Vorgezogene Wahl in Neubeuern

17 Fragen an Bürgermeister-Kandidat Hubert Lingweiler

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Hubert Lingweiler (Bündnis 90/Die Grünen) bewirbt sich um das Amt des Bürgermeisters in Neubeuern.

Neubeuern - In Neubeuern wird am 24. November vorgezogen ein neuer Bürgermeister gewählt. Drei Kandidaten werfen bisher ihren Hut in den Ring. Wir stellen sie einzeln vor. Hier der Steckbrief von Hubert Lingweiler (Bündnis 90 / Die Grünen)

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Die Antworten auf den Fragebogen von rosenheim24.de

1. Name: Hubert Lingweiler

2. Partei: Bündnis 90 / Die Grünen

3. Alter: 60 Jahre 

4. Wohnort: Altenbeuern 

5. Familienstand: verheiratet

6. Kinder: 5 erwachsene Kinder

7. Wie verlief Ihre politische Karriere?

Über die Friedensbewegung kam ich bereits in den 90er Jahren zu den Grünen in Rheinland-Pfalz. Dort war ich Fraktionsvorsitzender und 2. Bürgermeister in der Verbandsgemeinde Meisenheim sowie Mitglied des Kreistages Bad Kreuznach, Mitglied des Landesvorstandes der kommunalpolitischen Vereinigung. Nach meinem Umzug nach Bayern pausierte ich mehrere Jahre. Von 2013 bis 2016 leitete ich den Ortsverband Neubeuern, von 2014 bis 2019 war ich Regionalberat der Grünen in Oberbayern. 2014 wurde ich Sprecher des Kreisverbandes Stadt und Landkreis Rosenheim. Seit 2016 bin ich im Gemeinderat Neubeuern engagiert.

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Ich habe keine politischen Vorbilder.

9. Was verbindet Sie mit der Region und Neubeuern? 

Ich lebe hier und fühle mich hier zuhause. Meine Frau Gaby Schweinsteiger ist eine waschechte Bayerin und durch sie habe ich diesen wunderschönen Flecken lieben gelernt.

Was ist das Besondere bei uns? 

Wer hier mit offenen Augen durch unsere Landschaft geht und sich auf die Menschen und die Kultur einlässt , dem muss man das nicht weiter erklären. Oberbayern ist das Lebensgefühl schlechthin.

10. Warum Kommunalpolitik?

Ich mache seit meiner frühen Jugend Politik, seit Jahrzehnten engagiere ich mich in der Kommunalpolitik. Denn dort wo wir leben, können wir am meisten bewegen. Am meisten konnte ich im übrigen immer dann bewegen, wenn es mir gelang, Parteiinteressen hintenan zu stellen und mich an der Sache zu orientieren. Das werde ich auch in Neubeuern nicht anders halten.

11. Warum sind genau Sie der Richtige Bürgermeister?

Ich kann große Teams führen und auch schwierige Konflikte moderieren. Das ist Teil meiner täglichen Arbeit als Verwaltungsstellenleiter und Projektmanager am Klinikum der LMU. Nach vielen Jahren in verschiedenen politischen Ämtern bin ich gut vernetzt in der Landes- und Bundespolitik und kenne die Abläufe in einer Gemeindeverwaltung. Ich gehe Probleme pragmatisch an, bin entspannt und gelassen im persönlichen Umgang – und souverän, da wo es darauf ankommt.

12. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele?

Der Klimawandel und seine Folgen sind auch bei uns in Oberbayern und in Neubeuern längst angekommen. Die konstante Erwärmung unseres Klimas wirkt sich bereits jetzt sehr konkret auf die Natur um uns, unser Leben und unsere Wirtschaft vor Ort aus. Klimaschutz hat deshalb für mich absolute Priorität. 

Auch die Beschaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Sicherung der Wohnqualität sowie des Schulstandortes und die Kinderbetreuung sind wichtige Schwerpunkte. Nur eine familienfreundliche Gemeinde ist eine zukunftsfähige Gemeinde.

13. Was wollen Sie für die Menschen in Neubeuern erreichen?

Ich wünsche mir für Neubeuern, dass wir die erste klimaneutrale Gemeinde im Landkreis werden und damit ein positives Zeichen für die Zukunft unserer Kinder setzen.

14. Thema Infrastruktur: Wie stehen Sie zu den vorgestellten ersten Grobtrassenentwürfen zum Brenner- Nordzulauf, welche Probleme bleiben bestehen, welche kommen hinzu und welche Lösungen haben Sie? Wie stehen Sie generell zu dem Projekt Brenner-Nordzulauf?

Der Brennernordzulauf, der schwerwiegende Auswirkungen auf Menschen und Natur hätte, ist zu verhindern. Ich bin für die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene. Allerdings gibt es für die Neubaustrecke beim Brennernordzulauf, auf absehbare Zeit keinen Bedarf. Mit geeigneten Ertüchtigungsmaßnahmen reicht die Kapazität auf der Bestandsstrecke vollkommen aus. Ich gebe nur zu bedenken: Alle diese Entscheidungen werden in Berlin und Brüssel getroffen. Es muss uns gelingen parteiübergreifend und über die Gemeindegrenzen hinweg aus dem Inntal Druck aufzubauen und diesen nach Berlin zu tragen. Entscheidungen für eine Lösung können nur im Bundestag bzw. in Europa getroffen werden und nicht auf kommunaler Ebene. Hier ist es enorm wichtig einen gut vernetzten Rathauschef zu haben.

15. Thema Verkehr: Sind Sie mit dem öffentlichen Nahverkehr in Neubeuern zufrieden oder würden Sie etwas verbessern wollen? Wenn ja, wie?

Nein, ich bin nicht mit dem ÖPNV zufrieden. Wir benötigen dringend eine Intensivierung und eine optimale Anbindung an die Bahnlinien, damit wir auch wirklich von öffentlichem Personennahverkehr sprechen können. Hier können wir als Kommune bzw. als Bürgermeister einen gewissen Druck aufbauen. Schlussendlich werden diese Entscheidungen auf Kreis- (ÖPNV Bus) und Landesebene (Bahn) getroffen.

16. Thema Wohnen: Wie kann gerade in Neubeuern bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden?

Wir als Kommune müssen in den sozialen Wohnungsbau investieren und können beim Wohnungsbau einen großen Anteil mietpreisgebundener Wohnungen fordern. Wir können Baugemeinschaften und Genossenschaften unterstützen, die hier preiswert Wohnraum schaffen. Wir brauchen zudem eine Zweckentfremdungssatzung, um Leerstand und die Umwandlung von Wohnungen in Gewerbeflächen zu verhindern.

17. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann die Marktgemeinde Neubeuern zum Klimaschutz beitragen?

Klimaschutz fängt in der Kommune an. Nur gemeinsam mit den Menschen, dem Handwerk, den Unternehmen vor Ort, schaffen wir das Großprojekt Energiewende. Ich will für Neubeuern ein ambitioniertes Klimaschutzkonzept aufsetzen, das uns dabei hilft, eine dezentrale erneuerbare Stromerzeugung aufzubauen. Der Energiebedarf der kommunalen Gebäude und Betriebe wird standardmäßig mit Ökostrom gedeckt, am liebsten mit selbsterzeugter Sonnenenergie. 

Wir müssen die Artenvielfalt in unseren Wiesen und Wäldern sichern – zum Beispiel, in dem wir als Gemeinde aufhören Pestizide auszubringen. Indem wir unsere gemeindeeigenen Grünflächen, die Wälder und Gewässer umweltverträglich und nachhaltig bewirtschaften. Wir brauchen deutliche Impulse und Anreize für eine ökologischere Landwirtschaft, die unsere Gemeinde aber nur im Einvernehmen mit den Landwirten und Landwirtinnen in Neubeuern aushandeln kann. Und wir müssen sparsam mit unseren Naturflächen umgehen: Die Entwicklung des Ortes sehe ich eher im Inneren – nicht in neuen Gewerbegebieten.

jb

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