeit nicht.

Durch die Mure wurde auch die dortige Brücke beschädigt. Eine weitere Brücke am Gelände der Industriezone über den Margaretenbach wurde weggerissen. Die Ausweichstraße Medraz/Gemeindestraße – Industriegeländezone A, ist komplett gesperrt.

Die Stubaitalstraße war in diesem Bereich bis 02.20 Uhr bis zur Räumung der Fahrbahn gesperrt. Ab diesem Zeitpunkt ist die Straße einspurig befahrbar – es wurde eine Ampelanlage installiert.

Gemeindegebiet Neustift i. St.:

Im Gemeindegebiet von Neustift i. St. kam es aufgrund der genannten Elementartereignisse zu Schäden und Sperren von öffentlichen Straßen und Wegen:

Sperre der Gemeindestraßen: Mühlenweg, Oberberg, Bichl, Obergasse

Das Oberbergtal wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Dort kam zu mehreren Murenabgängen größeren Ausmaßes.

Des Weiteren kam es zum Wassereintritt bzw Wasserschäden bei 20 Häusern, davon fünf Beherbergungsbetrieben in den Ortsteilen Dorf, Kampl und Neder. Von der FFW wurde dort das eingedrungene Wasser abgepumpt.

Ebenso kam es zu einem großflächigen Stromausfall in mehreren Ortsteilen von Neustift i. St..

Gemeindegebiet Mieders:

Im Gemeindegebiet von Mieders wurde die Stubaitalstraße B 183, bei StrKm 4,8 bis 5, von einer Mure verlegt und war bis ca. 1 Uhr nur eingeschränkt befahrbar.

Im Einsatz stehen sämtliche FFW des Stubaitales und die Bergrettungsortsstelle „Vorderes Stubaital“, ein Großaufgebot von Angehörigen des Roten Kreuzes, die Wasserrettung Innsbruck, Mitarbeiter der „Tinetz“ und der Landesgeologie, Mitarbeiter der Straßenmeisterei Matrei am Brenner und örtlich ansässige Bauunternehmen mit Baggern.

Die Einsatzleitung vor Ort wurde durch den eingerichteten Kriseneinsatzstab mit dem Bezirkshauptmann von den örtlichen zuständigen Bürgermeistern und dem Bezirkspolizeikommandanten gemeinsam mit den Blaulichtorganisationen koordiniert.

Die Nachsuche in 6166 Fulpmes, entlang des Murenverlaufes im Ortsteil Medraz und weiter flussabwärts in der Ruetz musste in der Nacht aufgrund der Gefahr von weiteren Murenabgängen und der hochwasserführenden Ruetz unterbrochen werden und wird seit den Morgenstunden des heutigen Tages fortgesetzt.“

Zusammenfassung der Polizei

Aufgrund des Umstandes, dass es sich bei den angeführten Einsätzen um jeweils nicht überschneidende Ereignisse in Bezug auf die Gemeindegrenzen handelte, wurden in Neustift i. St. und in Fulpmes eigene Einsatzstäbe gebildet.

Wie bereits angeführt lag das hauptbetroffene durch die Unwetter unter Mitleidenschaft gezogene Gebiet in Neustift i. St. im Oberbergtal. Hier wurden große Teile der Gemeindestraße von der Fraktion Bärenbad bis Oberriss weggespült. Eine Erreichbarkeit für die Einsatzkräfte bis zur Fraktion Seduck wurde bereits sichergestellt. Ab Seduck benötigen die Wiederherstellungsarbeiten der Gemeindestraße im besten Fall ein bis zwei Wochen. Es kam hier allein zu geschätzten Sachschäden in der Höhe eines oberen sechsstelligen Eurobetrages. Mangels Umfahrungsmöglichkeiten sind die Fraktionen Stöcklen und Oberriss derzeit auf der Straße nicht erreichbar.

Daraus resultieren folgende Problemstellungen:

  • Auf dem Parplatz Oberriss sind derzeit ca. 30 Fahrzeuge von Hüttenbesuchern abgestellt, welche bis zur Wiederherstellung der Straße dort verbleiben müssen.
  • Auf der Franz-Senn-Hütte befanden sich ca. 120 Gäste, welche das Tal bis Seduck nicht zu Fuß verlassen konnten. Sowohl die Wege zu den benachbarten Hütten als auch der Fußweg waren aufgrund der Muren nicht passierbar. Aus diesem Grund wurden am 23.07.2022 von den Besatzungen der BMI Hubschrauber „Libelle Tirol“ und „Libelle Vorarlberg“ 65 Personen ausgeflogen. Die restlichen Personen werden am 24.07.2022 evakuiert. Die Evakuierungs-, Transport- und Versorgungsflüge dauerten bis 15.50 Uhr an.
  • Auf den dort ansässigen Almen befindet sich viel Milchvieh. Die Stromleitungen ins Tal wurden abgerissen, weshalb die Kühe nicht gemolken werden konnten. Aus diesem Grund mussten von den BMI Hubschraubern Notstromaggregate ins Tal geflogen werden.

Sonstiges:

  • Im betroffenen Gebiet gibt es fast keine Hauptwohnsitze. Die Versorgung der dort lebenden Personen sowie gehaltenen Tiere wurden sichergestellt.
  • An der Wiederherstellung der Gemeindestraße wird mit höchster Priorität gearbeitet.
  • Beim Einsatz wurden keine Einsatzkräfte verletzt.
  • Es standen die Mitglieder der FFW Neustift i. St. und der BFI Innsbruck, mehrere Polizeistreifen aus dem Bezirk, darunter ein Alpinpolizist, Bergretter, wie angeführt die BMI Hubschrauber „Libelle Tirol“ und „Libelle Vorarlberg“, Mitarbeiter der „Tinetz“ und der Lawinen- und Wildbachverbauung im Einsatz.
  • Die unten angeführten Straßensperren sind nach wie vor aufrecht.

Pressemeldung Landespolizeidirektion Tirol

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