Hackerangriff auf Lernsoftware

Unbekannte verschicken Nacktbilder via Lernplattform an Mittelschule Neubeuern

Angriff aus den Netz: Die Lernplattform der Mittelschule Neubeuern ist Opfer eines Hacker-Angriffs geworden.
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Angriff aus den Netz: Die Lernplattform der Mittelschule Neubeuern ist Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. (Symbolbild)

An der Mittelschule Neubeuern ist die Software „Schoolfox“ gehackt worden. Das Programm nutzt die Schule, um während des Corona-Lockdowns den Heimunterricht für ihre Schüler zu organisieren. Dies führte nicht nur zur Sperrung des Systems, der Hacker konnte zuvor noch Nacktfotos an die Teilnehmer versenden.

Neubeuern– Am Freitag, 5. Februar, gegen 19.30 Uhr sei offenbar das Konto einer Lehrerin an der Schule Opfer des Angriffs geworden. Die Hacker waren in der Lage, ihr Passwort zu knacken und nutzten dies anschließend, um Nacktbilder zu verbreiten, wie der Leiter des Rosenheimer Schulamts, Edgar Müller, auf Anfrage schildert.

Schon eine Stunde später sei man auf den Vorfall aufmerksam geworden und habe das System gesperrt. Ebenso habe die Behörde inzwischen Anzeige wegen des Vorfalls erstattet.

Kripo Rosenheim ermittelt

Er ermittelt die „Fachkommission Cybercrime“ bei der Rosenheimer Kriminalpolizei. Durch die Sperrung des Systems war es den Lehrkräften über das Wochenende nicht möglich, Arbeitsmaterialien für ihre Schüler einzustellen.

Am Montag, 8. Februar, habe man das System, auch nachdem die Ermittler der Kripo ihre Beweissicherung vorerst abgeschlossen, wieder freischalten können. Für das Rosenheimer Schulamt, das für die Mittelschulen zuständig ist, sei es der erste Fall dieser Art, wie Schulamtsdirektor Müller berichtet.

Mehrere Vorfälle in Bayern

In Bayern indes ist es wohl schon mehrfach zu solchen Angriffen auf Lernplattformen für den Heimunterricht gekommen.

Wie das bayerische Kulturministerium auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen antwortet, seien dort Nachrichten über Vorfälle aufgelaufen, bei denen sich Dritte unbefugt Zugang zu Videokonferenzen von Schulklassen verschafft hätten.

„Diese Vorfälle zeugen von absoluter Verantwortungslosigkeit und von krimineller Energie der Täter.“ Derartige Eingriffe in den geschützten Raum des Lernens und Lehrens würden angezeigt und strafrechtlich verfolgt.

Unterschiedliche Systeme im Einsatz

Wie das Ministerium versichert, habe man den Schulen des Freistaats im Vorfeld Hinweise an die Hand gegeben, um die Software im Einsatz beim Heimunterricht sicher anwenden zu können. Welches Videokonferenzsystem die Schulen nutzen, entscheide die Behörde, welche die Kosten für die Anschaffung trägt, in Abstimmung mit den jeweiligen Schulen.

Auch hier würden wöchentlich Sprechstunden mit Experten angeboten, um eine sichere Handhabung der jeweiligen Programme zu gewährleisten

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