Vorgespräche für neues Gewerbegebiet

OVB
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In diesem Bereich an der Staatsstraße 2359 könnte ein neues Gewerbegebiet entstehen.

Nußdorf - Bekommt Nußdorf ein neues Gewerbegebiet? Mit knapper Mehrheit leitete der Gemeinderat jetzt die ersten Schritte dafür ein.

Mit der hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme wurde in der jüngsten Sitzung des Nußdorfer Gemeinderates beschlossen, erste Vorgespräche zum Grundstückserwerb und zur Planung eines neuen Gewerbegebietes zu führen. "Aufgrund von vorliegenden Anfragen Nußdorfer Gewerbetreibender sollten wir uns mit der Planung eines neuen Gewerbegebietes beschäftigen", hatte Bürgermeister Sepp Oberauer dem Gemeinderat zuvor empfohlen.

"Einige Gewerbebetriebe expandieren, sodass deren heutige Betriebsgebäude und -gelände nicht mehr den gewachsenen Erfordernissen standhalten und diese nun nach Ausweichmöglichkeiten innerhalb der eigenen Gemeinde suchen", erklärte Oberauer zur Begründung. Er fügte an, dass aber auch Anfragen von auswärtigen Handwerksbetrieben vorliegen würden.

Laut Oberauer sei die Gemeinde gefordert, schließlich gehörten diese Unternehmen mit ihrem Gewerbesteuer-aufkommen zu den wichtigen Einnahmequellen einer Gemeinde. Außerdem sorgten sie als Arbeitgeber auch innerhalb der eigenen Gemeinde für attraktive Arbeitsplätze. Bis eine geeignete Gewerbefläche zur Verfügung steht, rechnet der Bürgermeister mit einem Zeitraum von eineinhalb Jahren.

Die anschließende kontroverse Diskussion im Gemeinderat zeigte, dass nicht alle Gemeinderatsmitglieder mit diesem Vorschlag einverstanden sind. Im Vordergrund der Diskussion stand insbesondere auch die Frage nach einem geeigneten Standort, da nahegelegene Landschaftsschutzgebiete und die topografischen Gegebenheiten die Suche erheblich einschränken. Eine Möglichkeit zur Ausweisung einer solchen Fläche ergibt sich direkt am Ortseingang von Nußdorf an der Staatsstraße 2359 zwischen Neubeuern und Nußdorf auf der rechten Seite. Das dort angedachte Areal könnte mit einer Größe von zirka 1,5 Hektar für eine Gewerbe-Ansiedlung infrage kommen. "Mit den vorliegenden Ansiedlungswünschen könnte man das Objekt bereits heute schon zu fast 30 Prozent auslasten", erklärte Oberauer. Gemeinderätin Michaela Firmkäs konnte sich allerdings mit diesem Standort nicht anfreunden, weil "die unglückliche Ortsrandlage nicht in das Landschaftsbild passt und man am Ortseingang dann zuerst ein Gewerbegebiet zu sehen bekommen würde, wenn man von Neubeuern her kommt". Außerdem, so fügte sie an, sei ihr der Ort in den vergangenen Jahren zu schnell gewachsen und sollte lieber langsamer entwickelt werden. Der Bürgermeister konnte den Eindruck des schnellen Wachstums jedoch nicht bestätigen, da sich die Einwohnerzahl trotz der bisherigen Baugebietsausweisungen in den vergangenen Jahren nur moderat erhöht hätte. Sicherlich stehe Nußdorf, das im Gemeinden-Wettbewerb "Entente Florale" des Jahres 2004 als "Schönstes Dorf Europas" gewählt wurde, seitdem auch in einer besonderen Verantwortung. Allerdings stellte Oberauer fest, dass sich das Motto des Bundeswettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden" bereits vor einigen Jahren geändert hat und nun lautet: "Unser Dorf hat Zukunft". "Wobei der Fokus besonders auf einer den Bedürfnissen des Dorfes angepassten Infrastruktur liegt", so Oberauer.

stv/Oberbayerisches Volksblatt

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