Bürger entscheiden am Sonntag

Neubeuern - Rund 3200 Wahlberechtigte entscheiden am Sonntag darüber, ob im Bereich Angerl/Langweid ein rund sieben Hektar umfassendes neues Gewerbegebiet entstehen kann.

Gegner und Befürworter rechnen mit einem knappen Ausgang des Bürgerentscheids.

Das Bürgerbegehren war von einer Initiative, die sich gegen die Ausweisung von Gewerbeflächen in diesem Bereich wendet, angestoßen worden. Rund 800 Unterschriften hatten die Gegner des Projekts im Vorfeld gesammelt. Hubert Paul, Sprecher der Bürgerinitiative, sieht es bereits als ersten Erfolg an, "dass über dieses wichtige Thema nicht der Marktgemeinderat alleine entscheidet". Ob sein Ansinnen und das seiner Mitstreiter mehrheitsfähig ist, dazu will Paul im Vorfeld des Urnengangs keine Prognose abgeben. Sollte sich das Bürgerbegehren durchsetzen, wäre die Bindungsfrist des Bürgerentscheides von einem Jahr für ihn eine "sinnvolle Verschnaufpause", um das Thema Gewerbe-Ansiedlung in Neubeuern nochmals neu zu diskutieren.

Während er die jetzige Planung als überzogen für eine maßvolle Ortsentwicklung sieht, betont Bürgermeister Josef Trost die absolute Notwendigkeit der Ausweisung des Gewerbegebietes für eine gesunde wirtschaftliche Fortentwicklung des Ortes. "Ich hoffe, dass wir das schaffen", sagt Trost und bekräftigt, bis zum letzten Tag dafür kämpfen zu wollen, dass das von der Gemeinde dem Bürgerbegehren entgegengesetzte Ratsbegehren die Mehrheit findet.

Viel hängt nach Meinung des Bürgermeisters von der Wahlbeteiligung ab, und da sieht es bisher zumindest im Hinblick auf die Zahl der Briefwähler eher nach einem mäßigen Interesse aus. 386 Briefwahl-Unterlagen waren bis zum vergangenen Mittwoch angefordert worden - gestern hatte das Rathaus wegen eines Betriebsausfluges geschlossen. "Bei der Kommunalwahl hatten wir im vergleichbaren Zeitraum deutlich mehr Briefwähler", weiß Trost. Da für Sonntag herrliches Sommerwetter prognostiziert wird, steht der Bürgermeister mit seiner Mutmaßung nicht allein da, dass so mancher Stimmberechtigte einen Badeausflug dem Gang zur Urne vorziehen könnten.

Der Bürgermeister geht davon aus, dass das Ergebnis des Entscheids gegen 19 Uhr vorliegen dürfte.

Norbert Kotter (Oberbayerisches Volksblatt)

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