Mama und Oma aus Oberaudorf suchen Baby in Türkei

"Wir wissen nicht mal, ob Nazar überhaupt noch lebt"

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Vom kleinen Nazar aus Oberaudorf fehlt seit dem 3. Oktober jede Spur.
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Oberaudorf/Türkei - Seit dem 3. Oktober fehlt von Baby Nazar aus Oberaudorf jede Spur. Er ist in der Türkei zusammen mit seinem Vater und dessen Familie verschwunden. Die Mutter geht von Kindesentführung aus.

Rebecca aus Oberaudorf kämpft seit knapp vier Wochen in der Türkei darum, ihren Sohn zurück zu bekommen. Seit dem 3. Oktober fehlt von Nazar jede Spur. Der schlimme Verdacht: Sein Vater soll ihn entführt haben

Die junge Mama war zusammen mit ihrem Mann und ihrem Sohn Nazar (11 Monate) in die Türkei gereist. Als sie auf einem Markt kurz auf die Toilette ging und anschließend zurückkehrte, waren ihr Sohn und der Vater des Kindes spurlos verschwunden. Auch in dem Haus, in dem sie wohnten, war niemand mehr. Die ganze Familie und ihr Sohn - weg. Die Oberaudorferin, die das alleinige Sorgerecht für ihren Sohn hat, geht davon aus, dass der Vater ihr gemeinsames Baby entführt hat. 

Vernehmungen bei der Polizei Kiefersfelden

Das Auswärtige Amt bestätigte auf Nachfrage von rosenheim24.de: "Der Fall ist uns bekannt. Das Generalkonsulat in Istanbul steht mit der Betroffenen in Kontakt." Auch dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd ist der Fall bekannt. "Die Polizeiinspektion Kiefersfelden hat schon einige Vernehmungen dazu vorgenommen", bestätigt eine Sprecherin gegenüber rosenheim24.de. Der deutschen Polizei seien jedoch die Hände gebunden, da in dieser Sache die türkischen Beamten zuständig seien. "Wir haben hier leider kein Mandat", so die Sprecherin weiter. 

Weiterhin keine Spur von Nazar

Die Oma des kleinen Nazar, Gabi Sillaber, die von Deutschland aus ihrer Tochter bei der Suche unter die Arme greift, sagte gegenüber rosenheim24.de: "Irgendwie laufen wir alleine gegen den Rest. Wir wissen nicht mal, ob Nazar überhaupt noch lebt.

Tochter Rebecca ist kurzzeitig nach Deutschland gekommen, um Kraft zu tanken und bei den Behörden die nötigen Unterlagen zu organisieren. Auch eine Anwältin ist bereits eingeschaltet. Die hat laut Sillaber bereits bei der Staatsanwaltschaft einen Eilantrag gestellt. 

Nazar feiert übrigens am 31. Oktober seinen ersten Geburtstag. Wenn nicht ein Wunder geschieht, wird ihn seine Mama Rebecca auch an diesem Tag nicht in die Arme schließen können.

jb

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