Rettungseinsatz im Brünnsteingebiet bei Oberaudorf

Bäuerin von Almkuh attackiert und schwer verletzt

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Bergretter und Notarzt bei der Patientenversorgung im steilen Almgelände am Brünnstein. Rettungshubschrauber „Christoph 1“ bei der Patientenaufnahme mit der Rettungswinde.

Oberaudorf - Einsatz statt Feierlichkeiten - Bergwacht Oberaudorf und "Christoph 1" am 100. Jahrtag der Gründung der Bergwacht Bayern im Einsatz.

Gegen 11:15 Uhr wurde der Bergwacht Einsatzleiter Oberaudorf telefonisch über eine bewusstlose Person im südlichen Brünnsteingebiet verständigt. Ein Einweiser, der die Retter zur Einsatzstelle führt, steht auf der Forststraße bei der Abzweigung zur Herren-Alm. Aufgrund der schlechten Telefonverbindung, die dann auch abriss, war nicht mehr zu erfragen. Sofort veranlasste der Einsatzleiter die Alarmierung der Mannschaft und eines Notarztes des Landrettungsdienstes über die Integrierte Leitstelle. Aufgrund der tiefliegenden Bewölkung schien ein Einsatz des Rettungshubschraubers zunächst undenkbar.

Der Hüttenwirt des Brünnsteinhauses, selbst langjährige Bergwacht-Einsatzkraft machte sich unmittelbar nach der Alarmierung zur Erkundung vom Brünnsteinhaus auf den Weg. Parallel dazu rückte eine Vorausmannschaft mit dem Einsatzleitfahrzeug bereits fünf Minuten nach Alarmierung in Richtung Brünnstein aus.

Der Notarzt, der auf Anfahrt von Brannenburg war, hatte sich mittlerweile über Funk beim Einsatzleiter gemeldet und wurde zur Bergrettungswache Oberaudorf am Sportplatz beordert.

Dort wartete bereits das Bergwacht-Rettungsfahrzeug mit der weiteren Einsatzmannschaft. Nachdem der Notarzt zugestiegen war rückte das Fahrzeug unmittelbar zur Unfallstelle aus.

54-Jährige schwer verletzt

Mittlerweile waren die ersten Bergretter vor Ort, darunter auch eine Notfallsanitäterin welche sofort die medizinische Erstversorgung übernahm. Die Lage stellte sich nun wie folgt dar: Eine 54- Jährige Einheimische wurde bei der Suche nach einer abgängigen Almkuh plötzlich von dieser von hinten überrascht, zu Boden geworfen und anschließend von dem 300-Kilo Vieh überrannt.

Nachdem eine Verletzung des Brustkorbs diagnostiziert wurde und auch eine Schädigung der Wirbelsäule sowie innerer Organe nicht ausgeschlossen werden konnte war ein schneller Abtransport indiziert. Die Einsatzmannschaft meldete südseitig in Richtung Gießenbachtal freie Sichtverhältnisse mit einer Bewölkung erst oberhalb 1400 m Höhe. Daraufhin wurde ein Rettungshubschrauber mit Winde über die Integrierte Leitstelle angefordert. Bereits 25-Minuten nach Alarmierung ging der Rettungshubschrauber „Christoph 1“, der am Krankenhaus München- Harlaching stationiert ist, an der Bergrettungswache in Oberaudorf zur Zwischenlandung. Nach kurzer Einsatzbesprechung stieg ein Bergretter zu und lotste die Maschine über das Gießenbachtal von Süden an die Einsatzstelle.

Hubschrauber "Christoph 1" im Einsatz

In der Zwischenzeit wurde die Verletzte weiter notfallmedizinisch von den Einsatzkräften und dem Landrettungs-Notarzt versorgt und bereits in einem Bergrettungssack, welcher speziell für die Hubschrauber-Rettung konzipiert wurde, gelagert.

An der Einsatzstelle wurden in der Folge der Bergretter sowie der Hubschrauber-Notarzt per Seilwinde abgesetzt. Schon nach kurzer Übergabe zwischen Einsatzkräften und Hubschrauber- Notarzt konnte die Bergung beginnen. In einem sogenannten Doppelwinch-Verfahren, am Seil der Winde befinden sich der Bergesack mit der Verletzten sowie der Notarzt, wurde die Patientin in den Hubschrauber aufgezogen, verladen und im direkten Flug zur weiteren Abklärung und Versorgung ins Klinikum Rosenheim verbracht.

Auch am 100-jährigen Jahrtag der Gründung der Bergwacht Bayern konnten die Bergretter, gemeinsam mit den langjährigen Partnern der Luftrettung und dem Landrettungsdienst wieder einmal ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Neun Bergwacht-Einsatzkräfte, der Rettungshubschrauber „Christoph 1“ sowie der Notarzt des Landrettungsdiensts waren gut zwei Stunden im Einsatz.

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