Wanderin am Kranzhorn tödlich verletzt 

Nach Kuh-Attacke: Kommen nun Hundeverbote auf Almen? 

Wanderin zwischen den Kühen
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Was idyllisch aussieht, kann schnell gefährlich werden, besonders wenn Jungtiere da sind und ein Hund als Gefahr wahrgenommen wird. 

Erl/Nußdorf - Nach der tödlichen Kuh-Attacke am Kranzhorn diskutieren die Tiroler nun über Konsequenzen. Kommen nun Verbote? *mit Voting*

Wie von uns berichtet, wurde am Dienstag eine 70-jährige Wanderin aus dem Bezirk Kitzbühel von Kühen attackiert, überrannt und tödlich verletzt. Auch ihr Hund, ein Chihuahua, verstarb. 

Ihre Freundin (ebenfalls 70) wurde auch von den Kühen angegriffen. Sie überlebte, sei allerdings "schwerst traumatisiert" von den Ereignissen, wie das OVB berichtet. Die beiden Frauen waren von der Kranzhornalm in Richtung Bubenau unterwegs, als sie ein eingezäuntes Weidestück mit zehn Mutterkühen und acht Kälbern passieren wollten. 

Bürgermeister: Kuh und Hund sind nicht kompatibel

Der tragische Vorfall sorgt in Tirol für Erschütterung und Diskussionen. Erls Bürgermeister Georg Aicher-Hechenberger sprach gegenüber der Tiroler Tageszeitung von einem "unglaublich tragischen Ereignis". Man habe auf dem Weg zur Alm nun zusätzliche Hinweisschilder angebracht. Auf diesen steht: "Achtung! Weidevieh mit Mutterkühen! Durchgang mit Hunden verboten!"

Das Problem sei der Hund der Wanderer gewesen, ist sich der Bürgermeister sicher. "Kuh und Hund sind nicht kompatibel. Und es gibt immer noch sehr viele aus dem urbanen Raum, die das einfach noch nicht wissen", so  Aicher-Hechenberger. 

Verhaltensforscher: Schutzmechanismus der Mutterkühe

Das sieht auch Tierverhaltensforscher Prof. Dr. Klaus Reiter aus München so, Im Gespräch mit dem OVB macht der Professor von der Landesanstalt für Landwirtschaft München klar, dass der Angriff ein "normales Verhalten von Mutterkühen" sei, um ihre Kälber zu verteidigen. Das Gefahrenpotenzial erhöhe sich, wenn Wanderer einen Hund dabei haben, denn da werde der Schutzmechanismus der Mutterkuh aktiviert. 

Hannes Partl, Bezirksobmann der Landwirtschaftskammer Schwaz in Tirol, erkennt das Problem auch: "Kühe interessieren sich nicht für Wanderer und Bergsteiger, sie interessieren sich aber für einen Hund. Viele kennen das Problem, viele sind allerdings auch unwissend."

Hundeverbote und eigene Wege? 

Im Gespräch mit den Tiroler Nachrichten berichtet Partl, dass einige Bauern am liebsten nun sogar Almen absperren würden. Auch über mögliche Hundeverbote auf Almen oder eigene Wege für Wanderer mit Hunden wurde schon diskutiert.

Das erscheint allerdings kaum umsetzbar und so erkennt Partl ein grundsätzliches Problem: Die Landwirtschaft werde mit dem Andrang von immer mehr Erholungssuchenden in den Alpen konfrontiert. 

Bereits 2014 gab es in Österreich und Deutschland eine Debatte, nachdem im Pinnistal eine deutsche Urlauberin von einer Kuh tödlich verletzt wurde. 

Lesen Sie mehr zu dem Thema hier auf OVB-online oder in der gedruckten Heimatzeitung.

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